Über 300 Drohnen bei US-WM-Spielen beschlagnahmt

Kurzüberblick
Seit Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft haben US-Behörden mehr als 300 nicht genehmigte Drohnen in der Nähe von Stadien und Fanzonen beschlagnahmt. Die Maßnahmen dienen der Sicherheit und dem Schutz vor Terroranschlägen.
Seit dem Start der Fußball-Weltmeisterschaft in den USA haben die Behörden mehr als 300 nicht genehmigte Drohnen an den Austragungsorten beschlagnahmt. Die Sicherheitsmaßnahmen sind Teil eines umfassenden Konzepts, um die Veranstaltungen vor möglichen Gefahren aus der Luft zu schützen.
Strenge Flugverbote rund um Stadien und Fanzonen
An Spieltagen sind sämtliche Flugbewegungen, einschließlich Drohnen, in einem Umkreis von drei Meilen (knapp fünf Kilometer) um die Stadien sowie in einer Höhe von bis zu 3.000 Fuß (rund 900 Meter) über den Arenen verboten. Ähnliche Einschränkungen gelten für die offiziellen Fanzonen. Diese Regelungen wurden erlassen, um Menschen am Boden vor möglichen Gefahren durch Drohnen zu schützen.
Darüber hinaus sind die Maßnahmen Teil eines breiter angelegten Sicherheitskonzepts, das auch den Schutz vor potenziellen Terroranschlägen umfasst. Bereits im vergangenen Jahr hatte US-Präsident Donald Trump eine entsprechende Anordnung unterzeichnet, um die Abwehr von Drohnenangriffen zu verstärken.
FBI-Teams im Einsatz
Das FBI hat spezielle Teams an den WM-Stadien stationiert, die nicht genehmigte Drohnen orten und außer Gefecht setzen können. Betreiber, die gegen die Flugverbotszonen verstoßen, müssen mit empfindlichen Strafen rechnen: Geldbußen von bis zu 100.000 US-Dollar (umgerechnet rund 75.000 Pfund), die Beschlagnahmung der Geräte sowie strafrechtliche Konsequenzen sind möglich.
Erst vergangene Woche wurden in Kansas City, Missouri, acht Drohnen und deren Steuereinheiten vom FBI im Rahmen einer gemeinsamen Aktion mit anderen Strafverfolgungsbehörden beschlagnahmt. Die Drohnen hatten gegen die temporären Flugbeschränkungen bei WM-Veranstaltungen im Kansas City Stadium und in einer FIFA-Fanzone verstoßen. Zwei Drohnenbetreiber erhielten zudem Strafzettel vom Federal Air Marshal Service (FAMS).
Ein Sprecher der Transportation Security Administration (TSA) erklärte gegenüber der BBC: „Bei jedem, der in gesperrten Zonen Drohnen fliegt, wird schnell und proaktiv durchgegriffen.“ Die Behörden hätten „die umfassendste Luftsicherheits- und Drohnenabwehrmaßnahme in der US-Geschichte für die FIFA-Weltmeisterschaft 2026 umgesetzt, was bisher zur Beschlagnahmung von mehr als 300 nicht genehmigten Drohnen geführt hat.“ Weiter hieß es: „Nicht genehmigte Drohnenflüge in gesperrten Gebieten sind ein schwerwiegender Verstoß gegen Bundesgesetze.“
Spionagevorwürfe und frühere Vorfälle
Bereits vor dem zweiten Gruppenspiel Südkoreas gegen die Co-Gastgeber Mexiko in der vergangenen Woche hatte das mexikanische Militär nach eigenen Angaben eine nicht registrierte Drohne abgefangen und zu Boden gebracht, die über dem Trainingslager der südkoreanischen Mannschaft in Guadalajara gesichtet worden war. Im südkoreanischen Lager wurde der Verdacht auf Spionage geäußert.
Erst 2024 war das kanadische Frauenteam beschuldigt worden, eine Drohne zum Ausspionieren einer Trainingseinheit der neuseeländischen Mannschaft vor dem Eröffnungsspiel der Olympischen Spiele in Paris eingesetzt zu haben. Cheftrainerin Bev Priestman wurde daraufhin vom kanadischen Fußballverband entlassen, zwei weitere Trainer wurden suspendiert. Zudem wurden den Olympiasiegern von 2020 sechs Punkte abgezogen.
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