Forlan und Stoichkov über die Überraschungsteams der WM 2026

Kurzüberblick
Diego Forlan und Hristo Stoichkov loben im FIFA-Podcast die Debütanten Kap Verde und die Demokratische Republik Kongo, die bei der WM 2026 für Furore sorgen. Beide Teams haben das Achtelfinale erreicht und gelten als inspirierende Außenseitergeschichten des Turniers.
Diego Forlan und Hristo Stoichkov haben im FIFA-Podcast über zwei der inspirierendsten Außenseitergeschichten der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 gesprochen. Die beiden ehemaligen Weltklasse-Stürmer zeigten sich tief beeindruckt von den Leistungen der Debütanten Kap Verde und der Demokratischen Republik Kongo, die bei der erstmals mit 48 Mannschaften ausgetragenen Endrunde in Kanada, Mexiko und den USA für Aufsehen sorgen.
Kap Verde: Eine märchenhafte Premiere
Der frühere bulgarische Nationalspieler und FIFA-Legende Hristo Stoichkov bezeichnete den Auftritt der Kapverdischen Inseln als „phänomenal“. Die „Blauen Haie“ beendeten die Gruppenphase hinter Spanien auf dem zweiten Platz der Gruppe H und schalteten dabei Uruguay und Saudi-Arabien aus. „Was sie erreicht haben, ist außergewöhnlich. Sie werden nun auf Argentinien treffen, aber bisher ist es ein Märchen“, sagte Stoichkov im aktuellen FIFA-Podcast. Er lobte vor allem den Teamgeist unter Trainer Bubista: „Kap Verde ist eine organisierte, disziplinierte Mannschaft. Ich sehe ihnen die Freude an – den Spielern und dem Trainer. Das ist sehr wichtig.“
Für Stoichkov, der 1994 mit Bulgarien den vierten Platz erreichte und sich mit Oleg Salenko den Goldenen Schuh als Torschützenkönig teilte, kommen die Erfolge von Kap Verde und der DR Kongo nicht überraschend. Sie seien das Ergebnis jahrelanger harter Arbeit: „Ich bin nicht überrascht von Kap Verde, nicht überrascht von Kongo, nicht überrascht von anderen Teams bei der WM, denn jeder hat auf dieses große Ereignis hingearbeitet. Alle vier Jahre bereitet man sich auf diese große Party vor.“
Die DR Kongo schreibt Geschichte
Die Demokratische Republik Kongo, die zuvor nur 1974 an einer WM teilgenommen hatte – damals noch als Zaire und ohne eigenen Treffer –, qualifizierte sich über die Play-offs gegen Jamaika für die WM 2026. In einer Gruppe mit Kolumbien, Portugal und Usbekistan schafften es die „Leoparden“ als einer der acht besten Gruppendritten ins Achtelfinale, wo sie nun auf England treffen. Stoichkov betonte, dass solche Erfolge den Wert des erweiterten Turnierformats unterstreichen.
Forlan: „Sie haben nichts zu verlieren“
Der frühere uruguayische Stürmer Diego Forlan, der 2010 als bester Spieler der WM mit dem Goldenen Ball ausgezeichnet wurde, pflichtete Stoichkov bei. Kap Verde profitiere von der Freiheit, ohne Druck und Erwartungen zu spielen. „Sie genießen es. Es ist ihr erstes Mal, und sie haben sich erstmals für die nächste Runde qualifiziert. Jetzt spielen sie gegen Argentinien. Sie haben nichts zu verlieren“, so Forlan. Er hob die Erfahrung und körperliche Stärke der Spieler hervor, die größtenteils in verschiedenen Ligen Portugals aktiv sind. „Torhüter Vozinha macht einen hervorragenden Job. Sie sind die Außenseiter, die es bei jeder WM gibt.“
Der amtierende Weltmeister Argentinien um Rekordtorschützen Lionel Messi geht als klarer Favorit in die Begegnung am 3. Juli im Miami Stadium. Doch Forlan glaubt an die Überraschungsmomente im K.o.-System: „Es wird ein sehr spannendes Spiel. Natürlich wird es für sie sehr schwer. Argentinien spielt stark, Messi ist in großartiger Form und trifft. Aber wenn man nichts zu verlieren hat, das Spiel genießt und eine gute Mannschaft hat, kann man gegen jeden bestehen. Hoffentlich kämpfen sie und machen es dem Gegner schwer.“
Ein Symbol für Inklusion und Inspiration
Unabhängig vom weiteren Turnierverlauf sind Kap Verde und die DR Kongo bereits zu Symbolen der inklusivsten WM aller Zeiten geworden. Sie haben aufstrebenden Nationen die Chance gegeben, Geschichte zu schreiben, der Fußballwelt frische Außenseitergeschichten beschert und künftigen Generationen gezeigt, was möglich ist. Der FIFA-Podcast, moderiert von Christian Vieri und Mikael Silvestre, begleitet die WM mit exklusiven Einblicken, Expertenanalysen und Geschichten aus Kanada, Mexiko und den USA. Neue Folgen erscheinen während des gesamten Turniers auf allen großen Podcast-Plattformen.
Mehr zu diesen Themen

Messis bewegende Botschaft an seinen verstorbenen Vater Jorge
Lionel Messi verabschiedet sich in einem emotionalen Brief von seinem Vater Jorge, der nach langer Krankheit verstarb. Der Superstar offenbart, dass er bei der WM 2026 nicht nur um den Titel kämpfte, sondern auch um Zeit für seinen Vater. Ein Einblick in die tiefe Verbindung zwischen Vater und Sohn.

Messi: „Dad, du wolltest noch eine WM – dann wurdest du krank“
Lionel Messi öffnet sich über die letzte Weltmeisterschaft und den Kampf seines Vaters mit einer Krankheit. Er erzählt, wie er trotz körperlicher Probleme alles gab, um seinem Vater die Chance zu geben, ein Spiel zu sehen – und wie er am Ende scheiterte.

Nandy: WM-Boykott darf Frauenfußball nicht bestrafen
Kulturministerin Lisa Nandy warnt davor, Spielerinnen wegen des Fifa-Streits zu bestrafen. Polen als Gastgeber der U20-WM meldet bislang keine Abmeldungen europäischer Teams. Nandy fordert Infantinos Rücktritt, lehnt aber Boykotte ab.

Die jüngsten Weltmeister der Fußballgeschichte
Von Pelé bis Lamine Yamal: Eine Rangliste der jüngsten Spieler, die je einen FIFA-Weltmeistertitel gewonnen haben. Mit Details zu Einsätzen, Toren und den entscheidenden Finalspielen.



