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Festhalten oder wechseln? Rashford und Guehi sind Tuchels große DilemmataNach dem 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien steht Englands Trainer Thomas Tuchel vor schwierigen Personalentscheidungen. Soll er in der Abwehr auf Marc Guehi setzen und im Angriff Marcus Rashford von Beginn an bringen?/images/de/2026/06/festhalten-oder-wechseln-rashford-und-guehi-sind-tuchels-grosse-dilemmata-cfd3eb81-800w.webpFesthalten oder wechseln? Rashford und Guehi sind Tuchels große Dilemmata

Festhalten oder wechseln? Rashford und Guehi sind Tuchels große Dilemmata

Aktualisiert 3 min read
Thomas Tuchel an der Seitenlinie, nachdenklich mit verschränkten Armen, während Marcus Rashford und Marc Guehi im Hintergrund auf dem Spielfeld

Kurzüberblick

Nach dem 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien steht Englands Trainer Thomas Tuchel vor schwierigen Personalentscheidungen. Soll er in der Abwehr auf Marc Guehi setzen und im Angriff Marcus Rashford von Beginn an bringen?

Englands offensiver Spielstil beim 4:2-Auftaktsieg gegen Kroatien in Dallas sorgte für Begeisterung, ließ Cheftrainer Thomas Tuchel jedoch mit einigen Fragezeichen zurück. Die Mannschaft wirkte in der Defensive anfällig, nachdem Tuchel Aston Villas Ezri Konsa anstelle von Manchester Citys Marc Guehi an der Seite von John Stones aufgeboten hatte. Im Angriff erzielte der eingewechselte Marcus Rashford den letzten Treffer, nachdem er den neuen Barcelona-Zugang Anthony Gordon ersetzt hatte, der auf dem linken Flügel starten durfte.

Die Abwehrfrage: Guehi statt Konsa?

Tuchels Entscheidung, Konsa zu nominieren und Guehi draußen zu lassen, sorgte für Verwunderung. Ein Blick auf die Aufstellungen des Deutschen seit der Übernahme von Sir Gareth Southgate zeigt jedoch, dass dies keine Überraschung war. Von Englands 15 Spielen unter Tuchel begann Konsa zehnmal – nur Torhüter Jordan Pickford und Kapitän Harry Kane (je 12 Starts) waren häufiger dabei. Mit 933 Minuten liegt Konsa auch in der Spielzeit hinter Pickford (1.008) und Kane (938) auf Rang drei. Guehi hingegen startete nur siebenmal und kam auf 504 Minuten. Zudem war Tuchel bei Chelsea Trainer, als der 25-Jährige im Juli 2021 an Crystal Palace verkauft wurde.

Konsa zeigte Unsicherheiten und war beim zweiten kroatischen Ausgleich durch Petar Musa positionsschwach, doch Tuchel schätzt seine physischen und fußballerischen Qualitäten sehr. Das Vertrauen in den 32-jährigen Stones, der in der vergangenen Saison nur fünf Premier-League-Spiele bestritt, bevor er Manchester City verließ, deutet darauf hin, dass der Kampf um den Platz an seiner Seite zwischen Konsa und Guehi ausgetragen wird.

Der frühere englische Stürmer Chris Sutton plädiert dafür, dass Tuchel auf ein Duo Konsa/Guehi setzen sollte, anstatt auf Stones zu vertrauen. „Warum wird über Guehi für Konsa diskutiert und nicht über Stones?“, fragte Sutton bei BBC Sport. „Ich würde Guehi und Konsa bringen, weil sie die besten Verteidiger sind. John Stones war ein großartiger Spieler, aber er hat noch nicht einmal einen Verein für die nächste Saison. Stones besitzt nicht mehr die Athletik der anderen beiden. Sobald England die Gruppe verlässt, braucht man die besten Verteidiger gegen die besten Angreifer. Konsa und Guehi sind in Eins-gegen-Eins-Situationen besser als Stones.“

Paul Robinson, ehemaliger englischer Nationaltorhüter und BBC-Analyst, glaubt, dass Tuchel Veränderungen vornehmen wird – aber aus Kader-Management-Gründen, nicht wegen defensiver Schwächen. „Die Abwehr wirkte nervös, aber Kroatien ist Weltranglisten-Elfter und hat England in der Vergangenheit Probleme bereitet. Es waren keine individuellen Fehler, sondern kollektive. Tuchel kann daran im Training arbeiten. Viele kritisieren vorschnell, aber England hat zum ersten Mal seit langer Zeit seine Stärken ausgespielt, statt die Schwächen zu kaschieren. Das hat mir gefallen.“

Robinson ergänzte: „Vor sechs Monaten hieß es Guehi und ein anderer, aber Stones genießt das Vertrauen des Trainers. Er ist einer seiner Führungsspieler. Drei in zwei zu pressen, ist schwierig, aber ich habe kein Problem mit Tuchels Wahl.“

Der Angriffsflügel: Rashford oder Gordon?

Rashford machte mit einem 18-minütigen Kurzeinsatz gegen Kroatien ein starkes Argument für einen Startelfplatz gegen Ghana. Er ersetzte Gordon, der in Dallas einen ruhigen Tag erlebte. Die beiden konkurrierten bereits vor dem Turnier um den Platz auf der linken Seite. Rashford überzeugte im Testspielsieg gegen Neuseeland, während Gordon sich mit einem Tor und einer Vorlage gegen Costa Rica empfahl.

Die Nebenhandlung spielt sich in Katalonien ab: Rashford war in der abgelaufenen Saison an Barcelona ausgeliehen und wartet auf eine Entscheidung über seine Zukunft. Barcelona zahlte derweil 69,3 Millionen Pfund für Gordon an Newcastle United. Gordon kam jedoch zuletzt kaum zum Einsatz, da Newcastle-Trainer Eddie Howe ihn nach dem feststehenden Abgang nicht mehr berücksichtigte. In der BBC-Sport-Spielerbewertung für das Kroatien-Spiel erhielt Gordon mit 5,54 von 10 Punkten die schlechteste Note.

Sutton meint: „Es wird ein Turnier des Kaders. Auf der linken Seite würde ich Rashford den Vorzug geben. Gordons Form hat zum Saisonende nachgelassen, er spielte wenig und wirkt nicht auf dem Niveau. Rashford hat sein Tor gut gemacht und sah stark aus. Es ist knapp, aber ich würde Rashford eine Chance geben.“

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