Jota über WM, Stanford und ihre Modelkarriere

Kurzüberblick
Die englische Torhüterin Kaiya Jota spricht im FIFA-Interview über ihre außergewöhnliche Karriere: Nach der WM 2023 mit den Philippinen wechselte sie zu England, studiert an der Stanford University und arbeitet nebenbei als Model. Nun fiebert sie der U-20-WM in Polen entgegen.
Kaiya Jota ist die Verkörperung einer modernen Fußballerin: Die englische Torhüterin hat bereits an einer FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ teilgenommen, ist als Studentin an der renommierten Stanford University eingeschrieben – und steht zudem bei der Modelagentur Storm Management unter Vertrag. Im Gespräch mit FIFA erzählt die 20-Jährige von ihren vielfältigen Karrierewegen und ihren Zielen abseits des Platzes.
Ein ungewöhnlicher Wechsel: Von den Philippinen zu England
Jota vertrat mehrere Jahre lang die Philippinen, unter anderem bei der Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland. Im darauffolgenden Jahr wechselte sie die Nationalität und schloss sich der englischen U-20-Nationalmannschaft an, die sich auf die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™ vorbereitet. Ein solcher Wechsel ist im internationalen Fußball selten, doch die junge Torhüterin ist überzeugt, dass dieser Schritt die richtige Entscheidung für ihre weitere Karriere ist – sowohl auf Vereins- als auch auf Nationalmannschaftsebene. Zudem ermöglicht er ihr, das Erbe beider Elternteile auf der großen Bühne zu vertreten.
Die Vorfreude auf das Turnier in Polen ist groß, wo England in der Gruppenphase auf Brasilien, Kanada und Tansania trifft. Jota betont, wie viel ihr die Teilnahme bedeuten würde: „Es würde alles bedeuten. Jede Weltmeisterschaft ist riesig, aber die U-20 ist besonders, denn dies wird das letzte Mal sein, dass ich altersmäßig für dieses Turnier in Frage komme. Mit den Mädchen dorthin zu fahren, wäre eine großartige Erfahrung, und ich freue mich riesig auf diese Gelegenheit.“
Die Gegner seien keine leichten Aufgaben, aber nach den letzten Lehrgängen sei die Mannschaft gut eingespielt: „Wir haben eine wirklich gute Gruppe, und ich freue mich, Teil davon zu sein.“ Die Vorbereitung läuft derzeit über die Vereine – bei Jota ist das Stanford – sowie über individuelle Entwicklungsprogramme mit den Nationaltrainern, um im September in Bestform zu sein.
Von der WM 2023 zur Stanford University
Die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2023 beschreibt Jota als „unglaublich und absolut verrückt“. Sie war von ihrem 15. Lebensjahr bis 2023 Teil der philippinischen Auswahl und sieht diese Zeit als prägend für ihre fußballerische Entwicklung an. Der Wechsel zu England war für sie eine wohlüberlegte Entscheidung: „Ich bin in der seltenen Lage, beide Elternteile repräsentieren zu können. Ich habe mehrere Jahre für die Philippinen gespielt, und diese WM fühlte sich wie der perfekte Zeitpunkt an, um ein neues Kapitel zu beginnen.“
An der Stanford University fühlt sich Jota rundum wohl: „Wir werden hier verwöhnt – an Ressourcen und Einrichtungen fehlt es uns an nichts.“ Sie studiert Kommunikation mit dem Schwerpunkt Sportjournalismus und Sportübertragung. „Stanford ist eine der wenigen Universitäten, an denen man jeden Kurs selbst wählen kann und den akademischen Weg frei gestalten darf – wir werden dabei voll unterstützt.“
Vom Laufsteg ins Tor: Ihre Modelkarriere
Ihren Einstieg ins Modelgeschäft verdankt Jota einem Zufall: „Mit 14 oder 15 war ich mit meinem Verein auf einem Auswärtsspiel in New Jersey. Wir waren in New York City spazieren, als ein Mann mit seinem Hund auf mich zukam und fragte, ob ich schon einmal gemodelt hätte. Ich dachte, das sei komplett fake, aber wir gingen in sein Studio, und es war echt.“ Nach anfänglicher Skepsis, ob die Modelkarriere mit dem Fußball vereinbar sei, zeigte sich die Agentur flexibel – und so betreibt Jota das Modeln heute als Ausgleich zum Sport.
Ihre berufliche Zukunft sieht sie klar im Profifußball: „Das Ziel ist, so lange wie möglich zu spielen, solange meine Beine mitmachen. Danach möchte ich im Sportbereich bleiben, etwa beim Broadcasting, zum Beispiel bei ESPN.“
Privat hat Jota klare Vorbilder: „Meine Familie war immer großer Manchester-United-Fan, daher war David de Gea mein Torwart-Idol. Bei den Frauen bin ich seit langem ein großer Fan von Mary Earps – ich verfolge ihre Karriere bei den Lionesses schon lange. Diese beiden sind definitiv meine Favoriten.“
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