VAR-Offizieller nach Handgesten-Ermittlung wieder im Einsatz

Kurzüberblick
Der VAR-Offizielle Shaun Evans, der nach einer Handgeste vor dem Spiel Deutschland gegen Curacao untersucht wurde, kehrt zur WM zurück. Er wird am Sonntag beim Spiel Neuseeland gegen Ägypten als Assistent des VAR-Schiedsrichters fungieren.
Der Video-Assistent-Schiedsrichter (VAR) Shaun Evans wird am Sonntag (Montag, 02:00 Uhr MESZ) beim Spiel Neuseeland gegen Ägypten wieder seinen Dienst antreten. Der Australier fungiert dabei als Assistent des VAR-Offiziellen Mohammed Khamid in der Gruppe G in Vancouver.
Es ist Evans' erster Einsatz, seit die FIFA ihn nach einer Untersuchung von Vorwürfen freigesprochen hat, er habe eine unangemessene Handgeste gemacht. Die Geste war vor dem 7:1-Sieg Deutschlands gegen Curacao von Fernsehkameras eingefangen worden.
Der Vorfall
Der 38-Jährige war zu sehen, wie er mit den Fingern seiner rechten Hand ein umgedrehtes „OK“-Zeichen formte, als die FIFA während der Übertragung auf das VAR-Team im Schiedsrichter-Hub in Dallas schaltete. Diese Geste wird mit einer Botschaft der weißen Überlegenheit in Verbindung gebracht.
Evans beteuerte, es habe sich um „ein unwillkürliches, unbewusstes Zucken“ gehandelt, und bestritt, „absichtlich“ versucht zu haben, „eine Botschaft, Zugehörigkeit, ein Spiel oder einen Glauben irgendeiner Art zu kommunizieren“. Der Weltverband FIFA teilte nach der Prüfung mit, man habe „keine Hinweise auf Verstöße gegen das FIFA-Disziplinarreglement“ gefunden.
Evans' Stellungnahme
Der Vorfall war sofort Gegenstand enormer Spekulationen in den sozialen Medien gewesen. „Die Berichterstattung nach diesem Vorfall spiegelt einfach nicht wider, wer ich bin“, sagte Evans in einer von der FIFA veröffentlichten Erklärung. „Natürlich verstehe ich, wie die Geste interpretiert wurde, und ich bedaure dies, aber ich möchte sehr klar und kategorisch sagen, dass ich das Handzeichen nicht wissentlich oder absichtlich gemacht habe.“
Die FIFA gab am Montag eine kurze Erklärung heraus, um zu bestätigen, dass eine Untersuchung durchgeführt worden sei und der Offizielle keine Konsequenzen zu befürchten habe. Evans erläuterte weiter, dass Videobeweise aus dem VAR-Raum zeigten, dass er unwillkürliche Bewegungen ausgeführt habe. „Aufnahmen, die später während des Spiels gemacht wurden, zeigten, dass ich diese Bewegung viele Male wiederholte, während ich einen Stift zwischen meinen Fingern hielt“, sagte er. „Als Schiedsrichter bei der Weltmeisterschaft zu fungieren, ist die größte Ehre meiner Karriere, und ich freue mich darauf, meine Kollegen für den Rest des Turniers zu unterstützen.“
Änderungen im Übertragungsablauf
Vor den WM-Spielen hatte die FIFA im Rahmen ihrer globalen Berichterstattung kurz die Offiziellen in den Fokus gerückt. Zunächst gingen der Schiedsrichter und sein Team zur Seitenlinie, und eine Grafik mit ihren Namen und Rollen wurde eingeblendet. Dann schaltete das Bild auf das VAR-Team im Schiedsrichter-Hub in Dallas. Statt sie bei der Arbeit an ihren Monitoren zu zeigen, posierten sie kurz für die Kamera, und ihre Namen erschienen auf dem Bildschirm.
Als die Kamera vor dem Spiel Deutschland gegen Curacao in den VAR-Raum schaltete, stand Evans mit dem Arm an der Seite – und war dann zu sehen, wie er die Finger seiner rechten Hand zu dem umgedrehten „OK“-Zeichen formte. Nach dem Spiel Deutschland gegen Curacao gab es eine merkliche Änderung in der Vorgehensweise bei den Ritualen vor dem Spiel. Als der VAR-Hub in den folgenden Spielen gezeigt wurde, blickten die Offiziellen bereits auf die Monitore. Sie waren nicht mehr in die Kamera zu sehen, obwohl ihre Namen weiterhin eingeblendet wurden.
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