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Tuchel muss die Karten auf den Tisch legen: England im WM-GefahrenzoneEnglands Nationaltrainer Thomas Tuchel steht vor der K.o.-Phase der WM vor entscheidenden Personalentscheidungen. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase mit defensiven Schwächen und Verletzungssorgen trifft England am Mittwoch auf die DR Kongo./images/de/2026/07/tuchel-muss-die-karten-auf-den-tisch-legen-england-im-wm-gefahrenzone-7ffc5399-800w.webpTuchel muss die Karten auf den Tisch legen: England im WM-Gefahrenzone

Tuchel muss die Karten auf den Tisch legen: England im WM-Gefahrenzone

Aktualisiert 3 min read
Thomas Tuchel, Trainer der englischen Nationalmannschaft, steht konzentriert an der Seitenlinie eines Fußballstadions, im Hintergrund die englische

Kurzüberblick

Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel steht vor der K.o.-Phase der WM vor entscheidenden Personalentscheidungen. Nach einer durchwachsenen Gruppenphase mit defensiven Schwächen und Verletzungssorgen trifft England am Mittwoch auf die DR Kongo.

Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel bezeichnet die K.o.-Phase der Weltmeisterschaft als „das dritte Kapitel“ einer Geschichte, die er mit einem historischen Triumph krönen will. Nach dem Vorbereitungscamp in Miami und dem Gewinn der Gruppe L steht England nun vor dem Achtelfinale gegen die DR Kongo – ein Spiel, das bereits am Mittwoch (17:00 Uhr MESZ) im Atlanta Stadium angepfiffen wird und live in der BBC übertragen wird. Die Mannschaft hat sich bislang mit einem „Job erledigt“-Gefühl durch die Gruppenphase geschleppt, doch nun beginnt die Phase, in der jeder Fehler das Aus bedeuten kann.

Defensive Achillesferse: Verletzungen und Experimente

Tuchels Kaderwahl war geprägt von taktischen Anpassungen, Verletzungsmanagement und der Suche nach der optimalen Formation. Besonders die Defensive bereitet Sorgen. Der ehemalige englische Kapitän Wayne Rooney äußerte sich gegenüber der BBC kritisch: „Der Bereich, in dem man Stabilität braucht, ist der Torwart und die Viererkette. Bei der Abwehr hatten wir das nicht.“ Bereits vor dem Turnier wurden die Verletzungsrisiken von Spielern wie Tino Livramento (Newcastle) und Reece James (Chelsea) thematisiert. Livramento fiel schon vor der WM aus, und James zog sich gegen Kroatien eine Oberschenkelverletzung zu – eine für ihn typische Problematik. Auch Jarell Quansah, James‘ Vertreter, verletzte sich gegen Panama. Beide werden gegen die DR Kongo fehlen, wobei Tuchel optimistisch meint: „Sie kommen näher. Jarell ist etwas weiter als Reece, aber es ist eng.“

Damit bleibt Djed Spence als einziger gelernter Rechtsverteidiger übrig. Alternativ könnte Innenverteidiger Ezri Konsa auf die rechte Seite rücken, was eine Rückkehr von John Stones ins Zentrum ermöglichen würde. Stones, der vor seinem Wechsel von Manchester City Ende letzter Saison nur fünf Premier-League-Spiele bestritt, und James mit lediglich 20 Starts für Chelsea sind Beispiele für die mangelnde Spielpraxis in der Abwehr. Tuchels Vorliebe für vielseitige Verteidiger, die auf beiden Flügeln und in der Innenverteidigung spielen können, hat England in eine schwierige Lage gebracht. Sollte es im Viertelfinale gegen Brasilien mit Vinicius Jr. gehen, wäre ein Spezialist gefragt – Tuchel muss hoffen, dass seine Zuversicht bezüglich James‘ Fitness nicht nur Wunschdenken ist.

Mittelfeld-Schlüssel: Rice als unersetzlicher Stabilisator

Nachdem England bereits vor dem letzten Gruppenspiel gegen Panama qualifiziert war, gönnte Tuchel Declan Rice eine Pause – eine kluge Entscheidung, da der Arsenal-Mittelfeldspieler mit einer Gelben Karte vorbelastet war und zudem mit einer Oberschenkelverletzung sowie einem Tritt gegen das Schienbein aus dem Ghana-Spiel zu kämpfen hatte. Die Partie gegen Panama, in der England 13 Torschüsse zuließ und anfällig für Konter wirkte, zeigte jedoch, wie sehr das Team auf Rice angewiesen ist. Neben Kapitän Harry Kane und Jude Bellingham ist Rice der dritte unersetzliche Spieler. Tuchels Entscheidung, mit den offensiv ausgerichteten Bellingham und Morgan Rogers zu spielen, brachte zwar Erfolge, ließ aber Elliot Anderson im zentralen Mittelfeld überfordert zurück. „Bessere Mannschaften als Panama hätten uns bestraft“, so die unausgesprochene Erkenntnis. Rice ist nicht nur als defensiver Abschirmspieler, sondern auch in der Offensive und bei Standardsituationen von unschätzbarem Wert.

Mahnende Beispiele: Die Überraschungen dieser WM

Die Gefahr von Überraschungen ist allgegenwärtig. Deutschlands Elfmeter-Niederlage gegen Paraguay hat Trainer Julian Nagelsmann in Bedrängnis gebracht, zumal die Rufe nach Jürgen Klopp als Nachfolger laut werden. Auch die Niederlande scheiterten an Marokko, woraufhin Bondscoach Ronald Koeman noch am selben Tag zurücktrat. Tuchel ist sich der Risiken bewusst: „Es gibt keinen Prozentpunkt Überheblichkeit in unserem Ansatz. Die Spiele im Achtelfinale sprechen eine klare Sprache. Es sind sehr enge Margen. Das macht mich eher ruhig als nervös.“ Er ergänzt: „Das ist die Natur des K.o.-Fußballs. Niederlande gegen Marokko hätte ein Viertel- oder Halbfinale sein können, und Japan gegen Brasilien ebenfalls. Das kann uns helfen, nicht zu viel zu erwarten.“ Brasilien entging nur knapp einer Blamage gegen Japan, als Gabriel Martinelli in der Nachspielzeit traf. England und Tuchel müssen sicherstellen, dass sie nicht das nächste Opfer einer Überraschung werden.

Tuchel betont: „Wir wissen, dass dies die Momente sind, in denen wir Wege finden müssen, zu gewinnen. Wir müssen uns reinknien und auf höchstem Niveau spielen.“ Er sieht England als Favoriten: „Wir spielen gegen unsere eigenen Erwartungen. Wir erwarten, weiterzukommen als bis ins Achtelfinale. Warum sollte die Öffentlichkeit das nicht erwarten?“ Jede Entscheidung muss nun sitzen – für Tuchel und seine Spieler gibt es keine Fehler mehr.

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