Oshoala belebt Nigerias WM-Traum wieder

Kurzüberblick
Nigeria besiegt Sambia 1:0 und wahrt seine Chancen auf die Frauen-WM 2027. Trotz Platzverweises für Oluwatosin Demehin hält die Mannschaft den Sieg fest. Nun entscheidet das letzte Gruppenspiel gegen Ägypten.
Nigerias Frauen-Nationalteam hat mit einem nervenaufreibenden 1:0-Sieg gegen Sambia bei der Frauen-Afrikameisterschaft (Wafcon) in Marokko seine Hoffnungen auf die Teilnahme an der Frauen-Weltmeisterschaft 2027 wiederbelebt. Dabei musste die Mannschaft in der zweiten Halbzeit in Unterzahl spielen, nachdem eine Spielerin kurz vor der Pause die Rote Karte gesehen hatte.
Ein Turnier mit doppelter Bedeutung
Die laufende Afrikameisterschaft in Marokko dient gleichzeitig als Qualifikationsturnier für die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in Brasilien. Die vier Halbfinalisten des Kontinentalturniers sichern sich direkt ein Ticket für das globale Turnier. Die unterlegenen Viertelfinalisten haben dagegen die Möglichkeit, über die interkontinentalen Playoffs noch einen Startplatz zu ergattern.
Nigeria stand vor der Partie am Samstag in der Gruppe C gegen die Copper Queens aus Sambia bereits mit dem Rücken zur Wand. Nach einer überraschenden 2:3-Niederlage gegen den Turnierneuling Malawi zum Auftakt am Dienstag drohte dem zehnmaligen Afrikameister das frühe Aus.
Oshoala bringt Nigeria früh in Führung
Die Westafrikanerinnen starteten jedoch druckvoll und gingen bereits in der achten Minute in Führung. Stürmerin Asisat Oshoala traf zur frühen 1:0-Führung, als ihr erster Schuss von Sambias Torhüterin Hazel Nali abgewehrt wurde, der Ball aber von ihrem rechten Oberschenkel ins Tor prallte. Es war ein typisches Tor der sechsmaligen afrikanischen Fußballerin des Jahres, die einmal mehr zur entscheidenden Spielerin für ihr Team wurde.
Platzverweis sorgt für Spannung
Doch die Freude über die Führung währte nicht lange. Fünf Minuten vor dem Pausenpfiff musste Nigeria einen schweren Rückschlag hinnehmen: Innenverteidigerin Oluwatosin Demehin wurde nach Ansicht des Video-Assistenten (VAR) des Feldes verwiesen. Die Schiedsrichterin Josphine Wanjiku hatte zunächst nur Gelb gezeigt, änderte ihre Entscheidung jedoch nach dem Videostudium. Demehin hatte Sambias Stürmerin Barbra Banda zu Fall gebracht, und die Unparteiische wertete dies als Notbremse, da sie Demehin als letzte Verteidigerin ansah – obwohl die Fernsehbilder zeigten, dass Nigerias Mitspielerin Rofiat Imuran in einer absichernden Position stand.
Trotz der numerischen Überlegenheit gelang es Sambia nicht, den Druck in Tore umzumünzen. Die größte Chance vergab Racheal Kundananji, deren Fernschuss aus der Distanz von Nigerias Torhüterin Chiamaka Nnadozie über die Latte gelenkt wurde. Auch Barbra Banda, einst die teuerste afrikanische Spielerin, blieb nach der Pause blass. In der Nachspielzeit hatte Sambia noch eine letzte Gelegenheit, doch Grace Chanda schoss aus kurzer Distanz über das Tor.
Nigerias WM-Geschichte und die Ausgangslage
Nigeria, das bei jeder Frauen-Weltmeisterschaft dabei war und 1999 das Viertelfinale erreichte, steht erneut in der Pflicht. Bei den letzten beiden Turnieren schaffte es das Team jeweils ins Achtelfinale. Nun hofft die Mannschaft, diese Serie auch 2027 fortzusetzen.
Mit dem Sieg zog Nigeria in der Gruppe C mit Sambia gleich – beide Teams haben nun drei Punkte. Überraschungsteam Malawi führt die Gruppe mit sechs Punkten an, nachdem es am Samstag zuvor Ägypten mit 3:1 besiegt hatte. Am Mittwoch kommt es in der letzten Gruppenrunde zu den entscheidenden Partien: Nigeria trifft auf Ägypten, während Sambia gegen Malawi spielt.
Blick auf die anderen Gruppen
Neben der Gruppe C gibt es auch in anderen Gruppen brisante Entwicklungen. Gastgeber Marokko hat sich bereits vorzeitig für das Viertelfinale qualifiziert und hat noch ein Spiel in der Gruppenphase vor sich. Südafrika dagegen droht die Qualifikation für die Frauen-WM zu verpassen: Der Titelverteidiger von 2022 hat aus den ersten beiden Spielen in der Gruppe B nur einen Punkt geholt. Um zu überleben, muss Südafrika am Dienstag gegen Burkina Faso gewinnen und gleichzeitig hoffen, dass die Elfenbeinküste Tansania besiegt.
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