Pau Gasol blickt auf Spaniens WM-Viertelfinale gegen Belgien

Kurzüberblick
Basketball-Legende Pau Gasol spricht über Spaniens WM-Viertelfinale gegen Belgien in Los Angeles, seine Verbundenheit mit der Stadt und die Bedeutung der Weltmeisterschaft für den spanischen Sport.
Pau Gasol, eine der größten Persönlichkeiten des spanischen Sports, hat sich in einem exklusiven Gespräch mit der FIFA zum anstehenden Viertelfinale der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™ zwischen Spanien und Belgien geäußert. Der zweimalige NBA-Champion, der seine größten Erfolge mit den Los Angeles Lakers feierte, sieht die spanische Mannschaft gut gerüstet für die entscheidende Partie, die in der Stadt stattfindet, die für ihn zur zweiten Heimat wurde.
Eine besondere Verbindung zu Los Angeles
Los Angeles nimmt im Leben von Pau Gasol einen ganz besonderen Platz ein. „Es ist die Stadt, in der ich einige der bedeutendsten Momente meiner Karriere erlebt habe, sowohl beruflich als auch privat“, erklärte der 44-Jährige. „Die Stadt hat mich vom ersten Tag an aufgenommen, und ich habe immer eine Verantwortung gespürt, etwas zurückzugeben – nicht nur durch Basketball, sondern auch durch gemeinnützige Arbeit.“ Gemeinsam mit seinem Bruder Marc gründete er die Gasol Foundation, die sich für gesunde Lebensweisen bei Kindern und Familien einsetzt. „Für mich ist Erfolg immer bedeutungsvoller, wenn man ihn nutzen kann, um eine positive Wirkung über den Sport hinaus zu erzielen. Los Angeles war ein sehr wichtiger Teil dieser Reise.“
Gasol, der von 2008 bis 2014 für die Lakers spielte und 2009 sowie 2010 an der Seite von Kobe Bryant die NBA-Meisterschaft gewann, ist in der Stadt bis heute eine Legende. Nun hofft er, dass die spanische Fußball-Nationalmannschaft an seine Erfolge anknüpfen kann. „Spieler wie Lamine Yamal, Mikel Oyarzabal und Pedro Porro brauchen nicht weiter zu schauen als auf mich, um Inspiration zu finden“, sagte Gasol mit einem Augenzwinkern.
Spaniens Weg ins Viertelfinale
Die Mannschaft von Trainer Luis de la Fuente hat in der bisherigen Turnierphase starke Leistungen gezeigt. „Spanien hat Selbstvertrauen, ein hohes Maß an Wettbewerbsfähigkeit und eine klare Identität bewiesen“, analysierte Gasol. „Sie sind dem Spielstil treu geblieben, der ihnen in der Vergangenheit Erfolg gebracht hat, und haben gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit gezeigt, einen Weg zum Sieg zu finden, wenn die Spiele schwierig wurden.“ Besonders beeindruckt zeigt sich der ehemalige Basketballstar von der Defensivarbeit: „Spanien hat im Turnier noch kein Gegentor kassiert. Das ist eine bemerkenswerte Leistung.“
Im Achtelfinale setzte sich Spanien gegen Portugal durch, nachdem man zuvor Österreich besiegt hatte. „Die Begegnungen in der K.o.-Runde gegen Österreich und Portugal waren besonders aufregend“, so Gasol. „Ich freue mich sehr auf das Viertelfinale am Freitag.“
Die Herausforderung Belgien
Belgien, das ebenfalls stark ins Turnier gestartet ist, stellt eine große Hürde dar. „Belgien hat großartiges offensives Talent gezeigt“, warnte Gasol. „Viertelfinalspiele drehen sich ganz um den Umgang mit Druck. Alle Mannschaften, die es so weit ins Turnier schaffen, sind starke Anwärter auf den Titel. Meiner Meinung nach geht es vor allem darum, von der ersten bis zur letzten Minute fokussiert und diszipliniert zu bleiben. Diese Spiele können durch einen einzigen Fehler entschieden werden, den der Gegner ausnutzt und in ein Tor verwandelt, das den Ausgang der Partie bestimmt.“
Die Bedeutung der Weltmeisterschaft
Für Gasol, der seine Basketballkarriere beim FC Barcelona begann und ein großer Fußballfan ist, hat die Weltmeisterschaft eine tiefe emotionale Bedeutung. „Als ich in Spanien aufwuchs, war die WM eines jener Ereignisse, das alle zusammenbrachte. Ich erinnere mich daran, wie ich die Spiele mit meiner Familie und Freunden verfolgte und die Aufregung spürte, die sich im ganzen Land ausbreitete“, erzählte er. „Die Weltmeisterschaften haben so viele junge Kinder und Sportler inspiriert, unabhängig von der Sportart, die sie ausübten. Sie haben die Kraft des Sports gezeigt, Menschen durch gemeinsame Leidenschaft zu vereinen.“
Ein besonders emotionaler Moment war für ihn das Finale 2010 in Johannesburg, als Spanien durch Andrés Iniestas Tor in der Verlängerung erstmals Weltmeister wurde. „Es war ein Privileg, diesen Moment persönlich erleben zu dürfen – einen historischen Moment für mein geliebtes Land“, schwärmte Gasol.
Die diesjährige WM, die erstmals in drei Ländern (USA, Kanada, Mexiko) ausgetragen wird, hat aus seiner Sicht eine einzigartige Atmosphäre geschaffen. „Die Verteilung des Turniers auf Nord- und Mittelamerika hat eine besondere Stimmung erzeugt. Es war aufregend zu sehen, wie so viele verschiedene Kulturen zusammenkommen. Die Qualität des Fußballs war hervorragend, und man spürt, dass jede Mannschaft alles gibt, was zu sehr wettbewerbsintensiven Spielen geführt hat.“
Neben der Mannschaftsleistung hob Gasol auch einige herausragende Einzelspieler hervor: „Was ich am meisten schätze, ist das Niveau der Teamarbeit, das gezeigt wird, obwohl es auch einige herausragende Spieler gibt, die im Turnier glänzen, wie Lionel Messi, Kylian Mbappé und Erling Haaland. Ich sehe immer gerne Spieler, die technisches Können mit Herz und Führungsqualitäten verbinden, denn das sind Eigenschaften, die sich auf jede Sportart und auf das Leben übertragen lassen.“
Als spanischer Sportler ist Gasol stolz auf die Leistungen seiner Landsleute: „Es ist immer eine Quelle des Stolzes, unsere Mannschaften mit diesem Maß an Charakter und Einheit kämpfen zu sehen.“
Mehr zu diesen Themen

Ronaldo schreibt Geschichte: Tor bei sechster WM
Cristiano Ronaldo ist der erste Spieler, der bei sechs verschiedenen Weltmeisterschaften getroffen hat. Beim 2:0-Sieg Portugals gegen Usbekistan erzielte der 41-Jährige zwei Tore und stellte damit einen neuen Rekord auf. Wir blicken auf die magischen Momente der WM 2026 zurück.
Kritik an Wechsel von lesbischer Weltmeisterin zu saudischem Klub
Die spanische Fußballerin Esther González wechselt nach Saudi-Arabien zu Al Qadsiah und erntet dafür scharfe Kritik. Fans und LGBTQ+-Aktivisten zeigen sich besorgt, da Homosexualität im Königreich illegal ist. González hatte zuvor ihren Vertrag bei Gotham FC aus persönlichen Gründen aufgelöst.
Uefa will Boykott-Drohung gegen Fifa offenbar fallen lassen
Die Uefa steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Fifa-Wettbewerbe zurückzunehmen, nachdem sie Zusicherungen erhalten hat, dass der Plan von Gianni Infantino, Anteile an der WM zu verkaufen, nicht wiederholt wird. Das Thema wird am Donnerstag im Uefa-Exekutivkomitee besprochen.

Graham Arnold verlängert als irakischer Nationaltrainer
Graham Arnold hat seinen Vertrag als irakischer Nationaltrainer um sechs Monate verlängert. Der Australier bleibt damit bis zur Asienmeisterschaft 2025 im Amt, nachdem er das Team zur ersten WM-Teilnahme seit 40 Jahren geführt hatte.



