Nigeria verpasst WM erstmals – Südafrika und Ghana im Play-off

Kurzüberblick
Nigeria hat sich erstmals nicht für die Frauen-Weltmeisterschaft qualifiziert. Südafrika und Ghana gewannen ihre Play-offs im Wafcon-Viertelfinale und kämpfen nun in einem interkontinentalen Turnier um die letzten WM-Plätze.
Nigeria hat sich erstmals in der Geschichte nicht für die Frauen-Weltmeisterschaft qualifiziert. Die Mannschaft, die als bestplatziertes Team Afrikas in den Wettbewerb gegangen war, scheiterte im Play-off des Afrika-Cups der Frauen (Wafcon) in Marokko mit 1:2 an Südafrika. Damit endet eine Serie von neun aufeinanderfolgenden WM-Teilnahmen seit dem ersten Turnier 1991 in China.
Enttäuschung für die Super Falcons
Die Nigerianerinnen, die den Wafcon bereits zehnmal gewonnen haben und als Titelverteidigerinnen angereist waren, enttäuschten bereits in der Gruppenphase mit einer Niederlage gegen Malawi. Im Viertelfinale folgte dann das Aus gegen Kamerun. Da nur die vier Halbfinalisten des Turniers direkt für die WM qualifiziert sind, blieb den Super Falcons nur die Chance, über ein Entscheidungsspiel gegen Südafrika den Umweg über ein interkontinentales Play-off zu nehmen. Doch dieser Plan scheiterte in Casablanca.
Dramatische zweite Halbzeit
Nach einer torlosen ersten Halbzeit, die kaum Höhepunkte bot, entwickelte sich die zweite Halbzeit zu einem offenen Schlagabtausch. In der 56. Minute brachte Ronnel Donnelly mit einem exzellenten Pass aus der eigenen Hälfte Hildah Magaia auf die Reise, deren Flanke Thembi Kgatlana zum 1:0 verwertete. Nur fünf Minuten später parierte Nigerias Torhüterin Chiamaka Nnadozie einen weiteren Versuch von Kgatlana glänzend. Auf der Gegenseite rettete Südafrikas Schlussfrau Kaylin Swart mit einer akrobatischen Parade gegen Uchenna Kanus Kopfball.
In der 77. Minute erhöhte Refiloe Jane auf 2:0, wobei ihr Schuss durch eine Abweichung von Christy Ucheibes Fuß den Weg ins Tor fand. Kurz darauf vergab Magaia die große Chance zum 3:0, als sie allein vor dem Tor scheiterte. In der Nachspielzeit wurde Jane jedoch zur tragischen Figur: Sie handelte im eigenen Sechzehner, als sie den Ball mit der Hand spielte, obwohl Torhüterin Swart bereits gut positioniert war. Der Videobeweis (VAR) erkannte den Handelfmeter, den Ucheibe in der 93. Minute zum 1:2 verwandelte. In der 97. Minute hatte Michelle Alozie den Ausgleich auf dem Fuß, doch Swart wehrte mit einer spektakulären Fußabwehr ab und sicherte ihrer Mannschaft den Sieg.
Oshoalas Zukunft ungewiss
Die sechsmalige afrikanische Fußballerin des Jahres, Asisat Oshoala, vergab in der ersten Halbzeit eine große Chance, als sie aus kurzer Distanz an Swart scheiterte. Kurz darauf wurde sie ausgewechselt. Angesichts ihres Alters von 31 Jahren stellt sich die Frage, ob dies ihr letzter Auftritt bei einem Wafcon war. Die Enttäuschung in Nigeria ist groß, denn die Super Falcons dominieren den afrikanischen Frauenfußball seit Jahrzehnten und haben den Kontinentalwettbewerb so oft gewonnen wie kein anderes Team.
Ghana trotzt Zahlungsstreit
Bereits am Donnerstag hatte sich Ghana für das interkontinentale Play-off qualifiziert. Die Black Queens drehten einen frühen Rückstand gegen die Elfenbeinküste und gewannen mit 2:1. Die Ivorerinnen waren durch einen Elfmeter von Ines Konan in der vierten Minute in Führung gegangen, nachdem Bernadette Kakounan von Princess Marfo gefoult worden war. Ghana glich in der 59. Minute durch ein Kopfballtor von Marfo aus, ehe Josephine Bonsu in der 72. Minute per Strafstoß den Siegtreffer erzielte. Auch hier war der VAR im Einsatz, da der Schiedsrichterin zunächst ein Handspiel der Ivorerin Aboa Yapo entgangen war.
Der Erfolg Ghanas kam nur einen Tag, nachdem die Spielerinnen öffentlich über ausstehende Zahlungen geklagt hatten. In einer Stellungnahme des Teams hieß es, dass Prämien für die Qualifikation, Gruppenspiele und Tagesgelder noch nicht ausgezahlt worden seien. Das Sportministerium Ghanas wies die Vorwürfe teilweise zurück. Sportminister Kofi Adams betonte, die Tagesgelder seien bereits beglichen worden. Ein Ministeriumssprecher erklärte zudem, die Siegprämie für den Gruppensieg gegen Kap Verde werde bearbeitet, und wies darauf hin, dass die Qualifikation für den Wafcon keine separate Prämie vorsehe.
Der Weg nach Brasilien
Südafrika und Ghana treffen nun in einem Sechs-Länder-Turnier im November und Dezember aufeinander, an dem auch Usbekistan, Chinese Taipei, Papua-Neuguinea und Ecuador teilnehmen. Die beiden besten Teams dieser Gruppe qualifizieren sich für ein finales interkontinentales Play-off im Februar, bei dem drei weitere Mannschaften ihr Ticket für die WM in Brasilien lösen können. Für Südafrika, das den Wafcon 2022 gewann, ist dies die Chance, sich zum zweiten Mal in Folge für die WM zu qualifizieren. Ghana hingegen strebt die erste WM-Teilnahme seit 2007 an.
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