Abschied von der großen Bühne: Stars beenden ihre Nationalmannschaftskarriere

Kurzüberblick
Nach der FIFA WM 2026 haben mehrere Top-Stars ihren Rücktritt aus der Nationalmannschaft erklärt. Manuel Neuer, Neymar, Riyad Mahrez, Guillermo Ochoa und Patrik Schick beenden ihre Laufbahn, auch Frankreichs Trainer Didier Deschamps tritt ab.
Die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2026™ war nicht nur das Ende eines Turniers, sondern auch der Abschluss einer Ära für einige der prägendsten Persönlichkeiten des Weltfußballs. Mit Manuel Neuer, Neymar, Riyad Mahrez, Guillermo Ochoa und Patrik Schick verabschieden sich fünf Spieler, die ihre Nationalteams über viele Jahre hinweg geprägt haben. Auch Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps hat nach 14 Jahren seinen Posten aufgegeben. Gemeinsam blicken sie auf Jahrzehnte voller Erfahrung auf höchstem internationalem Niveau zurück, mit Weltmeistertiteln, Triumphen in kontinentalen Wettbewerben und unvergesslichen Momenten auf der größten Bühne des Fußballs.
Manuel Neuer: Der Torwart, der die Position neu definierte
Als Manuel Neuer am 2. Juni 2009 gegen die Vereinigten Arabischen Emirate sein Debüt im deutschen Nationaltrikot gab, ahnte niemand, dass er die Rolle des Torwarts für immer verändern würde. Mit seinem mutigen Spielstil, der ihn oft weit aus dem Strafraum herausführte, seiner Ballruhe und seinem herausragenden Spielverständnis wurde der Weltmeister von 2014 zum Prototyp des modernen mitspielenden Torwarts. Sein Einfluss reichte weit über die deutschen Grenzen hinaus.
Bei seiner ersten WM 2010 half Neuer, Deutschland ins Halbfinale zu führen. Vier Jahre später war er einer der Schlüsselspieler beim WM-Triumph in Brasilien und erhielt den adidas Golden Glove als bester Torhüter des Turniers. Das Achtelfinale gegen Algerien bleibt das Paradebeispiel für seinen bahnbrechenden Spielstil. Nachdem er seinen Rücktritt bereits angekündigt hatte, kehrte Neuer für die FIFA WM 2026™ ins Nationalteam zurück. Schon vor dem Turnier machte er klar, dass dieses Comeback nur eine einmalige Sache sei. Mit dem Ausscheiden Deutschlands endete seine internationale Karriere, die 128 Einsätze, fünf Weltmeisterschaften und mehr als 17 Jahre umfasste.
Neymar: Brasiliens Rekordtorschütze verabschiedet sich
Neymars Reise mit der Seleção begann an dem Ort, an dem sie 16 Jahre später endete: im New York New Jersey Stadium. Am 10. August 2010 gab er dort im Alter von nur 18 Jahren sein Debüt gegen die USA und erzielte noch am selben Abend sein erstes Länderspieltor. Es war der Beginn einer Karriere, in der Neymar Brasiliens Rekordtorschütze und eines der bekanntesten Gesichter des Weltfußballs wurde. Zu seinen Erfolgen zählen der Sieg beim FIFA Konföderationen-Pokal 2013 und der entscheidende Elfmeter im Olympiafinale 2016 gegen Deutschland, der dem Land die erste Goldmedaille im Männerfußball bescherte. Sein Traum vom WM-Titel blieb jedoch unerfüllt – Verletzungen, dramatische Niederlagen und schmerzhafte K.o.-Ausspräche standen ihm im Weg. Nach Brasiliens Achtelfinalniederlage gegen Norwegen gab Neymar seinen Rücktritt aus der Nationalmannschaft bekannt. Mit 130 Länderspielen und 80 Toren hinterlässt er ein Vermächtnis, das ihm einen festen Platz in der Geschichte der Seleção sichert.
Riyad Mahrez: Algeriens Kapitän und Symbolfigur
Riyad Mahrez war weit mehr als Algeriens kreativster Angriffsspieler. Im Laufe seiner langen Karriere wurde er zum Symbol eines Teams, das den internationalen Fußball in seinem Land wiederbelebte. Nur wenige Wochen nach seinem Debüt 2014 wurde Mahrez in den Kader für die WM in Brasilien berufen. Algerien schrieb dort Geschichte, indem es erstmals das Achtelfinale einer Weltmeisterschaft erreichte. Seinen größten Erfolg feierte der Kapitän jedoch fünf Jahre später: Beim Afrika-Cup 2019 führte er Algerien zum Titel, und sein Freistoß in der Nachspielzeit im Halbfinale gegen Nigeria wurde zu einem der berühmtesten Tore der jüngeren Turniergeschichte. Nachdem sich sein Land für die WM qualifiziert hatte, kündigte Mahrez an, dass die Ausgabe 2026 seine letzte sein würde. Nach der Niederlage gegen die Schweiz bestätigte er das Ende seiner internationalen Karriere.
Guillermo Ochoa: Sechs WM-Teilnahmen und unvergessliche Paraden
Kaum ein Spieler ist so eng mit der FIFA WM verbunden wie Guillermo Ochoa. Als der Torwart 2005 sein Debüt für Mexiko gab, ahnte niemand, dass seine Reise zu sechs aufeinanderfolgenden Weltmeisterschaften führen würde – ein Meilenstein, den zuvor kein Mexikaner erreicht hatte. Ochoas größte Momente kamen oft auf der größten Bühne des Fußballs. 2014 lieferte er eine spektakuläre Leistung ab, um die Gastgeber aus Brasilien zu frustrieren, und vier Jahre später spielte er eine Schlüsselrolle beim überraschenden Sieg Mexikos gegen Deutschland. Bei der WM 2022 sorgte er erneut weltweit für Schlagzeilen mit einer herausragenden Parade gegen Robert Lewandowski. Nun markierte die Heim-WM 2026 das Ende einer Ära. Die Fans verabschiedeten ihn mit stehenden Ovationen – ein würdiger Abschied für einen Spieler, dessen zwei Jahrzehnte währende Karriere nun in die Geschichte der Weltmeisterschaft eingewoben ist.
Patrik Schick: Ein Tor für die Ewigkeit
Nur wenige Spieler können von sich behaupten, mit einem einzigen Schuss in die Geschichtsbücher eingegangen zu sein – Patrik Schick ist einer von ihnen. Bei der UEFA EURO 2020 traf der tschechische Stürmer gegen Schottland aus fast 50 Metern Entfernung – ein Treffer, der weltweit für Aufsehen sorgte und anschließend zum Tor des Turniers gewählt wurde. Seine internationale Karriere begann 2016, als er bei seinem Debüt gegen Malta traf. Zehn Jahre später beendete Schick seine Laufbahn nach dem WM-Aus seines Landes. In seiner Abschiedsbotschaft machte er deutlich, dass diese Entscheidung lange gereift war. Gleichzeitig äußerte er den Wunsch, dem tschechischen Fußball weiterzuhelfen und neue Impulse für künftige Generationen zu setzen.
Didier Deschamps: Eine Ära geht zu Ende
Wenige Persönlichkeiten haben den französischen Fußball so geprägt wie Didier Deschamps. Als Kapitän führte er Frankreich 1998 zum ersten WM-Titel. Zwei Jahrzehnte später gelang ihm ein Kunststück, das zuvor nur Mario Zagallo und Franz Beckenbauer vollbracht hatten: den WM-Titel sowohl als Spieler als auch als Trainer zu gewinnen. Seit seinem Amtsantritt als Trainer 2012 verhalf Deschamps Frankreich zu bemerkenswerter Konstanz auf höchstem Niveau. Unter seiner Führung erreichten Les Bleus das EM-Finale 2016, gewannen die WM 2018, die UEFA Nations League 2021 und standen 2022 erneut im WM-Finale. Der 57-Jährige hatte bereits vor Beginn der WM 2026 seinen Rücktritt angekündigt. Das Spiel um Platz drei gegen England markierte das Ende einer 14-jährigen Ära, in der Frankreich durchgehend zu den stärksten Nationalmannschaften der Welt zählte.
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