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Englands U20-Frauen: Kader trotz Boykottdrohung benanntTrotz anhaltender Boykottdrohungen europäischer Verbände hat England seine U20-Frauenmannschaft für die Weltmeisterschaft in Polen benannt. Trainerin Lydia Bedford äußert sich erstmals zur möglichen Blockade und betont den Fokus auf sportliche Vorbereitung.

Englands U20-Frauen: Kader trotz Boykottdrohung benannt

Aktualisiert 3 min read

Kurzüberblick

Trotz anhaltender Boykottdrohungen europäischer Verbände hat England seine U20-Frauenmannschaft für die Weltmeisterschaft in Polen benannt. Trainerin Lydia Bedford äußert sich erstmals zur möglichen Blockade und betont den Fokus auf sportliche Vorbereitung.

Die englische U20-Frauen-Nationalmannschaft hat ihren Kader für die anstehende FIFA-U20-Weltmeisterschaft in Polen bekannt gegeben – und das unter dem Schatten einer möglichen Boykottdrohung europäischer Verbände. Trainerin Lydia Bedford nominierte 21 Spielerinnen für das Turnier, das vom 5. bis 27. September in Polen ausgetragen wird.

Hintergrund: Kontroverse um FIFA-Reformpläne

Die Ankündigung erfolgt vor dem Hintergrund anhaltender Spannungen zwischen der FIFA und europäischen Fußballverbänden. Auslöser ist der umstrittene Vorschlag „FIFA Forward Enterprise“ (FFE), der die Gründung einer neuen Gesellschaft vorsah, die die kommerziellen und Ticketrechte aller FIFA-Wettbewerbe – einschließlich der Weltmeisterschaften – verwalten sollte. 21 Prozent dieser Rechte sollten an ein privates Investmentunternehmen verkauft werden.

Nach massiver Kritik mehrerer Konföderationen, allen voran der UEFA, wurde der Plan jedoch verworfen. Die UEFA hatte daraufhin mit einem Boykott aller FIFA-Wettbewerbe gedroht und forderte den Rücktritt von FIFA-Präsident Gianni Infantino. Die U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Polen ist nun das erste Turnier, das von dieser Boykottdrohung betroffen sein könnte.

Bedford: „Botschaft war: einfach weitermachen“

Lydia Bedford äußerte sich gegenüber BBC Sport erstmals öffentlich zu der möglichen Blockade. Die Trainerin, die mit ihrer Mannschaft zuvor ein Vorbereitungsspiel in Portugal gewonnen hatte, erklärte: „Ich war gerade im Theater in London, als mein Vater mich völlig unerwartet anrief, und ich dachte nur: Was ist los? Für mich lautete die Botschaft der Verantwortlichen von Anfang an: einfach weitermachen. Das haben wir getan.“

Weiter sagte sie: „Mit den Spielerinnen haben wir darüber nicht wirklich gesprochen, denn letztlich wollen wir jede Gelegenheit nutzen, um auf dem Platz zu trainieren und das Team bestmöglich vorzubereiten. Der ganze Fokus lag darauf.“

England in Gruppe B mit Brasilien, Tansania und Kanada

England ist eine von sechs europäischen Nationen, die am 24-Team-Turnier teilnehmen. Neben den jungen Löwinnen sind Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Gastgeber Polen vertreten. Die Auswahl von Lydia Bedford wurde in Gruppe B gelost, wo sie auf Brasilien, Tansania und Kanada trifft. Zum Auftakt spielt England am Samstag, den 5. September, um 17:00 Uhr britischer Zeit gegen Kanada im Stadion Miejski Bielsko-Biała.

Während England seinen Kader bereits benannt hat, stehen die Aufgebote von Italien, Portugal und Polen noch aus – sie werden für die kommende Woche erwartet. Spanien gab seine Spielerinnen bereits am Donnerstag bekannt, Frankreich hat noch keinen Termin genannt.

Der Kader: Überraschungscall-up und internationale Erfahrung

Bedfords Aufgebot umfasst 21 Spielerinnen, darunter Mittelfeldspielerin Erica Meg Parkinson von North Carolina Courage, die im März überraschend in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen wurde. „Es ist ein unglaublich aufregender Moment, den Kader zu benennen, und eine große Leistung für jede ausgewählte Spielerin“, sagte Bedford. „Wir wissen, dass das Niveau der Konkurrenz in Polen extrem hoch sein wird, aber wir freuen uns auf die Herausforderung. Für die 21 ausgewählten Spielerinnen liegt der Fokus nun darauf, diese Gelegenheit zu nutzen, England mit Stolz zu vertreten und zu sehen, wie weit wir kommen können.“

Torhüterinnen

Eve Annets (Manchester City), Katie Cox (Chelsea, ausgeliehen an Nottingham Forest), Kaiya Jota (Stanford University)

Abwehr

Ria Bose (West Ham), Sacha Lewis (Manchester City), Rachel Maltby (Aston Villa), Lucy Newell (Manchester United), Chloe Sarwie (Chelsea), Zara Shaw (Liverpool), Cecily Wellesley-Smith (Arsenal, ausgeliehen an FC Rosengård)

Mittelfeld

Lola Brown (Chelsea), May Cruft (Rangers), Chloe B. Hylton (Carolina Ascent), Vera Jones (Chelsea, ausgeliehen an Watford), Erica Meg Parkinson (North Carolina Courage)

Sturm

Princess Ademiluyi (Gotham FC, ausgeliehen an Ipswich Town), Lily Dent (Brighton & Hove Albion, ausgeliehen an Sunderland), Jessie Gale (Arsenal, ausgeliehen an Newcastle), Eva Hendle (Chelsea, ausgeliehen an Rangers), Eleanor Klinger (Stanford University), Lauryn Thompson (North Carolina Courage)

Turniermodus und englische Vorrundenspiele

Die beiden besten Teams jeder Gruppe qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, dazu kommen die vier besten Gruppendritten. Das Finale wird am Sonntag, den 27. September, in Łódź ausgetragen.

Englands Vorrundenspiele im Überblick:

  • England gegen Kanada (Samstag, 5. September, 17:00 Uhr BST) – Stadion Miejski Bielsko-Biała
  • England gegen Tansania (Dienstag, 8. September, 17:00 Uhr BST) – Stadion Miejski Bielsko-Biała
  • England gegen Brasilien (Freitag, 11. September, 14:00 Uhr BST) – Stadion Miejski Bielsko-Biała

Die anhaltende Boykottdrohung wirft Fragen zur Zukunft internationaler Frauenfußballturniere auf. Während die UEFA ihre Position bekräftigt, betonen Spielerinnen und Verbände die Bedeutung solcher Wettbewerbe für die Entwicklung des Frauenfußballs. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Drohung Realität wird oder ob eine Einigung erzielt werden kann.

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