Infantino telefoniert mit Trump-Kabinett: Fifa-Präsident sucht Unterstützung

Kurzüberblick
Gianni Infantino, Präsident des Fußballweltverbands Fifa, sucht in einem Telefonat mit Mitgliedern des Kabinetts von US-Präsident Donald Trump Unterstützung.
Wie aus informierten Kreisen verlautet, ist für den frühen Nachmittag (12 Uhr britischer Zeit) ein Telefonat zwischen Fifa-Präsident Gianni Infantino und Mitgliedern des Kabinetts von US-Präsident Donald Trump geplant. Bei dem Gespräch soll Infantino um Unterstützung für seine umstrittenen Reformpläne werben, die zuletzt für erhebliche Spannungen im Weltfußball gesorgt haben.
Hintergrund: Der Streit um die Privatisierung von Fifa-Turnieren
Die Pläne, die kommerziellen Rechte an der Klub-Weltmeisterschaft und anderen Fifa-Turnieren an private Investoren zu verkaufen, hatten in den vergangenen Wochen für heftige Kontroversen gesorgt. Insbesondere die Europäische Fußball-Union (Uefa) hatte sich vehement gegen die Vorschläge ausgesprochen und mit einem Boykott aller Fifa-Wettbewerbe gedroht, falls die Privatisierungspläne umgesetzt würden.
Nun hat Infantino offenbar eingelenkt: Wie die Nachrichtenagentur unabhängig berichtet, hat der Fifa-Präsident die umstrittenen Pläne offiziell verworfen. Diese Kehrtwende kommt nur wenige Tage, nachdem die Uefa ihre Boykottdrohung öffentlich bekräftigt hatte. Die Europäer hatten deutlich gemacht, dass sie nicht bereit seien, an Turnieren teilzunehmen, deren Vermarktung an private Geldgeber ausgelagert würde.
Die Rolle der USA und mögliche Auswirkungen
Die geplante Kontaktaufnahme mit dem Trump-Kabinett wirft Fragen auf: Warum sucht Infantino ausgerechnet jetzt den Schulterschluss mit der US-Regierung? Beobachter vermuten, dass es dabei um die bevorstehende Klub-Weltmeisterschaft 2025 in den USA geht, die als Testlauf für ein neues Turnierformat gilt. Die USA und Mexiko sind zudem Gastgeber der Weltmeisterschaft 2026, was die Bedeutung des nordamerikanischen Marktes für die Fifa zusätzlich unterstreicht.
Ein weiterer möglicher Grund könnte die Suche nach neuen Investoren sein, nachdem die ursprünglichen Pläne gescheitert sind. Die Fifa hatte gehofft, durch den Verkauf von TV-Rechten und Sponsoringpaketen an private Fonds erhebliche Einnahmen zu generieren. Kritiker warnten jedoch vor einem Ausverkauf des Fußballs und einer Entfremdung der Fans.
Reaktionen und Ausblick
Die Entscheidung, die Privatisierungspläne zu verwerfen, wurde von vielen Verbänden und Fans positiv aufgenommen. Die Uefa zeigte sich erleichtert und betonte, dass der Dialog innerhalb der Fußballfamilie wichtiger sei als kommerzielle Interessen. Dennoch bleibt abzuwarten, wie sich die Fifa künftig finanziell aufstellen wird, ohne auf private Investoren zurückzugreifen.
Das Telefonat mit dem Trump-Kabinett könnte dabei eine Schlüsselrolle spielen. Sollte Infantino die Unterstützung der US-Regierung gewinnen, könnte dies die Position der Fifa in den Verhandlungen mit anderen Partnern stärken. Allerdings ist unklar, welche konkreten Zusagen Trump und seine Minister machen können – die US-Regierung hat traditionell wenig direkten Einfluss auf die Strukturen des internationalen Fußballs.
Fest steht: Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Infantino es gelingt, das Vertrauen der Verbände zurückzugewinnen und gleichzeitig die wirtschaftlichen Herausforderungen der Fifa zu meistern. Die Weltmeisterschaft 2026 in Nordamerika wird dabei zum Lackmustest für die Zukunft des Weltverbands.
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