Zinedine Zidanes fünf denkwürdigste WM-Spiele für Frankreich

Kurzüberblick
Zinedine Zidane übernimmt das Amt des französischen Nationaltrainers von Didier Deschamps. Aus diesem Anlass blickt die FIFA auf fünf seiner herausragendsten Auftritte bei Weltmeisterschaften zurück – von seinem Doppelpack im Finale 1998 bis zu seinem umstrittenen Abgang 2006.
Zinedine Zidane hat Didier Deschamps als Trainer der französischen Nationalmannschaft abgelöst. Aus diesem Anlass wirft die FIFA einen Blick auf fünf der beeindruckendsten WM-Leistungen des Mittelfeldzauberers.
Der Höhepunkt: WM-Finale 1998 gegen Brasilien
Zidanes größter Moment war der Gewinn der Weltmeisterschaft 1998 im eigenen Land. Im Finale im Stade de France traf Frankreich auf den Titelverteidiger Brasilien, angeführt von Ronaldo. Zidane, damals mit der Nummer 10, erzielte zwei Kopfballtore – in der 27. Minute nach einer Ecke von Emmanuel Petit und kurz vor der Halbzeit nach einer weiteren Ecke von Youri Djorkaeff. Brasilien kam nach einer roten Karte für Marcel Desailly (68. Minute) noch einmal auf, doch Petit machte mit einem Kontertor in der Schlussminute alles klar. „Dieses Spiel hat mein Leben verändert“, sagte Zidane 2018 zu L'Équipe. „Ich habe meinen Namen in die französische Fußballgeschichte geschrieben. Die Art, wie die Leute mich behandelten, änderte sich. Es war etwas ganz Besonderes.“
Der dramatische Abschied: WM-Finale 2006 gegen Italien
Nach dem Rücktritt aus der Nationalmannschaft nach der EM 2004 ließ sich Zidane von Raymond Domenech zu einer Rückkehr überreden. Im Finale 2006 in Berlin traf Frankreich auf Italien. Zidane brachte Frankreich per Panenka-Elfmeter gegen Gianluigi Buffon in Führung (7. Minute). Marco Materazzi glich per Kopf aus (19. Minute). In der Verlängerung kam es zum berüchtigten Vorfall: Zidane stieß Materazzi nach einer Provokation mit dem Kopf gegen die Brust und sah die rote Karte. Ohne ihren Elfmeterschützen verloren die Franzosen im Elfmeterschießen. „Ich bin nicht stolz auf das, was ich getan habe, aber es gehört zu meiner Karriere“, sagte Zidane 2022 zu TF1s Telefoot. „Ich habe schwere Zeiten durchgemacht, und das war eine davon.“
Die Meisterklasse: Viertelfinale 2006 gegen Brasilien
Nach schwachen Vorstellungen in der Gruppenphase fand Frankreich im Viertelfinale gegen Brasilien zu alter Stärke. Zidane zeigte eine Galavorstellung mit Marseille-Drehungen, Übersteigern und Hackentricks. In der 57. Minute brachte er einen Freistoß an den zweiten Pfosten, wo Thierry Henry per Volley das entscheidende Tor erzielte. Trainer Domenech erinnerte sich: „Schon in der ersten Minute drehte sich Zidane von zwei Spielern weg und überlaufte einen dritten – da wusste ich, dass wir gewonnen haben.“ Teamkollege Florent Malouda schwärmte: „Man wird in 50 oder 100 Jahren über seine Leistung sprechen. Er war ein Magier.“ Sogar Pelé nannte ihn ein „Genie“.
Der letzte Tanz: Achtelfinale 2006 gegen Spanien
Vor dem Achtelfinale 2006 gegen Spanien titelte die Sportzeitung MARCA: „Wir schicken Zidane in den Ruhestand.“ Der 34-Jährige, der kurz zuvor seine Klubkarriere bei Real Madrid beendet hatte, ließ sich davon anstacheln. Beim Stand von 1:1 köpfte Patrick Vieira eine Freistoßflanke von Zidane zur Führung (83. Minute). In der Nachspielzeit vollendete Zidane selbst einen Konter zum 3:1 – sein 29. Länderspieltor. „Noch ist nicht Schluss, mein Abenteuer geht weiter“, scherzte Zidane nach dem Spiel.
Der Auftakt: WM-Eröffnungsspiel 1998 gegen Südafrika
Zidanes erstes WM-Spiel fand im Stade Vélodrome in seiner Heimatstadt Marseille statt. Vor den Augen seiner Familie bereitete er per Eckball das Kopfballtor von Christophe Dugarry zum 1:0 vor (36. Minute). Frankreich gewann 3:0 und legte den Grundstein für den späteren Titelgewinn. Die französische Presse hatte die Mannschaft von Aimé Jacquet vor dem Turnier stark kritisiert, doch dieser Sieg brachte die Zweifler zum Verstummen.
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