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Bronze erklärt ungewöhnliche VertragsverlängerungLucy Bronze hat ihren Vertrag beim FC Chelsea um ein Jahr verlängert – ungewöhnlich für die England-Legende, die sonst oft ablösefrei wechselte. Nach einer enttäuschenden Saison erklärt sie ihre Entscheidung und blickt auf die WM 2027 in Brasilien.

Bronze erklärt ungewöhnliche Vertragsverlängerung

Aktualisiert 4 min read

Kurzüberblick

Lucy Bronze hat ihren Vertrag beim FC Chelsea um ein Jahr verlängert – ungewöhnlich für die England-Legende, die sonst oft ablösefrei wechselte. Nach einer enttäuschenden Saison erklärt sie ihre Entscheidung und blickt auf die WM 2027 in Brasilien.

Lucy Bronze ist nicht unbedingt für Vertragsverlängerungen bekannt. Die englische Fußball-Legende hat für einige der größten Klubs Europas gespielt und ihre Verträge meist auslaufen lassen, um sich neuen Herausforderungen zu stellen. Manchester City (zweimal), Olympique Lyon und der FC Barcelona – alle haben sie ziehen lassen, wenn ihr Vertrag endete, stets mit mehr Medaillen und Erinnerungen im Gepäck und dem Blick auf die nächste Aufgabe.

Doch in diesem Sommer entschied sich die 34-Jährige anders: Nachdem ihr Vertrag beim FC Chelsea am Ende der schwächsten Saison des Klubs seit sieben Jahren auslief, unterschrieb sie für weitere zwölf Monate. Eine Entscheidung, die sie nun ausführlich begründet hat.

Eine ungewöhnliche Entscheidung

„Wohin gehst du? Wo verbesserst du dich? Wo gewinnst du? Die Optionen sind wirklich endlos“, sagte Bronze. „Man sieht Leute, die einen falschen Schritt machen. Ich bin bei meinen Entscheidungen immer sehr klar – ich bin sehr eigensinnig. Ich fühle mich hier in der Gegend zu Hause und bin so angekommen.“

„Selbst wenn es im Moment nicht das perfekte Ding ist, werde ich das Beste daraus machen.“

Die Rechtsverteidigerin, die 2014 erstmals für England debütierte und 2023 mit den Lionesses das Finale der Weltmeisterschaft erreichte, hat in ihrer Karriere zahlreiche Titel gewonnen, darunter die Champions League mit Lyon (2019, 2020) und Barcelona (2023). Bei Chelsea unterschrieb sie 2024 einen Vertrag, der nun bis 2027 verlängert wurde.

Eine Saison zum Vergessen

Vor zwölf Monaten hatte Chelsea gerade die beste Saison der Vereinsgeschichte hinter sich: ein nationales Triple und eine ungeschlagene Saison in der Women's Super League (WSL), die den sechsten Meistertitel in Folge bedeutete. Bei der anschließenden Europameisterschaft war Bronze maßgeblich am Titelgewinn Englands beteiligt, obwohl sie am Vorabend des Turniers einen Schienbeinbruch erlitten hatte und dennoch jedes Spiel bestritt.

Doch die Saison 2025/26 verlief anders als erwartet. Chelsea besiegte am ersten Spieltag den späteren Meister Manchester City und gewann die ersten vier Spiele – doch das war das Beste, was Sonia Bompastors Team zu bieten hatte. Im Dezember beendete Everton Chelseas Serie von 34 ungeschlagenen WSL-Spielen, und Chelsea erholte sich nicht mehr. Am Ende stand Platz drei, und im Viertelfinale der Champions League war gegen Arsenal Schluss. Immerhin konnte der League Cup verteidigt werden.

Für Bronze, die in ihrer glanzvollen Karriere selten mit einer solchen Platzierung konfrontiert war, war das ungewohnt – doch ihre Entscheidung zur Vertragsverlängerung hat sie davon nicht abhängig gemacht.

Eine neue Rolle im Team

„Ich werde die Gelegenheit bestmöglich nutzen, sei es, um eine bessere Spielerin zu werden, Titel zu gewinnen oder Sprachen zu lernen“, sagte Bronze. „Jetzt bin ich eine der Ältesten im Team, und es gibt viele junge Spielerinnen. Ich habe eine wirklich gute Rolle in einem Klub gefunden, in dem ich mich wohlfühle.“

Diese Rolle scheint auch eine mentoriell zu sein: Mit Spielerinnen wie Lauren James, die ebenfalls im Kader steht, und der jungen Abwehrspielerin Naomi Girma, die von den USA kam, hat Bronze eine Führungsposition inne, die über das Spielfeld hinausgeht.

Ein Sommer voller Eindrücke

Obwohl es für Bronze in diesem Sommer kein internationales Turnier gab, war ihr Terminkalender voll. Eine Mädchenschule in Devon, eine Hochzeit in Alicante, ein Besuch des WM-Finales der Männer in New Jersey und eine aufschlussreiche Reise nach Bogotá, der Hauptstadt Kolumbiens, prägten ihre Zeit.

„Ich habe dort einen ganzen Tag mit Flüchtlingen verbracht“, erzählte sie über den Bogotá-Besuch. „Diese Kinder machen das Beste aus allem. Wir mussten eine Genehmigung einholen, um auf der Straße zu sein, und dort war ein Mädchen, das mit all den Jungen auf einem schrecklichen kleinen Platz in der Innenstadt spielte, umgeben von allerlei Geschehen.“

„Ich konnte ihr das Trikot von [Chelsea-Verteidigerin] Naomi Girma geben – einer der Kapitäninnen der USA. Ich zeigte ihr Fotos von Naomi, die es trug, und sagte, dass ihre Eltern ebenfalls Flüchtlinge seien. Es war unglaublich.“

Obwohl sie auf ihrer Reise einen kleinen Unterschied machen konnte, wollte Bronze mehr tun: „Ich hatte das Gefühl, nicht genug gegeben zu haben.“

Blick auf die WM 2027

Sie plant, im nächsten Sommer nach Südamerika zurückzukehren – vorausgesetzt, England qualifiziert sich über zwei Playoff-Runden im Herbst für die Frauen-Weltmeisterschaft, die Brasilien ausrichten wird. Bronze, die 2023 im Finale gegen Spanien auf der Verliererseite stand, ist in diesem Jahr auf Platz drei der ewigen Rekordliste der Lionesses aufgestiegen.

„Jeder weiß, dass es für mich das Größte ist, für England zu spielen“, sagte Bronze. „Jede Erfahrung, die ich bei einer Weltmeisterschaft gemacht habe, war einfach phänomenal – es waren die besten Momente meiner Karriere. Ich will sie einfach mit England gewinnen.“

Die Qualifikation ist für sie und das Team oberste Priorität in dieser Saison. Die Playoffs im Herbst werden entscheiden, ob England die Reise nach Brasilien antreten kann – und ob Bronze die Chance bekommt, sich ihren größten Traum zu erfüllen.

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