Maracanã: Geschichte, große Spiele und Kapazität

Kurzüberblick
Das Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro ist Zeuge unzähliger Fußballmomente. Von der WM 1950 bis zum Finale der Frauen-WM 2027 – hier schrieb Brasilien Geschichte. Erfahren Sie mehr über die größten Spiele und Legenden der Arena.
Ein Stadion voller Geschichte
Das Estádio do Maracanã, offiziell Estádio Jornalista Mario Filho, ist mehr als nur ein Fußballstadion – es ist ein Symbol Brasiliens und eine der bekanntesten Sportstätten der Welt. Inmitten von Rio de Janeiro gelegen, hat die Arena bereits zwei Endspiele der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft™ ausgerichtet und wird am 25. Juli 2027 erneut im Mittelpunkt stehen, wenn dort das Finale der FIFA Frauen-Weltmeisterschaft™ ausgetragen wird.
Das Stadion wurde ursprünglich für die FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 1950™ erbaut und war Schauplatz von acht Spielen dieses Turniers, darunter fünf der sechs Partien Brasiliens. Die Seleção war mit einer perfekten Bilanz ins entscheidende Spiel gegen Uruguay gegangen, doch die Celeste sorgte für eine der größten Überraschungen der Fußballgeschichte: Mit einem 2:1-Sieg holte Uruguay seinen zweiten Weltmeistertitel und schockte die Gastgeber – ein Moment, der als „Maracanazo“ in die Geschichte einging.
64 Jahre später kehrte die Weltmeisterschaft an diesen Ort zurück. Bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2014™ besiegte Deutschland im Halbfinale Brasilien mit 7:1 und gewann anschließend das Finale gegen Argentinien durch ein Tor von Mario Götze in der Verlängerung. Das Maracanã wurde damit erneut zum Schauplatz eines historischen Endspiels.
Heimstätte der großen Klubs
Rio de Janeiro ist eine Stadt, die den Fußball lebt und liebt. Millionen leidenschaftlicher Fans der vier großen Vereine – Botafogo, Flamengo, Fluminense und Vasco da Gama – haben das Maracanã im Laufe der Jahre zu einem Tempel des brasilianischen Fußballs gemacht. In jüngerer Zeit teilen sich Flamengo und Fluminense das Stadion als gemeinsame Mieter und bestreiten dort die meisten ihrer Heimspiele.
Neben der Weltmeisterschaft war das Maracanã auch Austragungsort anderer FIFA-Turniere. Im Jahr 2000 fanden dort sechs Gruppenspiele, das Spiel um Platz drei und das Finale des heutigen FIFA Intercontinental Cups™ statt. Im Finale standen sich mit Vasco da Gama und Corinthians zwei brasilianische Schwergewichte gegenüber – Corinthians setzte sich nach einem torlosen Unentschieden im Elfmeterschießen durch und feierte einen internationalen Titel.
Ein Jahr vor der WM 2014 war Brasilien Gastgeber des FIFA Konföderationen-Pokals™. Mit einem überragenden Neymar gewann die Seleção alle Spiele und sicherte sich den dritten Titel in Folge. Im Finale, das im Maracanã ausgetragen wurde, besiegte Brasilien den amtierenden Weltmeister Spanien mit 3:0 – Fred traf doppelt, Neymar erzielte das andere Tor.
Frauenfußball und Rekorde
Das Maracanã hat auch im Frauenfußball Geschichte geschrieben. Bei den Panamerikanischen Spielen 2007 in Rio begeisterte die brasilianische Nationalmannschaft mit einem spektakulären Stil, angeführt von den jungen Talenten Marta und Cristiane, die später zu Nationalheldinnen wurden. Nach fünf Siegen ohne Gegentor und 28 erzielten Toren stand das Finale gegen die USA an. Am 26. Juli 2007 strömten 67.788 Zuschauer ins Maracanã und sahen einen 5:0-Kantersieg Brasiliens – ein neuer Zuschauerrekord für ein Frauenfußballspiel in Brasilien.
Pelé, die größte Legende des brasilianischen Fußballs, verbrachte seine Vereinskarriere zwar bei Santos, doch viele seiner denkwürdigsten Auftritte hatte er im Maracanã. Dort erzielte er 1957 sein Debüttor für die Seleção und bestritt 1971 sein letztes Länderspiel. Auch sein 1000. Tor gelang ihm im Maracanã – per Elfmeter gegen Vasco da Gama. Zudem gewann Santos dort 1962 und 1963 die Intercontinental-Cup-Finals gegen Benfica und AC Mailand, da das Maracanã als Heimspielstätte diente. Auch das Finale der Copa Libertadores 1963 gegen Boca Juniors fand dort statt.
Rekordtorschützen und Olympisches Gold
Die besten Torschützen in der Geschichte des Maracanã sind zwei Freunde und Ikonen ihrer Vereine: Zico (Flamengo) und Roberto Dinamite (Vasco). Zico erzielte 333 Tore im Stadion und führte Flamengo zu zahlreichen Titeln, während Dinamite 201 Tore für Vasco beisteuerte. Gemeinsam prägten sie eine Ära des Klassikers „Clássico dos Milhões“ und waren auch abseits des Platzes eng befreundet. Unter den aktiven Spielern führt Flamengo-Stürmer Pedro die Liste mit 106 Toren an.
Das olympische Gold im Männerfußball war für Brasilien lange Zeit das einzige fehlende große Turnier. Bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio endete die Wartezeit: Im Finale gegen Deutschland im Maracanã erzielte Neymar per Freistoß die Führung, doch Maximilian Meyer glich aus. Im Elfmeterschießen verwandelte Neymar den entscheidenden fünften Elfmeter und sicherte Brasilien die Goldmedaille.
Das Maracanã war auch der Ort, an dem Lionel Messi mit Argentinien eine Wende erlebte. Nachdem die Albiceleste 2014 im WM-Finale knapp gegen Deutschland verloren hatte, kehrte Messi 2021 zurück und gewann mit Argentinien die Copa América – ein 1:0-Sieg gegen Brasilien im Maracanã. Dieser Titel beendete eine 28-jährige Durststrecke Argentiniens und läutete die Ära von Trainer Lionel Scaloni ein. Für Messi war es der erste große Titel mit der Nationalmannschaft, nachdem er zuvor vier Finals verloren hatte.
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