Quansah und James verpassen Englands Training – Rechtsverteidiger-Not wächst

Kurzüberblick
Jarell Quansah und Reece James haben das Training der englischen Nationalmannschaft verpasst, was die Personalsorgen auf der Rechtsverteidigerposition vor dem WM-Achtelfinale gegen die DR Kongo verschärft.
Die englische Nationalmannschaft muss vor dem Achtelfinale der Weltmeisterschaft gegen die Demokratische Republik Kongo am Mittwoch erneut personelle Ausfälle auf der Rechtsverteidigerposition verkraften. Jarell Quansah und Reece James verpassten das Training des Teams, wie der englische Fußballverband am Montag mitteilte. Damit wachsen die Sorgen von Teammanager Thomas Tuchel, der bereits vor dem Turnier mit Verletzungen in dieser Schlüsselposition zu kämpfen hatte.
Verletzungsserie auf der rechten Abwehrseite
Quansah, der zuvor für Bayer Leverkusen spielte und nun bei einem anderen Verein unter Vertrag steht, zog sich im letzten Gruppenspiel gegen Panama am Samstag eine Bänderdehnung im Knöchel zu. Der 22-Jährige musste in der 63. Minute ausgewechselt werden; für ihn kam Djed Spence ins Spiel. England gewann die Partie mit 2:0 und sicherte sich damit den Gruppensieg. Für Quansah war es das erste WM-Spiel seiner Karriere – ein Debüt, das nun von einer Verletzung überschattet wird.
Bereits zuvor war Chelsea-Verteidiger Reece James mit einer Oberschenkelverletzung ausgefallen, die er sich im zweiten Gruppenspiel gegen Ghana (0:0) zugezogen hatte. James hatte in dieser Partie noch über die volle Distanz gespielt, klagte jedoch anschließend über Probleme. Tuchel hatte vor dem Turnier angedeutet, dass James möglicherweise rechtzeitig für das Achtelfinale fit werden könnte. Da der 25-Jährige jedoch weiterhin nicht am Mannschaftstraining teilnehmen kann, ist ein Einsatz gegen die DR Kongo höchst unwahrscheinlich.
Weitere Ausfälle und personelle Engpässe
Die Verletzungsmisere auf der rechten Abwehrseite begann bereits vor dem Turnier. Newcastle-United-Verteidiger Tino Livramento musste am Vorabend des ersten Gruppenspiels wegen einer Wadenverletzung aus dem Kader gestrichen werden. Als Ersatz wurde Trevoh Chalobah nachnominiert, den Tuchel jedoch primär als Innenverteidiger sieht. „Chalobah ist für die Innenverteidigung eingeplant“, stellte der deutsche Trainer klar. „Für die Außenpositionen haben wir Quansah und Spence.“
Durch die Ausfälle von Quansah und James bleibt Tuchel nun nur noch Djed Spence als gelernter Rechtsverteidiger. Der 25-Jährige, der in der vergangenen Saison bei Tottenham Hotspur vorwiegend auf der linken Seite eingesetzt wurde, kam in den bisherigen Turnierspielen bereits auf verschiedenen Positionen zum Einsatz. Im Auftaktspiel gegen Kroatien (2:1) spielte er die letzten zehn Minuten als Linksverteidiger, gegen Ghana begann er ebenfalls links. Nach Quansahs Verletzung wechselte Tuchel ihn dann auf die rechte Seite.
Mögliche Alternativen für Tuchel
Neben Spence könnte Tuchel auch Aston Villas Ezri Konsa auf der rechten Abwehrseite einsetzen. Der 28-Jährige hat sich unter dem deutschen Trainer zu einem der wichtigsten Spieler entwickelt und stand in fast jedem Spiel seit Tuchels Amtsübernahme im Januar 2025 in der Startelf. Konsa gab sein England-Debüt bereits 2024 unter dem damaligen Trainer Gareth Southgate – ausgerechnet als Rechtsverteidiger gegen Brasilien. Southgate lobte damals seine Leistung, insbesondere im Duell mit Vinícius Júnior. Diese Erfahrung könnte Tuchel nun zugutekommen.
Eine weitere Option wäre Trent Alexander-Arnold von Real Madrid, der jedoch unter Tuchel an Bedeutung verloren hat. Der 26-Jährige kam aufgrund von Verletzungen nur einmal unter dem Deutschen zum Einsatz und wurde in der Vorbereitung auf das Turnier nicht berücksichtigt. Alexander-Arnold, der einst als einer der besten offensiven Außenverteidiger der Welt galt, ist in der Hackordnung der Nationalmannschaft deutlich zurückgefallen.
Kritik an der Kaderzusammenstellung
Die anhaltenden Verletzungsprobleme auf der rechten Abwehrseite haben erneut Diskussionen über die Kaderzusammenstellung entfacht. Kritiker werfen Tuchel vor, die Position nicht ausreichend abgesichert zu haben. Mit Livramento, James und nun Quansah sind drei nominelle Rechtsverteidiger ausgefallen – eine Häufung, die Fragen nach der Belastungssteuerung und der Kaderbreite aufwirft. Tuchel selbst hatte vor dem Turnier betont, dass er mit Quansah und Spence zwei flexible Spieler im Kader habe, die sowohl links als auch rechts eingesetzt werden können. Ob diese Flexibilität im Achtelfinale gegen die DR Kongo ausreicht, wird sich zeigen.
Das Spiel gegen die DR Kongo findet am Mittwoch statt. England geht als Gruppensieger in die Partie, muss aber aufgrund der personellen Probleme umstellen. Tuchel wird voraussichtlich am Dienstag auf der Pressekonferenz weitere Details zum personellen Stand bekannt geben.
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