WM-Teams weisen Ceferins 'uninteressant'-Aussage zurück

Kurzüberblick
13 WM-Teilnehmer kritisieren Uefa-Präsident Aleksander Ceferin scharf, nachdem er behauptet hatte, die Aufstockung des Turniers auf 48 Teams führe zu vielen uninteressanten Spielen.
Die Kritik an Uefa-Präsident Aleksander Ceferin reißt nicht ab: 13 Nationen, die an der diesjährigen Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada teilnehmen, haben sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen seine Aussage gewandt, wonach ein aufgeblähtes Turnier zu vielen „uninteressanten“ Partien führe. Die Fußballverbände von Kap Verde, Curaçao, Usbekistan, der Demokratischen Republik Kongo, Haiti, Algerien, Tunesien, Marokko, Ägypten, Ghana, Senegal, der Elfenbeinküste und Südafrika veröffentlichten am Sonntag eine Erklärung, in der sie ihr „tiefes Bedauern“ über Ceferins Äußerungen zum Ausdruck bringen.
Hintergrund der Kontroverse
Ceferin hatte auf einer Konferenz in Ljubljana, seiner slowenischen Heimatstadt, erklärt, dass die Aufstockung des Teilnehmerfeldes von 32 auf 48 Teams zu weniger attraktiven Spielen beim wichtigsten Fußballereignis der Welt führen werde. „Wir haben viele Spiele, die völlig uninteressant sind“, zitierte ihn ein slowenisches Nachrichtenportal. Gleichzeitig räumte er ein: „Andererseits können auch kleine Länder teilnehmen und den Puls der Weltmeisterschaft spüren, was eine große Sache ist.“ Diese Einschätzung stieß bei den betroffenen Nationen auf heftigen Widerspruch.
Die Reaktion der betroffenen Verbände
In ihrer gemeinsamen Erklärung heißt es: „Wir weisen diese Kommentare respektvoll, aber entschieden zurück. Für unsere Länder gibt es kein unwichtiges WM-Spiel.“ Die Verbände betonen, dass die Qualifikation für Kap Verde, Curaçao und Usbekistan einen historischen Erfolg und die Verwirklichung eines Generationentraums darstelle. Für Nationen wie den Kongo und Haiti, die nach langer Abwesenheit auf die größte Bühne des Fußballs zurückkehren, habe die Teilnahme eine besondere Bedeutung für Millionen von Fans, die Jahre oder sogar Jahrzehnte auf diesen Moment gewartet hätten.
„Zu behaupten, diese Spiele seien weniger wichtig, ist zutiefst enttäuschend und verkennt die Anstrengungen, Opfer und Hoffnungen von Spielern, Trainern, Vereinen, Fußballfunktionären und Fans auf der ganzen Welt“, so die Erklärung weiter. Die Verbände unterstreichen, dass hinter jeder Qualifikation jahrelange Arbeit und Investitionen stünden und hinter jeder Nationalmannschaft ganze Gemeinschaften und Millionen von Menschen, die den Fußball als Quelle des Stolzes, der Hoffnung und der Einheit betrachteten.
Die Bedeutung der WM-Aufstockung
Erstmals seit 1998, als das Turnier von 24 auf 32 Teams erweitert wurde, findet nun eine weitere Aufstockung statt. Die Entscheidung der Fifa, das Teilnehmerfeld auf 48 Mannschaften zu vergrößern, war von Anfang an umstritten. Befürworter argumentieren, dass sie die globale Reichweite des Fußballs erhöht und kleineren Nationen die Chance auf Teilnahme gibt. Kritiker wie Ceferin befürchten eine Verwässerung der sportlichen Qualität und eine Überlastung des Terminkalenders.
Die 13 Verbände stellen in ihrer Stellungnahme klar: „Der Fußball gehört nicht einer ausgewählten Gruppe von Nationen. Seine Stärke liegt in seiner Universalität. Wir glauben, dass jede Nation, die sich qualifiziert, Respekt verdient. Jedes Team hat seinen Platz zu Recht verdient. Jeder Fan hat das Recht zu träumen. Jedes Spiel hat eine Bedeutung für Millionen von Menschen auf der ganzen Welt.“ Sie lehnen Ceferins Äußerungen daher ab und bekräftigen ihre Überzeugung, dass das Wachstum des Fußballs weiterhin Chancen schaffen, neue Generationen inspirieren und den wahrhaft globalen Charakter des Spiels stärken müsse.
Die Uefa wurde von der BBC um eine Stellungnahme gebeten, hat sich dazu bislang jedoch nicht geäußert.
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