Korka Fall über Senegals WM-Träume: „Wir sind in eine andere Dimension vorgestoßen“

Kurzüberblick
Senegal-Stürmerin Korka Fall spricht vor ihrem vierten Afrika-Cup über die Ambitionen der Löwinnen von Teranga. Das Team will erstmals ins Halbfinale einziehen und sich für die FIFA Frauen-WM 2027 in Brasilien qualifizieren.
Vor ihrer vierten Teilnahme am Frauen-Afrika-Cup (WAFCON) hat Korka Fall, Stürmerin des französischen Zweitligisten SM Caen, über die Ziele der senegalesischen Nationalmannschaft gesprochen. Die Löwinnen von Teranga streben beim Turnier in Marokko (26. Juli bis 16. August) nicht weniger an als den erstmaligen Einzug ins Halbfinale und damit die erste Qualifikation für eine FIFA Frauen-Weltmeisterschaft – 2027 in Brasilien.
Der Traum vom Halbfinale
„Das Ziel bleibt dasselbe: unter die letzten Vier zu kommen“, sagte Fall gegenüber der FIFA. Senegal mag nicht zu den Topfavoriten des Turniers zählen, doch die 32-Jährige sieht gerade in der Außenseiterrolle eine Chance. „Wir gehen als Underdogs in dieses Turnier“, betonte sie. Diese Rolle, so die Hoffnung, werde dem Team erlauben, mit Freiheit, Entschlossenheit und Überzeugung aufzutreten.
Dieser Glaube gründet auf einer stetigen Entwicklung in den vergangenen Jahren. Nachdem Senegal 2022 nach zehnjähriger Abwesenheit zur WAFCON zurückgekehrt war, verpasste die Mannschaft nur knapp den Halbfinaleinzug und damit die automatische Qualifikation für die FIFA Frauen-WM 2023. Im Viertelfinale unterlag Senegal Sambia nach einem 1:1 nach Verlängerung mit 2:4 im Elfmeterschießen. Zwei Jahre später erreichte das Team erneut das Viertelfinale, diesmal scheiterte es nach einem torlosen Unentschieden mit 1:4 im Elfmeterschießen am amtierenden Meister Südafrika.
Beide Niederlagen waren schmerzhaft, doch sie belegten zugleich den Fortschritt Senegals. Eine Mannschaft, die seit 1991 nur zwei Endrunden bestritten hatte – beide Male war in der Gruppenphase Schluss –, begann nun, Afrikas Spitzenteams im K.o.-System herauszufordern.
Reifeprozess einer Mannschaft
Die beiden Viertelfinal-Niederlagen schürten Frustration, stärkten aber auch die Überzeugung, dass Senegal dem Durchbruch immer näher kommt. Fall führt das Scheitern von 2022 vor allem auf mangelnde Erfahrung zurück. „Es war unser erster Auftritt auf diesem Wettbewerbsniveau. Uns fehlte einfach die Erfahrung.“ Seither sei der Kader gereift. „Das Team hat sich in eine andere Dimension entwickelt. Wir haben uns technisch, physisch und mental stark verbessert. Zudem sind viele junge Spielerinnen dazugestoßen.“ Senegal kann nun auf eine Mischung aus der Routine der erfahrenen Kräfte und der Energie einer neuen Generation bauen, die unter günstigeren Bedingungen aufwächst als ihre Vorgängerinnen.
Fall hat auch einen tiefgreifenden Wandel im Frauenfußball Senegals und ganz Afrikas miterlebt. Die lange vernachlässigte Sportart erfährt zunehmend Anerkennung. „In den letzten sechs Jahren habe ich echte Fortschritte gesehen, besonders in Senegal. Viele meiner Teamkolleginnen spielen jetzt im Ausland, worauf ich stolz bin.“
Persönlicher Meilenstein
Für die Kapitänin hat die bevorstehende WAFCON auch eine persönliche Bedeutung. Nach mehr als 13 Jahren im Nationalteam weiß Fall, dass sich die Gelegenheiten, ihren Lebenstraum zu verwirklichen, allmählich verringern. „Bei einer Weltmeisterschaft zu spielen, wäre ein Traum – für mich und für die gesamte Mannschaft.“
Fall kennt die schmalen Margen des Erfolgs bereits. Beim Play-off-Turnier für die WM 2023 in Neuseeland endeten Senegals Hoffnungen mit einer 0:4-Niederlage gegen Haiti. Die Löwinnen von Teranga wollen sich nicht länger mit Lob für ihre Fortschritte oder ihre Fähigkeit, Afrikas Spitzenteams zu fordern, begnügen. Nach zwei aufeinanderfolgenden Viertelfinal-Ausgängen sind sie entschlossen, Potenzial in Ergebnisse umzumünzen. Ein Platz unter den letzten Vier wäre nicht nur ein historischer Erfolg und der Höhepunkt einer ganzen Generation, sondern auch der Beginn eines neuen Kapitels, in dem Senegal endlich seinen Platz auf der Weltbühne einnehmen kann.
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