Aguilar über Costa Ricas Hoffnungen für Polen 2026 und die Lehren aus 2024

Kurzüberblick
Patricia Aguilar spricht über Costa Ricas Vorbereitung auf die U-20-Frauen-WM 2026, die Bedeutung von Sheika Scott und die Chance auf Revanche gegen Nordkorea. Die Trainerin sieht in Polen die große Gelegenheit, Geschichte zu schreiben.
Patricia Aguilar, Trainerin der costa-ricanischen U-20-Frauen-Nationalmannschaft, blickt voller Vorfreude auf die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft Polen 2026™. Bei der Auslosung hatte sie bereits eine Vorahnung, dass ihre Mannschaft erneut auf den amtierenden Weltmeister Korea DPR treffen würde – und genau so kam es. In der Gruppenphase treffen die Mittelamerikanerinnen in Gruppe E auf die Asiatinnen, die ihnen bei der letzten WM in Kolumbien eine schmerzhafte 0:9-Niederlage zugefügt hatten. Für Aguilar ist diese Begegnung eine Chance, zu zeigen, wie weit sich ihr Team seitdem entwickelt hat.
Vorbereitung und Kader
Die 35-jährige Trainerin zeigt sich zufrieden mit der Vorbereitung: „Wir sind gut aufgestellt. Insgesamt hatten wir etwa sieben Wochen Vorbereitungszeit mit den Spielerinnen. Ich denke, wir haben eine sehr gute Generation. Die Mädchen von 2009-10 kommen stark nach und haben sich den Spielerinnen von 2006-08 angeschlossen, die das Fundament des Teams bilden. So konnten wir eine gute, konkurrenzfähige Mannschaft zusammenstellen.“
Sheika Scott als Schlüsselspielerin
Besonders hervorzuheben ist Sheika Scott, die kürzlich zu Paris FC gewechselt ist. Aguilar beschreibt sie als „sehr wichtige Spielerin für das Team, wegen dem, was sie mitbringt – die Erfahrung, die sie gesammelt hat, einschließlich Einsätzen in der Champions League und in FIFA-Spielen mit der A-Nationalmannschaft. Sie versteht auch die Dynamik, der wir uns stellen müssen; sie war bei der letzten Weltmeisterschaft in Kolumbien dabei und kehrt nun wieder auf dieses Niveau zurück. Sie wird sich den anderen Spielerinnen anschließen, die hier sehr gut spielen. Wir hoffen, alle Spielerinnen in Topform zu sehen und sehr konkurrenzfähig zu sein.“
Lehren aus Kolumbien 2024
Die Niederlage gegen Nordkorea hat bei Aguilar tiefe Spuren hinterlassen: „Das Spiel gegen Korea hat mich wirklich hart getroffen – es hat einen großen Eindruck bei mir hinterlassen. Es ist, als würde dein Stolz als Trainerin einen Schlag bekommen, denn man ist auf so ein Spiel, so eine Situation nie vorbereitet. Es gibt einen Punkt im Spiel, an dem man frustriert ist und der Mannschaft einfach nur helfen will. Aber etwas, das mich als Trainerin auch geprägt hat, war, wie wir uns im dritten Spiel (einer 0:1-Niederlage gegen Argentinien) zurückgekämpft haben. Es wäre sehr egoistisch oder falsch von mir als Trainerin, ihnen zu sagen, es war eine schlechte Weltmeisterschaft – denn in Wirklichkeit war es keine schlechte WM. Wir haben im ersten und dritten Spiel recht gut gespielt; nur im zweiten haben wir nicht unsere beste Leistung gezeigt, oder eine, die man von einer WM-Mannschaft erwartet.“
Aus diesen Erfahrungen zieht Aguilar klare Lehren: „Aus Trainerperspektive hat es uns viel gelehrt. Die Rotation der Spielerinnen ist entscheidend, weil die körperliche Belastung immens ist. Und jetzt ist klar, dass man auf sehr hohem Niveau im Sprint gut trainiert sein muss. Das sind Erkenntnisse, die wir mitgenommen haben – dass wir eine Mannschaft vorbereiten müssen, die schneller, widerstandsfähiger, explosiver ist und in der Lage ist, diese Intensität über 90 Minuten konstant durchzuhalten.“
Die Chance auf Revanche
Aguilar sieht die erneute Begegnung mit Nordkorea als eine Art Prüfung: „Ich habe das Gefühl, dass Gott uns noch einmal auf die Probe stellt, um zu zeigen, was für eine Mannschaft wir wirklich sind und was wir aus der letzten Weltmeisterschaft gelernt haben. Ich nehme es als Herausforderung; ich will dieses Spiel unbedingt spielen. Ich möchte, dass wir uns für diese Leistung rehabilitieren, denn wir sind definitiv nicht mehr diese Mannschaft. Bei allem Respekt vor den Spielerinnen, die damals im Team waren – ich denke, sie würden dasselbe sagen – es war insgesamt ein schlechter Tag. Ich denke, wir haben eine wunderbare Gelegenheit auf der Weltbühne, ein besseres Spiel zu machen. Wir freuen uns darauf, gegen sie zu spielen. Wir werden diese zusätzliche Energie nutzen, denn was vor zwei Jahren passiert ist, ist nicht das Bild, das Costa Rica der Welt zeigen will. Wir können etwas anderes tun.“
Gruppengegner und Ziele
Neben Nordkorea trifft Costa Rica in Gruppe E auf Kolumbien und Portugal. Aguilar analysiert: „Kolumbien hat wirklich gute Spielerinnen; sie verteidigen sehr gut und sehr organisiert. Wir werden dort ein wenig Chaos erzeugen müssen, um Tore zu erzielen. Portugal hat im Halbfinale der Europameisterschaft im Elfmeterschießen verloren, also sind auch sie eine Top-Mannschaft mit Spielerinnen aus den besten Ligen der Welt. Wir gehen mit dem Ziel ins Turnier, Geschichte zu schreiben, eine bessere Leistung zu zeigen und hoffentlich diese Weltmeisterschaft zu der zu machen, bei der zum ersten Mal eine costa-ricanische Frauen-Nationalmannschaft einen Sieg erringt.“
Die Vorfreude und der Ehrgeiz sind spürbar. Costa Rica will bei seiner fünften U-20-Frauen-Weltmeisterschaft endlich den ersten Sieg einfahren und sich auf der internationalen Bühne neu präsentieren. Die Mannschaft ist bereit, die Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen und mit Leidenschaft und Entschlossenheit in Polen anzutreten.
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