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Europas Sternstunden bei der U-20-Frauen-WMDeutschlands goldener Lauf 2010 und Frankreichs Rekordsieg gegen Fidschi gehören zu den größten Momenten Europas bei der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft. Auch Spanien, England und Österreich schrieben Geschichte. Ein Rückblick auf die Glanzlichter des Kontinents./images/de/2026/08/europas-sternstunden-bei-der-u-20-frauen-wm-a5ed1622-800w.webpEuropas Sternstunden bei der U-20-Frauen-WM

Europas Sternstunden bei der U-20-Frauen-WM

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Jubelnde deutsche Spielerinnen mit Pokal und Konfettiregen im Stadion bei der U-20-Frauen-WM 2010. — latest news and analysis.

Kurzüberblick

Deutschlands goldener Lauf 2010 und Frankreichs Rekordsieg gegen Fidschi gehören zu den größten Momenten Europas bei der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft. Auch Spanien, England und Österreich schrieben Geschichte. Ein Rückblick auf die Glanzlichter des Kontinents.

Deutschlands goldenes Jahr 2010

Die U-20-Frauen-Weltmeisterschaft hat in ihrer Geschichte viele unvergessliche Momente erlebt – und Europa war dabei oft im Mittelpunkt. Besonders Deutschland sorgte 2010 für einen Höhepunkt, als die Mannschaft von Maren Meinert in überzeugender Manier ihren zweiten von insgesamt drei Titeln holte. Mit sechs Siegen in sechs Spielen zog das Team ins Finale ein, das in der Bielefelder Alm gegen Nigeria mit 2:0 gewonnen wurde – begleitet von einem Konfettiregen, der die Atmosphäre eines Sommer-Märchens perfekt machte.

Dieser Triumph war Teil einer beeindruckenden Serie: Zwölf Spiele in Folge blieb die deutsche Mannschaft ungeschlagen, eine Bestmarke, die bis heute Bestand hat. Diese Serie begann mit dem Sieg im Spiel um Platz drei 2008 und endete erst mit der Niederlage im Finale 2012. Die jungen Deutschen ließen sich von Rekordkulissen und einer elektrisierenden Stimmung tragen und schrieben ihre eigene Erfolgsgeschichte.

Schon im Auftaktspiel gegen Costa Rica zeigte die Mannschaft ihre Klasse und gewann mit 4:2 – eine Reminiszenz an den Auftaktsieg der deutschen Männer bei der Heim-WM 2006. Im Mittelfeld glänzten Dzsenifer Marozsan und Kim Kulig mit Selbstvertrauen und Spielintelligenz, doch die auffälligste Spielerin war Alexandra Popp. Sie traf in jedem der sechs Spiele, erzielte insgesamt zehn Tore und sicherte sich damit sowohl den adidas Goldenen Schuh als auch den adidas Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers.

Frankreichs Rekordabend in Kolumbien

Bei der Weltmeisterschaft 2024 in Kolumbien schrieb Frankreich Geschichte – und das innerhalb von nur 90 Minuten. Im letzten Gruppenspiel gegen Fidschi zeigte die Mannschaft von Sandrine Ringler von der ersten Minute an keine Gnade und gewann mit 11:0. Dieser Sieg war nicht nur der höchste in der Turniergeschichte, sondern auch das torreichste Spiel überhaupt. Liana Joseph steuerte vier Tore bei, während Dona Scannapieco und Melinda Mendy jeweils einen Doppelpack erzielten.

Die Rekorde waren eine schöne Zugabe, doch viel wichtiger war der damit verbundene Einzug in die K.o.-Runde. Da Kanada sein letztes Gruppenspiel gegen Brasilien verlor, konnte Frankreich einen Rückstand von drei Punkten und elf Toren aufholen und sich noch auf Platz zwei der Gruppe schieben – ein dramatisches Finale der Gruppenphase, das die Französinnen für ihre Mühen belohnte.

Spaniens Sternstunde und der Aufstieg einer Weltklasse-Spielerin

Acht Jahre nach dem letzten europäischen Titelgewinn schrieb Spanien bei der WM 2022 in Costa Rica Geschichte. Im Finale besiegte La Rojita Japan mit 3:1 und revanchierte sich damit für die Niederlage im Finale von 2018, das mit dem gleichen Ergebnis, nur umgekehrt, geendet hatte. Spanien wurde damit erst die zweite europäische Nation, die den U-20-Titel gewann. Neben Torschützenkönigin Inma Gabarro war es vor allem Salma Paralluelo, die mit zwei Toren im Finale auf sich aufmerksam machte und damit den Grundstein für ihre weitere Karriere legte.

Nur ein Jahr später stand Paralluelo auf der größten Bühne des Frauenfußballs: Bei der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft 2023 in Australien und Neuseeland führte sie Spanien mit entscheidenden Toren im Viertel- und Halbfinale zum Titel. Damit ist sie die einzige Spielerin in der Geschichte des Fußballs – bei Männern wie Frauen –, die Weltmeisterin in den Altersklassen U-17, U-20 und bei den Seniorinnen wurde.

Englands Bronze und die Geburtsstunde einer goldenen Generation

England erreichte 2018 in Frankreich zum ersten Mal in seiner Geschichte das Halbfinale einer U-20-Frauen-Weltmeisterschaft. Nach einer knappen Niederlage gegen die späteren Weltmeisterinnen aus Japan sicherten sich die Young Lionesses im Spiel um Platz drei gegen Gastgeber Frankreich Bronze – nach einem 1:1-Unentschieden setzten sie sich im Elfmeterschießen durch.

Was diese Leistung im Rückblick besonders bemerkenswert macht, ist die Qualität des damaligen Kaders. Georgia Stanway, die den Silbernen Schuh gewann, Alessia Russo, Lauren Hemp, Chloe Kelly und Ellie Roebuck – sie alle wurden vier Jahre später Europameisterinnen im eigenen Land und erreichten 2023 das Finale der Frauen-Weltmeisterschaft. Diese U-20-Mannschaft war also der Nukleus einer goldenen Generation, die den englischen Frauenfußball nachhaltig prägen sollte.

Österreichs Debüt als Aushängeschild

Österreich feierte bei der WM 2024 in Kolumbien sein Debüt bei einem FIFA-Frauenturnier überhaupt – und wie! Nachdem sich das Team über ein Play-off gegen Island qualifiziert hatte, nutzte die Mannschaft von Markus Hackl die große Bühne eindrucksvoll. Im Auftaktspiel besiegte Österreich Ghana mit 2:1, ehe ein Doppelpack von Sarah Gutmann und ein Tor von Valentina Madl einen 3:1-Erfolg gegen Neuseeland sicherten. Trotz einer 0:2-Niederlage gegen das dominante Japan zog Österreich als Gruppenzweiter in die K.o.-Runde ein.

Dort war im Achtelfinale gegen Korea DPR Endstation – mit 2:5 musste sich das Team geschlagen geben. Der Gegner war jedoch kein Unbekannter: Korea DPR war bereits zweimaliger Weltmeister und krönte sich nur wenige Wochen später zum dritten Mal. Für einen Verband, der zum ersten Mal bei einem FIFA-Frauenturnier vertreten war, war das Abschneiden dennoch ein bemerkenswertes Aushängeschild und ein Signal für die Zukunft des österreichischen Frauenfußballs.

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