Afrikas Erfolgsgeschichten bei der U-20-Frauen-WM

Kurzüberblick
Vor der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2026 in Polen blickt die FIFA auf die besten Leistungen afrikanischer Teams zurück. Nigeria, Ghana, Benin und Tansania vertreten den Kontinent. Besonders die nigerianischen Falconets haben mit zwei Finalteilnahmen Geschichte geschrieben.
Vor der U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2026 in Polen blickt die FIFA auf die besten Leistungen afrikanischer Teams zurück. Nigeria, Ghana, Benin und Tansania vertreten den Kontinent. Besonders die nigerianischen Falconets haben mit zwei Finalteilnahmen Geschichte geschrieben.
Afrikas Spuren bei der U-20-Frauen-WM
Die FIFA U-20-Frauen-Weltmeisterschaft 2026 findet vom 5. bis 27. September in Polen statt. Zum zweiten Mal nach der Erweiterung auf 24 Teams im Jahr 2024 in Kolumbien werden vier afrikanische Nationen um Ruhm und Ehre kämpfen. Neben den Stammgästen Nigeria und Ghana sind mit Benin und Tansania zwei Neulinge am Start.
Nigeria, das an allen elf Turnieren teilgenommen hat – einschließlich der Austragungen 2002 und 2004, als der Wettbewerb noch als FIFA U-19-Frauen-Weltmeisterschaft firmierte –, trifft auf erfahrene Konkurrenz aus Ghana sowie auf die Turnierdebütanten Benin und Tansania. Die Vorfreude auf das diesjährige Großereignis ist groß, und die FIFA lädt dazu ein, in den Archiven zu stöbern und die bemerkenswertesten Auftritte der CAF-Vertreter auf dieser prestigeträchtigen Bühne Revue passieren zu lassen.
Nigerias Falconets: Pioniere und Dauerbrenner
Wenn über die U-20-Frauen-Weltmeisterschaft gesprochen wird, kommt man an Nigerias bemerkenswerter Präsenz bei jedem Turnier nicht vorbei. Die Falconets waren 2002 und 2004 die alleinigen Vertreter Afrikas und legten damit das Fundament für ihre kontinentalen Rivalen. Nachdem sie beim Debüt in Kanada mit vielen Lehren und einem Punkt nach Hause gekehrt waren, gelang den Westafrikanerinnen zwei Jahre später auf thailändischem Boden der erste Sieg – ausgerechnet gegen das starke Brasilien.
Trotz der Tore der aufstrebenden Superstars Marta und Cristiane für die elegante Seleção sicherte sich Nigeria einen historischen 3:2-Erfolg. Akudo Sabi traf in der 90. Minute zum Sieg für die Mannschaft von Felix Ibe Ukwu. Dieser Erfolg gab Auftrieb: Im nächsten Spiel gegen Italien holten die Afrikanerinnen einen Punkt, erneut durch einen späten Treffer von Sabi, der den Einzug ins Viertelfinale perfekt machte. Dort wartete der spätere Weltmeister Deutschland. In einer hart umkämpften Partie erzwang Anja Mittag in der 86. Minute die Verlängerung, ehe sich Deutschland im Elfmeterschießen durchsetzte.
Weitere afrikanische Pioniere
In den Fußstapfen der Falconets wurde die Demokratische Republik Kongo das zweite afrikanische Team, das bei der U-20-Frauen-WM auflief. Les Leopards waren 2006 und 2008 dabei, blieben aber punktlos. Dennoch kamen sie ihrem ersten Punktgewinn nahe: In den ersten beiden Gruppenspielen verloren sie jeweils mit nur einem Tor Unterschied – ein 1:2 gegen die USA (durch einen Elfmeter von Kelley O'Hara) und ein 0:1 gegen Frankreich (Treffer von Amandine Henry).
2010 in Deutschland feierte Ghana sein Debüt und wurde das erste afrikanische Team, das bei seiner Premiere einen Sieg verbuchte. In einer Gruppe mit Korea Republik, Schweiz und USA schied man trotz vier Punkten aus. Nach einem beachtlichen 1:1 gegen die USA besiegten die Ghanaerinnen die Schweiz im letzten Gruppenspiel mit 2:0 – durch Tore der beiden Elizabeths: Addo und Cudjoe.
Nigerias Glanzzeiten: Finale und Halbfinale
Zwischen 2010 und 2022 sicherten sich Nigeria und Ghana stets die beiden CAF-Startplätze. Doch während Ghana nie die Gruppenphase überstand, etablierten sich die Nigerianerinnen als die erfolgreichste afrikanische Mannschaft bei diesem Turnier. Bei der fünften Auflage führte Desire Oparanozie die Falconets ins Finale, wo der Weltmeister von 2004, Deutschland, wartete. Die Gastgeberinnen gewannen 2:0, wobei Alexandra Popp mit ihrem Treffer ihr Turniertor auf zweistellige Zahlen erhöhte.
Dieser zweite Platz war nur der Auftakt: 2012 in Japan erreichte das Team von Ndem Egan das Halbfinale. Nach dem Gruppensieg besiegten die ungeschlagenen Nigerianerinnen Mexiko im Viertelfinale mit 1:0 nach Verlängerung. Im Halbfinale war gegen die späteren Titelträgerinnen aus den USA Schluss (0:2), und auch das Spiel um Platz drei ging gegen die Gastgeberinnen mit 1:2 verloren.
2014 in Kanada gelang Nigeria unter der Regie von Torjägerin Asisat Oshoala der erneute Einzug ins Finale. In den drei Turnieren von 2010 bis 2014 standen die Nigerianerinnen also zweimal im Endspiel (2010 und 2014) und einmal im Halbfinale (2012) – eine Bilanz, die sie unangefochten an die Spitze des afrikanischen Fußballs stellt.
Asisat Oshoalas Sternstunde
Wie bereits erwähnt, erreichte Nigeria 2014 das Finale, verlor aber erneut gegen Deutschland – diesmal mit 1:0 nach Verlängerung. Trotz der schmerzhaften Niederlage gab es Grund zum Feiern: Asisat Oshoala, damals noch bei den Rivers Angels aktiv, brauchte bis zu ihrem dritten Einsatz, um ihren ersten Treffer zu erzielen – einen Elfmeter beim 2:1-Sieg gegen England. In der K.o.-Phase war sie nicht mehr zu stoppen: Im Viertelfinale gegen Neuseeland (4:1) erzielte sie einen Doppelpack, im Halbfinale gegen Korea DPR (6:2) sogar vier Tore.
Obwohl sie im Finale gegen die deutsche Abwehr nicht traf, sicherte sich die 19-Jährige mit sieben Treffern den adidas Goldenen Schuh. Zudem wurde sie mit dem adidas Goldenen Ball als beste Spielerin des Turniers ausgezeichnet – bis heute die einzige Afrikanerin, der diese Ehre zuteilwurde. Nach diesen glanzvollen Auftritten begann ihr kometenhafter Aufstieg im Vereinsfußball, der sie schließlich zu einer titelreichen Zeit beim FC Barcelona führte. Inzwischen spielt die Torjägerin bei Al Hilal in Saudi-Arabien, wohin sie von Bay FC aus der National Women's Soccer League wechselte.
Neue Gesichter: Kamerun und Marokko 2024
Bei der ersten Ausgabe mit 24 Teams, die 2024 in Kolumbien stattfand, gesellten sich zu den Stammgästen Nigeria und Ghana die Neulinge Kamerun und Marokko. Während die Nordafrikanerinnen mit drei 0:2-Niederlagen ausschieden, feierten die Indomitable Lionesses ein beeindruckendes Debüt. Mit vier Punkten in Gruppe A zogen sie als eine der besten Gruppendritten ins Achtelfinale ein, wo sie Brasilien erst nach Verlängerung mit 1:3 unterlagen.
Monique Ngock und ihre Mitspielerinnen überzeugten vor allem in der Gruppenphase, in der Naomi Eto mit ihren Leistungen auf sich aufmerksam machte. Beim 2:2 im Auftaktspiel gegen Mexiko traf sie doppelt, beim 2:0-Sieg gegen Australien erzielte sie einen Treffer, und auch gegen Brasilien traf sie. Mit vier Toren trug Eto maßgeblich dazu bei, dass Kameruns erstes U-20-Turnier in dieser Rückschau einen Platz verdient hat.
Die torgefährliche Angreiferin hat inzwischen den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft und sorgte am Sonntag beim 3:0-Sieg gegen Malawi im Finale des CAF Women's Africa Cup of Nations für die zwischenzeitliche 2:0-Führung – ein historischer erster kontinentaler Titel für Kamerun.
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