Mike Stump: U-20-WM wäre riesig für Panama

Kurzüberblick
Panamas U-20-Trainer Mike Stump spricht über die Vorbereitung auf die Concacaf-Meisterschaft, die Bedeutung der WM-Teilnahme und seine Erfahrungen bei der U-17-WM 2023 in Indonesien. Ein Erfolg in Mexiko könnte den jungen Spielern neue Türen öffnen.
Es ist keine Übertreibung zu sagen, dass der panamaische Fußball eine seiner besten Phasen erlebt. Die A-Nationalmannschaft hat sich bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026™ mit einer kämpferischen Leistung einen Namen gemacht und sich als Spitzenteam in Zentralamerika etabliert. Diese Dynamik setzt sich auch auf der Jugendebene fort: Die U-20-Auswahl Panamas nahm an der FIFA-U-20-Weltmeisterschaft Chile 2025™ teil und strebt nun die achte Teilnahme am globalen Turnier an – über die Concacaf-U-20-Meisterschaft 2026, die vier Plätze für die WM in Aserbaidschan/Usbekistan 2027 vergibt.
Ein Trainer mit besonderem Hintergrund
Mike Stump, der bereits bei der FIFA-U-17-Weltmeisterschaft Indonesien 2023™ an der Seitenlinie stand, führt die jungen Kanaleros in dieser Woche beim Qualifikationsturnier in Mexiko an. Geboren in Chicago als Sohn einer panamaischen Mutter und eines amerikanischen Vaters, verbrachte Stump den Großteil seines Lebens in dem zentralamerikanischen Land. Gegenüber der FIFA betont er, dass seine Mannschaft bereit sei, den nächsten Schritt auf der internationalen Bühne zu machen.
Herausforderungen der Höhenlage
„Ich hatte nicht geahnt, wie anstrengend die Höhenlage ist“, sagt Stump lachend. „Ich bin froh, dass wir diese zusätzlichen Tage hatten, denn als wir ankamen, haben wir gar nichts gemacht. Am nächsten Tag hatten wir eine Einheit und ich konnte es nicht fassen. Es war brutal. Ich dachte mir: ‚Mein Gott, wie viele Tage dauert es, bis wir dieses Team wirklich laufen sehen?‘ Aber am vierten Tag ging es uns schon viel besser.“ Die Vorbereitung sei insgesamt gut verlaufen: „Das Hotel, der Ort – alles ist großartig. Als der endgültige Kader bekannt gegeben wurde, herrschte eine andere Stimmung im Training. Alle sind glücklich. Das Training war lebendig. Wir werden bereit sein zu spielen.“
Kampfgeist und schnelle Entwicklung
Was Stump an seiner Mannschaft besonders beeindruckt, ist ihr unbändiger Wille: „Ihr Verlangen, ständig zu laufen, hart zu spielen und zu gewinnen. Sie kämpfen, und das war für mich zunächst eine Überraschung, weil ich nicht viel Zeit hatte, das Team zusammenzustellen. Wir arbeiten erst seit zweieinhalb Monaten zusammen. Wir kannten die Spieler aus der Vergangenheit und konnten darauf aufbauen, aber wir mussten das Ganze schnell auf die Beine stellen. Wir sind in die Türkei gereist, um Testspiele zu bestreiten, und fragten uns, ob wir mithalten könnten. Im ersten Spiel dachte ich: ‚Heiliger Strohsack, die Jungs sind echt gut!‘ Wir haben dort vier Spiele gemacht und uns gut geschlagen. Jetzt bereiten wir uns hier in Mexiko mit weiteren Partien vor. Wir messen uns mit starken Gegnern und schlagen uns gut. Es ist vielversprechend. Wir haben nicht viele Siege eingefahren, aber wir verlieren auch nicht.“
Starke Gegner in der Gruppe
Die Konkurrenz in der Qualifikation ist hoch. „Kanada hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, weil ihr A-Nationaltrainer [Jesse Marsch] die U-20 betreuen wird. Das wurde gerade bekannt gegeben, also müssen wir jetzt analysieren, wie er spielen lässt. Das ändert die Situation, und wir müssen Kanada neu einschätzen. Jamaika ist immer ein harter Brocken, und gegen Honduras ist ein sehr körperbetontes Spiel zu erwarten.“
Die Bedeutung der Weltmeisterschaft
Für Stump steht außer Frage, was eine erneute WM-Teilnahme für seine Spieler bedeuten würde: „Es wäre riesig für uns. Die panamaische Liga wird zwar besser, aber sie bietet nicht die Gehälter, die einige dieser Talente im Ausland verdienen könnten. Deshalb ist die Weltmeisterschaft für uns das wichtigste Fenster. Es geht um die Zukunft dieser Jungs – dafür tun wir das. Die WM hilft enorm, unsere Spieler ins Rampenlicht zu rücken. Das ist riesig für uns.“
Erfahrungen aus Indonesien 2023
Stump blickt auf seine Zeit bei der U-17-WM in Indonesien zurück: „Das war die großartigste Erfahrung für mich und die Jungs, weil sie dort wirklich gereift sind. Acht dieser Spieler sind heute Profis und spielen außerhalb Panamas. Genau das war unsere Gruppe. Die Erfahrung war fantastisch. Wir spielten gegen Ecuador, wir spielten unentschieden gegen den Gastgeber. Das erste Spiel gegen Marokko verloren wir, weil wir in der ersten Halbzeit wohl etwas nervös waren. Aber in der zweiten Halbzeit waren wir besser. Wir hätten fast den Ausgleich erzielt, aber es hat nicht geklappt.“ Diese Erfahrung hilft ihm nun bei der Arbeit mit der U-20: „Meine Erfahrung mit den jüngeren Spielern hilft mir zu verstehen, wie die panamaische Mentalität im Wettbewerb ist. Sie wollen spielen. Sie wollen kämpfen. Sie schrecken vor niemandem zurück. Und die WM hat gezeigt, was sich hier über die Jahre entwickelt hat. Was die A-Nationalmannschaft mit gutem Training und guter Organisation geleistet hat, war großartig. Das war eine schwere Gruppe, es gab wenig Spielraum. Ich war sehr stolz und sehr glücklich für sie.“
Bilder mit freundlicher Genehmigung der FEPAFUT
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