„Wenn mir jemand gesagt hätte, du gewinnst gegen England und verlierst das Finale gegen Frankreich – ich unterschreibe das“

Kurzüberblick
Die Rivalität zwischen England und Argentinien im Fußball ist tief in der Geschichte verwurzelt. Vor dem WM-Halbfinale blickt Miguel Delaney auf die emotionale und politische Dimension dieses Duells, das weit über den Sport hinausgeht.
„Wenn mir jemand gesagt hätte, du gewinnst gegen England und verlierst das Finale gegen Frankreich – ich unterschreibe das.“ Dieses Zitat eines argentinischen Spielers bringt die besondere Bedeutung des Duells zwischen Argentinien und England auf den Punkt. Die beiden Nationen treffen in einem gigantischen WM-Halbfinale aufeinander, das von Emotionen, Geschichte und weit mehr geprägt ist, wie Miguel Delaney in seiner Analyse schreibt.
Eine Rivalität, die tiefer geht als der Fußball
Die Rivalität zwischen England und Argentinien ist eine der intensivsten im Weltfußball. Sie ist nicht nur sportlicher Natur, sondern auch politisch und historisch aufgeladen. Der Falklandkrieg von 1982, bei dem beide Länder um die Souveränität der Inseln im Südatlantik kämpften, hat tiefe Narben hinterlassen. Auch die berühmte „Hand Gottes“-Episode von Diego Maradona bei der WM 1986, als er mit der Hand ein Tor gegen England erzielte, schürt bis heute Emotionen. Maradonas zweites Tor in diesem Spiel, bei dem er fünf englische Spieler ausspielte, wird oft als das schönste Tor der WM-Geschichte bezeichnet.
Die Vorgeschichte des Halbfinales
Das bevorstehende Halbfinale ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Teams bei einer Weltmeisterschaft seit 1998, als England im Achtelfinale durch ein Elfmeterschießen gegen Argentinien ausschied. Damals war es ein Spiel voller Dramatik, mit Platzverweisen und einem späten Ausgleich. Die aktuelle Begegnung verspricht ähnlich intensiv zu werden, denn beide Mannschaften haben in diesem Turnier bereits starke Leistungen gezeigt. Argentinien, angeführt von Lionel Messi, kämpft um den dritten WM-Titel, während England nach 1966 endlich wieder den Pokal holen will.
Die Bedeutung des Spiels für beide Nationen
Für Argentinien wäre ein Sieg gegen England nicht nur sportlich wertvoll, sondern auch eine emotionale Genugtuung. Die Erinnerung an den Falklandkrieg und die Demütigung von 1986 sind noch immer präsent. Für England hingegen geht es darum, den letzten großen Rivalen zu bezwingen und den Weg ins Finale zu ebnen. Die englische Mannschaft hat in den letzten Jahren unter Trainer Gareth Southgate eine beeindruckende Entwicklung genommen und erreichte 2018 das Halbfinale, verlor dort aber gegen Kroatien.
Das Zitat zu Beginn des Artikels spiegelt die ambivalente Haltung vieler Argentinier wider: Ein Sieg gegen England wäre so wertvoll, dass selbst eine Finalniederlage dagegen aufgewogen würde. Ob dies auch für die aktuelle Mannschaft gilt, wird sich auf dem Platz zeigen. Eines ist jedoch sicher: Dieses Halbfinale wird in die Geschichte eingehen, unabhängig vom Ausgang.
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