Meloni will mit Argentinien Geschichte schreiben
Kurzüberblick
Argentiniens U-20-Trainer Christian Meloni will bei der Frauen-Weltmeisterschaft in Polen über das Achtelfinale hinauskommen. Nach dem historischen Einzug in die K.o.
Argentiniens U-20-Frauenfußball-Nationaltrainer Christian Meloni hat große Ziele für die anstehende FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft in Polen. Nachdem seine Mannschaft bei der letzten Austragung in Kolumbien 2024 erstmals in der Geschichte des Landes die Gruppenphase überstanden hatte, will er nun den nächsten Schritt gehen und das Achtelfinale hinter sich lassen.
Ein historischer Meilenstein in Kolumbien
Bei der Weltmeisterschaft 2024 in Kolumbien schrieb Argentinien ein Stück Fußballgeschichte: Mit vier Punkten aus der Gruppenphase zog das Team erstmals in die K.o.-Runde ein. Dieser Erfolg war das Ergebnis einer kontinuierlichen Aufbauarbeit, die Meloni seit 2021 als Verantwortlicher für die U-17- und U-20-Auswahl des argentinischen Fußballverbands leistet. Zuvor hatte der Trainer Erfahrungen im Männer-Futsal gesammelt, wo er mit seinem Ansatz beachtliche Erfolge feierte.
In Polen trifft Argentinien in der Gruppe A auf die Gastgeberinnen, die ebenso wie Benin zum ersten Mal bei einer U-20-WM dabei sind. Den Abschluss der Gruppenphase bildet das Duell mit Mexiko. Für die Südamerikanerinnen ist es die fünfte Teilnahme an einer U-20-Weltmeisterschaft.
Ein Kader mit internationaler Erfahrung
Der Kader für die Endrunde in Polen, die am 5. September beginnt, wird voraussichtlich mehrere Spielerinnen umfassen, die bereits 2024 in Kolumbien dabei waren. Damals unterlag Argentinien im Achtelfinale Deutschland mit 1:5. Zu den Hoffnungsträgerinnen zählen Mercedes Diz von River Plate, Dolores Delgado von Real Madrid, Annika Paz von Inter Mailand, Giselle White von den Oregon Ducks sowie Alma Velasco, die aus der Jugendakademie von Levante stammt.
Meloni betont, dass die Teilnahme an großen Turnieren für die Entwicklung seiner Spielerinnen entscheidend ist. Sein Hauptziel sei es, möglichst viele Talente in die A-Nationalmannschaft zu führen. Dafür brauche es nicht nur fußballerische Qualität, sondern auch internationale Erfahrung. Die Begegnungen bei der WM 2024 gegen die Niederlande (3:3) und Deutschland (5:1) hätten den Spielerinnen wertvolle Einblicke in den europäischen Fußball gegeben.
Der Weg zur Professionalisierung
Meloni sieht große Fortschritte in der Entwicklung des Frauenfußballs in Argentinien. Die Auswahl an Spielerinnen sei heute deutlich größer und qualitativ besser als noch vor einigen Jahren. Ein entscheidender Faktor sei die Einführung nationaler Jugendwettbewerbe, die es zuvor nicht gab. Diese seien die Grundlage für nachhaltiges Wachstum.
Der Trainer ist überzeugt, dass die Förderung von Spielerinnen zwischen 14 und 18 Jahren der Schlüssel zur Verbesserung der Nationalmannschaftsleistungen ist. Durch die Arbeit auf Nationalmannschaftsebene würden auch die Standards im Vereinsfußball angehoben. Er verweist darauf, dass der Männerfußball in Argentinien seit Jahrzehnten professionell sei, während die Frauen erst in den letzten fünf bis sechs Jahren begonnen hätten, diesen Weg einzuschlagen.
Die Konkurrenz in Südamerika
Im südamerikanischen Vergleich sieht Meloni Argentinien inzwischen auf Augenhöhe mit Kolumbien, Chile und Venezuela. Brasilien sei weiterhin die führende Nation, allerdings sei der Abstand nicht mehr so groß wie früher. Trotz Unterschieden bei Infrastruktur und Spielerinnenpool sei die Lücke geschrumpft.
Mit Blick auf die Gastgeberinnen Polen zeigt sich Meloni anerkennend: Der polnische Verband habe hervorragende Arbeit geleistet, die U-19-Frauen hätten sich bei der Europameisterschaft gegen Deutschland unentschieden gespielt. Polen habe sich ähnlich wie Argentinien von einer unterlegenen Mannschaft zu einem ernstzunehmenden Gegner entwickelt.
Meloni verspricht, dass seine Mannschaft in Polen alles geben wird, um die Gruppenphase zu überstehen und vielleicht sogar noch weiter zu kommen. Die Atmosphäre in den vollen Stadien werde ein besonderes Erlebnis sein, und die Spiele gegen die Gastgeberinnen und Mexiko versprächen intensive Duelle. Für ihn ist die Weltmeisterschaft eine Chance, Geschichte zu schreiben – nicht aus philosophischen Gründen, sondern weil im Frauenfußball und im Jugendbereich noch vieles offen ist.
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