Infantino erwägt WM mit 64 Teams

Kurzüberblick
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Prüfung einer Aufstockung der Fußball-Weltmeisterschaft auf 64 Teams nach der WM 2026 angekündigt. Er argumentiert, dass die WM für die ganze Welt offen sein müsse.
FIFA-Präsident Gianni Infantino hat die Möglichkeit einer Aufstockung der Männer-Fußball-Weltmeisterschaft auf 64 Teams ins Spiel gebracht. Nach dem Erfolg der ersten WM mit 48 Mannschaften, die derzeit in den USA, Kanada und Mexiko ausgetragen wird, solle geprüft werden, ob eine weitere Expansion realisierbar sei. Infantino sagte dem Schweizer Sender Blue Sport: „Das sind alles Themen, die wir nach der Weltmeisterschaft untersuchen werden.“
Infantino: WM muss für die ganze Welt sein
Infantino betonte, dass die WM nicht nur Europa und Südamerika, sondern der gesamten Welt gehören müsse. „Jede Nation sollte davon träumen dürfen, an der Weltmeisterschaft teilzunehmen“, so der FIFA-Chef. Er verwies auf die gestiegene Qualität der Teams weltweit: „Man sieht, dass die Qualität der Mannschaften extrem hoch ist und überall auf der Welt immer besser wird. Wenn man kleineren Ländern keine Chance gibt, an der WM teilzunehmen, fehlt ihnen der Anreiz, sich weiterzuentwickeln.“
Infantino bezeichnete die erste WM mit 48 Teams als „riesigen Erfolg“ und hob hervor, dass neun von zehn afrikanischen Mannschaften die K.o.-Runde erreicht hätten. „Bei der letzten WM waren nur fünf Teams aus Afrika dabei. Das zeigt, wie wichtig es ist, alle Teams einzubeziehen – ihnen diese Chance zur Teilnahme zu geben.“
Vorschlag aus Südamerika und Widerstand aus Europa
Der offizielle Vorschlag, die WM 2030 auf 64 Teams aufzustocken, wurde im April 2025 vom südamerikanischen Fußballverband CONMEBOL eingebracht. Eine Entscheidung steht noch aus. Die WM 2030 wird hauptsächlich von Spanien, Portugal und Marokko ausgerichtet, während die drei Eröffnungsspiele zum 100-jährigen Jubiläum des Turniers in Argentinien, Uruguay und Paraguay stattfinden. Uruguay hatte 1930 die erste WM ausgerichtet.
UEFA-Präsident Aleksander Čeferin lehnt den Vorschlag ab und bezeichnete ihn als „schlechte Idee“ – sowohl für das Turnier selbst als auch für die Qualifikation. Auch AFC-Präsident Scheich Salman bin Ibrahim Al Chalifa stimmte zu und warnte vor „Chaos“. Victor Montagliani, Präsident des nord- und mittelamerikanischen sowie karibischen Fußballverbandes CONCACAF, sagte, die Erweiterung „fühle sich nicht richtig an“ und würde „das gesamte Fußball-Ökosystem schädigen“. Andrew Giuliani, Exekutivdirektor der WM-Taskforce des Weißen Hauses, erklärte hingegen, die USA könnten sich eine Bewerbung für die WM 2038 vorstellen und wären auch mit 64 Teams „in der Lage, damit umzugehen“.
Herausforderungen für Gastgeber
Die offizielle Position der FIFA ist, dass Erweiterungsideen mit den Interessengruppen diskutiert werden und man verpflichtet sei, alle Vorschläge von Ratsmitgliedern zu prüfen. Die endgültige Entscheidung liegt beim FIFA-Rat, doch es gibt keine Anzeichen für eine unmittelbare Umsetzung. Infantino hatte bereits 2016 mit dem Versprechen für eine Aufstockung von 32 auf 40 Teams kandidiert. Innerhalb eines Jahres wurde die Zahl auf 48 erhöht und vom FIFA-Rat genehmigt, gültig ab der WM 2026.
Seitdem hält sich das Gerücht, dass die FIFA noch weiter gehen möchte. Eine Aufstockung auf 48 Teams für die WM 2022 wurde diskutiert, aber verworfen, da Katar ein Turnier dieser Größe nicht allein ausrichten konnte. Mit zunehmender Teamzahl steigen die Anforderungen an die Gastgeber. Die aktuelle WM wird in drei Ländern auf einem riesigen Gebiet ausgetragen. 2030 finden Spiele in sechs Ländern statt: Marokko, Portugal, Spanien sowie Argentinien, Uruguay und Paraguay als Jubiläumsgastgeber. Wie Saudi-Arabien, das die WM 2034 ausrichten soll, mit 64 Teams und 128 Spielen zurechtkäme, ist unklar.
Für Infantino ist die Erweiterung aus zwei Gründen ein Gewinn: Sie gibt mehr Ländern die Chance auf eine WM-Teilnahme – bei 64 Teams würde fast ein Drittel der 211 FIFA-Mitgliedsverbände qualifiziert sein. Zudem bringt eine größere WM höhere Einnahmen, die an die Mitgliedsverbände verteilt werden können.
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