Argentinien erster WM-Finalist ohne Torschuss in 90 Minuten

Kurzüberblick
Argentinien stellte im WM-Finale 2022 einen ungewollten Rekord auf: Kein einziger Torschuss in der regulären Spielzeit. Erst in der Verlängerung gelang ein Versuch.
Im WM-Finale 2022 zwischen Argentinien und Frankreich schrieb die argentinische Nationalmannschaft Fußballgeschichte – jedoch nicht auf die gewünschte Weise. Die Mannschaft von Trainer Lionel Scaloni wurde der erste Finalist in der Geschichte der FIFA-Weltmeisterschaft, der in der regulären Spielzeit von 90 Minuten keinen einzigen Torschuss abgeben konnte. Dieser statistische Negativrekord unterstreicht die taktische Dominanz Frankreichs in der ersten Hälfte des Spiels.
Ein historisches Defizit im Angriffsspiel
Während der gesamten ersten Halbzeit und auch nach der Pause bis zum Abpfiff der regulären Spielzeit gelang es Argentinien nicht, einen Schuss auf das Tor von Frankreichs Keeper Hugo Lloris abzugeben. Erst in der Verlängerung, als Lionel Messi in der 108. Minute traf, verbuchte Argentinien seinen ersten Torschuss. Dieser Treffer war zugleich der erste Schuss aufs Tor der Südamerikaner im gesamten Spiel. Die Statistik zeigt, wie sehr Frankreich das Mittelfeld kontrollierte und Argentiniens Angriffsbemühungen im Keim erstickte.
Vergleich mit früheren Finalisten
In der Geschichte der Weltmeisterschaften gab es zuvor noch nie einen Finalisten, der in der regulären Spielzeit ohne Torschuss blieb. Selbst in defensiv geprägten Endspielen wie 1994 (Brasilien gegen Italien) oder 1990 (Deutschland gegen Argentinien) gelangen beiden Teams zumindest einige Versuche. Argentiniens Leistung im Finale 2022 stellt daher eine außergewöhnliche statistische Anomalie dar.
Taktische Analyse und Auswirkungen
Frankreichs Trainer Didier Deschamps setzte auf eine aggressive Pressingstrategie, die Argentiniens Spielaufbau früh störte. Die französische Defensive um Raphael Varane und Dayot Upamecano ließ kaum Räume für Argentiniens Stürmer wie Lautaro Martínez oder Ángel Di María. Zudem blieb Mittelfeldregisseur Lionel Messi lange Zeit blass, da er von mehreren Gegenspielern doppelt gedeckt wurde. Erst in der Verlängerung, als Frankreichs Kräfte nachließen, fand Argentinien offensiv besser ins Spiel.
Trotz dieser historischen Schwäche in der regulären Spielzeit gewann Argentinien das Finale im Elfmeterschießen mit 4:2 und sicherte sich den dritten WM-Titel. Der ungewollte Rekord bleibt jedoch eine kuriose Randnotiz in einem ansonsten triumphalen Turnierverlauf für die Albiceleste.
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