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Uefa will Boykott-Drohung gegen Fifa offenbar fallen lassenDie Uefa steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Fifa-Wettbewerbe zurückzunehmen, nachdem sie Zusicherungen erhalten hat, dass der Plan von Gianni Infantino, Anteile an der WM zu verkaufen, nicht wiederholt wird.

Uefa will Boykott-Drohung gegen Fifa offenbar fallen lassen

Aktualisiert 2 min read

Kurzüberblick

Die Uefa steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Fifa-Wettbewerbe zurückzunehmen, nachdem sie Zusicherungen erhalten hat, dass der Plan von Gianni Infantino, Anteile an der WM zu verkaufen, nicht wiederholt wird.

Die Europäische Fußball-Union (Uefa) steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Wettbewerbe des Weltverbands Fifa fallen zu lassen. Wie BBC Sport aus Kreisen der Uefa erfuhr, hat die Organisation Zusicherungen erhalten, dass es keine Wiederholung des Plans von Fifa-Präsident Gianni Infantino geben wird, Anteile an der Weltmeisterschaft an private Investoren zu verkaufen. Das Thema soll bei einer Sitzung des Uefa-Exekutivkomitees am Donnerstag in Monaco behandelt werden.

Hintergrund: Infantinos umstrittener Plan

Anfang des Monats hatte die Uefa erklärt, dass trotz des Scheiterns von Infantinos Vorhaben nach breiter Kritik die Bedingungen für eine Abwendung eines Boykotts „nicht erfüllt“ seien. Die Uefa hatte damals betont: „Es müssen Zusicherungen gegeben werden, dass solche Versuche, das Spiel auf diese Weise zu entstellen, nie wieder unternommen werden.“

Der Plan, der als „Fifa Forward Enterprises“ bekannt wurde, sah vor, Teile der kommerziellen Rechte an der Club-Weltmeisterschaft 2025 und der WM 2026 an private Investoren zu verkaufen. Nach massivem Widerstand aus Europa und anderen Verbänden hatte die Fifa das Vorhaben im Mai zurückgezogen. Dennoch forderte die Uefa verbindliche Garantien, dass die Fifa ihre Governance oder Wettbewerbe nie wieder für private Eigentümer öffnen werde.

Auswirkungen auf die U20-Frauen-WM

Sollte die Boykott-Drohung aufgehoben werden, bedeutet dies, dass die im nächsten Monat geplante U20-Frauen-Weltmeisterschaft in Polen wie geplant stattfinden kann. Sechs europäische Teams – England, Frankreich, Italien, Portugal, Spanien und Gastgeber Polen – sind für das Turnier qualifiziert. Ein Boykott hätte nicht nur diese Mannschaften betroffen, sondern auch die Austragung des Turniers insgesamt gefährdet.

Ein der Diskussion nahestehender Insider betonte jedoch: „Dies ist kein Rückzieher.“ Die Gegner Infantinos würden „weiterkämpfen, bis es umfassende Veränderungen gibt“. Er fügte hinzu: „Es ist keine Niederlage der Uefa, sondern die Realität, junge Spielerinnen nicht um eine einmalige Gelegenheit zu bringen.“ Die Maßnahmen und das Beharren auf Veränderung würden fortgesetzt und sich letztlich durchsetzen.

Reaktionen aus der Politik

Die britische Kulturministerin Lisa Nandy hatte sich in diesem Monat gegen einen Boykott der U20-WM ausgesprochen. „Ich bin grundsätzlich nicht für Sportboykotte, weil sie Menschen voneinander trennen. Sie bestrafen unfair Athletinnen und Athleten, die nicht für die Gründe verantwortlich sind, aus denen diese Boykotte stattfinden“, sagte sie. Sie wünschte sich, dass der Fußball zusammenkomme, diese Angelegenheit löse, einen Führungswechsel und eine Richtungsänderung herbeiführe und eine klare Botschaft sende, dass der Fußball seinen Fans gehöre. „Und es wird nicht hingenommen, dass Frauen und Mädchen benachteiligt werden, während der Frauenfußball von Stärke zu Stärke wächst. Unsere Löwinnen führen die Welt in dieser Hinsicht an.“

Die Fifa hat auf Anfragen zu dem Thema bisher nicht reagiert. Die Entscheidung der Uefa wird mit Spannung erwartet, da sie weitreichende Folgen für die Zusammenarbeit der europäischen Verbände mit dem Weltverband haben könnte.

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