Diego Forlán wird neuer Trainer von Uruguay

Kurzüberblick
Nach dem enttäuschenden Aus bei der WM 2026 übernimmt Legende Diego Forlán das Amt des Nationaltrainers von Uruguay. Der 47-Jährige wird auch die U-20-Auswahl betreuen und soll das Team zu neuen Erfolgen führen.
Nach dem enttäuschenden Vorrunden-Aus bei der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 hat der uruguayische Fußballverband die Weichen neu gestellt: Diego Forlán, einer der größten Spieler in der Geschichte des Landes, übernimmt das Amt des Nationaltrainers. Der 47-Jährige folgt auf Marcelo Bielsa, dessen Vertrag nach der verkorksten WM-Kampagne ausgelaufen war. Forlán wird nicht nur die A-Nationalmannschaft betreuen, sondern auch für die U-20-Auswahl verantwortlich zeichnen.
Eine Karriere voller Glanzlichter
Forlán, in Montevideo geboren, blickt auf eine außergewöhnliche Karriere als Spieler zurück. In 112 Länderspielen für Uruguay erzielte er 36 Tore, darunter sechs Treffer in zehn WM-Partien. Sein größter Moment war die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, als er mit Uruguay bis ins Halbfinale vordrang und dabei den adidas Golden Ball als bester Spieler des Turniers gewann – vor Wesley Sneijder und David Villa. Zudem wurde sein Tor zum Tor des Turniers gewählt.
Der adidas Goldene Ball wird bei jeder FIFA-Weltmeisterschaft an den besten Spieler vergeben. Die Zweit- und Drittplatzierten der Abstimmung erhalten den Silbernen bzw. Bronzenen Ball.
Auch bei der Copa América 2011 hinterließ Forlán seine Handschrift: Im Finale gegen Paraguay erzielte er zwei Tore und führte Uruguay zu einem 3:0-Sieg und dem 15. Kontinentalmeistertitel. Auf Vereinsebene spielte der flexible Offensivspieler, der sowohl als hängende Spitze als auch im Sturmzentrum agierte, für renommierte Klubs wie Manchester United, den FC Villarreal, Atlético Madrid und Inter Mailand.
Neue Aufgabe nach dem Karriereende
Nach seinem endgültigen Rücktritt vom aktiven Fußball im Jahr 2018 sammelte Forlán erste Trainererfahrung bei den uruguayischen Vereinen Peñarol und Atenas. Daneben widmete er sich seiner Leidenschaft für Tennis und trat 2024 beim ATP-Turnier in Montevideo an. Nun kehrt er auf die große Fußballbühne zurück – mit der Aufgabe, Uruguay wieder an die Weltspitze zu führen.
Herausforderungen und Perspektiven
Die Ausgangslage ist anspruchsvoll: Bei der WM 2026 in den USA, Kanada und Mexiko war Uruguay bereits in der Gruppenphase gescheitert, nachdem überraschende Unentschieden gegen Saudi-Arabien und Cabo Verde die Hoffnungen zunichtegemacht hatten. Nun richtet sich der Blick auf die Copa América 2028, bei der Uruguay nach 17 Jahren wieder den Titel holen will. Zudem ist das Land als Co-Gastgeber automatisch für die Weltmeisterschaft 2030 qualifiziert.
Für seine erste Amtszeit kann Forlán auf ein hochkarätiges Spielerpersonal zurückgreifen. Zu den Stars zählen Ronald Araújo (FC Barcelona), José María Giménez (Atlético Madrid), Federico Valverde (Real Madrid), Giorgian de Arrascaeta (Flamengo) und Darwin Núñez (Al-Hilal).
Doppelrolle mit der U-20
Parallel zur A-Nationalmannschaft soll Forlán auch die U-20-Auswahl betreuen, die sich für die FIFA-U-20-Weltmeisterschaft 2027 qualifizieren will, die in Aserbaidschan und Usbekistan stattfinden wird. Die südamerikanische Qualifikation ist für Anfang 2027 angesetzt. Uruguay hatte die U-20-WM 2023 gewonnen, verpasste jedoch die letzte Austragung. Forlán selbst wurde mit der U-20 bei der WM 1999 in Nigeria Vierter – bei einem Turnier, an dem auch spätere Weltstars wie Stephen Appiah, Esteban Cambiasso, Iker Casillas, Ashley Cole, Tim Howard, Robbie Keane, Seydou Keita, Rafael Márquez, Ronaldinho, Simão Sabrosa, Roque Santa Cruz und Xavi teilnahmen.
Die uruguayischen Fans dürfen gespannt sein, ob Forlán als Trainer an die Erfolge seiner aktiven Zeit anknüpfen kann. Seine Erfahrung, sein taktisches Verständnis und seine Identifikation mit dem Land machen ihn zu einer vielversprechenden Wahl für eine neue Ära des uruguayischen Fußballs.
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