Kritik an Wechsel von lesbischer Weltmeisterin zu saudischem Klub
Kurzüberblick
Die spanische Fußballerin Esther González wechselt nach Saudi-Arabien zu Al Qadsiah und erntet dafür scharfe Kritik. Fans und LGBTQ+-Aktivisten zeigen sich besorgt, da Homosexualität im Königreich illegal ist.
Die spanische Stürmerin Esther González steht nach ihrem Wechsel zum saudischen Frauen-Erstligisten Al Qadsiah in der Kritik. Fans und Mitglieder der LGBTQ+-Community äußern Bedenken, da gleichgeschlechtliche Beziehungen und sexuelle Handlungen in Saudi-Arabien illegal sind.
Vertragsauflösung und neuer Klub
Die 33-Jährige hatte sich im Juli im gegenseitigen Einvernehmen von ihrem Vertrag beim US-amerikanischen Meister Gotham FC getrennt, um sich laut Vereinsangaben vorübergehend vom Sport zurückzuziehen und "persönlichen Angelegenheiten in Spanien" nachzugehen. Ihr Vertrag in New York wäre noch bis 2027 gelaufen. Auf Instagram erklärte González, die Entscheidung sei "aus rein persönlichen Gründen" erfolgt, und betonte, Gotham werde "immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben".
Am Sonntag gab jedoch Al Qadsiah die Verpflichtung der Weltmeisterin von 2023 bekannt. Dies löste Kritik von Gotham-Fans aus, die die Umstände ihres Abschieds hinterfragen, sowie von Mitgliedern der LGBTQ+-Gemeinschaft, die ihre Sicherheit in Saudi-Arabien gefährdet sehen.
Soziale Medien und Reaktionen
In den sozialen Medien äußerten Fans Zweifel an ihren Beweggründen und sorgten sich um ihr Wohlergehen. Gotham-Anhänger zeigten sich enttäuscht über die Kommunikation rund um ihren Abgang und darüber, dass der Klub keine Ablösesumme erhielt. Laut der spanischen Zeitung El Mundo hat González seit ihrer Unterschrift bei Al Qadsiah alle Fotos mit ihrer Ehefrau und ihrem im Januar geborenen ersten Kind von ihren Social-Media-Konten gelöscht.
Vergleich mit Jordan Henderson
González ist nicht die erste Fußballerin, die für einen Wechsel nach Saudi-Arabien negative Reaktionen erntet. Der englische Mittelfeldspieler Jordan Henderson war 2023 nach seinem Transfer zu Al-Ettifaq in der Saudi Pro League ebenfalls in die Kritik geraten. Der offen schwule Fußballer Jake Daniels bezeichnete den Wechsel damals als "Schlag ins Gesicht", nachdem Henderson ihm zuvor Unterstützung signalisiert hatte. Der ehemalige Liverpool-Kapitän, der sich zuvor mit Regenbogen-Schnürsenkeln, einer One-Love-Armbinde und Solidaritätsbotschaften in einem Spieltagsprogramm für die LGBTQ+-Community eingesetzt hatte, verließ Al-Ettifaq nach sechs Monaten wieder.
Erfolge und sportlicher Kontext
González gewann in drei Spielzeiten nach ihrem Wechsel von Real Madrid in die USA zwei NWSL-Titel, den NWSL Challenge Cup und den Concacaf W Champions Cup. Al Qadsiah beendete die Saison 2025-26 auf dem vierten Platz der Saudi Women's Premier League. BBC Sport hat Gotham FC um eine Stellungnahme gebeten.
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