Lino: Mein ganzes Denken hat sich verändert

Kurzüberblick
Samuel Lino spricht im FIFA-Interview über seine neue zentrale Rolle bei Flamengo unter Leonardo Jardim, seine beste Form seit seiner Rückkehr nach Brasilien und seine Hoffnungen auf die Seleção im Hinblick auf die WM 2030.
Samuel Lino, Stürmer von Flamengo, hat sich in den vergangenen Monaten zu einem der Schlüsselspieler des brasilianischen Spitzenklubs entwickelt. Im exklusiven Interview mit FIFA spricht der 26-Jährige über seine veränderte Rolle unter Trainer Leonardo Jardim, seine Ambitionen mit der brasilianischen Nationalmannschaft und die Lehren aus seiner Zeit bei Atlético Madrid.
Vom Flügel ins Zentrum: Lino blüht unter Jardim auf
Seit Leonardo Jardim im März das Amt des Cheftrainers bei Flamengo übernommen hat, agiert Lino nicht mehr nur als klassischer Linksaußen, sondern zunehmend zentraler – fast wie ein Spielmacher. Diese taktische Umstellung kommt seinem Spiel zugute: „Er bittet mich, mehr durch die Mitte zu spielen, wegen meiner Stärken und der Qualitäten der Spieler um mich herum“, erklärt Lino. „Er will, dass wir kombinieren, schnelle Doppelpässe spielen, eng beieinanderstehen und den Raum hinter der gegnerischen Abwehr attackieren.“
Die Zahlen untermauern den Aufwärtstrend: Lino ist mit zehn Vorlagen in allen Wettbewerben der beste Vorlagengeber seines Teams und hat selbst acht Tore erzielt. In 22 Ligaspielen kommt er auf 13 Torbeteiligungen – ein Wert, der für sich spricht. „Ich bin jemand, der immer herausstechen will, aber ich weiß auch, dass wir andere Weltklassespieler in dieser Mannschaft haben“, sagt er mit Blick auf Stars wie Giorgian de Arrascaeta, Pedro und Lucas Paqueta.
Ein neuer Lebensstil und die Lehren von Filipe Luis
Den Wandel führt Lino nicht nur auf taktische Anpassungen zurück, sondern auch auf eine grundlegende Veränderung seiner Einstellung. „Ich habe meine Denkweise drastisch geändert“, verrät er. „Ich habe die Art, wie ich denke, wie ich auf mich achte und wie ich Fußball sehe, verändert. Es hat meine gesamte Sichtweise verändert. Auf mich selbst zu achten, ist etwas, das ich für den Rest meines Lebens tun möchte.“
Besonders geprägt hat ihn die Zusammenarbeit mit Filipe Luis, unter dem er im vergangenen Jahr mehrere Titel mit Flamengo gewann. „Eine Sache, die mich an Filipe wirklich beeindruckt hat, war seine Herangehensweise an jeden Tag“, erinnert sich Lino. „Er war der erste Trainer, den ich hatte, der wirklich jeden Tag voll engagiert war. Nach Spielen, vor Spielen, in einer Woche ohne Spiel unter der Woche oder in einer vollen Woche – er brachte Intensität in jede Trainingseinheit. Er gab alles. Als er sich von uns verabschiedete, sagte er: ‚Ich gehe mit ruhigem Gewissen, weil ich weiß, dass ich alles gegeben habe.‘ Und das stimmte genau. Er hat mich gelehrt, in allem, was ich tue, alles zu geben.“
Flamengos globale Ambitionen und die Hoffnung auf die Seleção
Mit dem neu formierten Lino in ihren Reihen trifft Flamengo im Achtelfinale der Copa Libertadores auf den brasilianischen Rivalen Cruzeiro. Nach dem 1:1 im Hinspiel in Cruzeiro steht das Rückspiel bevor. Sollte Flamengo den südamerikanischen Titel erfolgreich verteidigen – was in der Vereinsgeschichte noch nie gelungen ist –, würde das Team zum FIFA Intercontinental Cup™ zurückkehren, wo es im vergangenen Jahr im Finale gegen Paris Saint-Germain im Elfmeterschießen verlor.
Statt über diese knappe Niederlage zu grübeln, zieht Lino positive Erkenntnisse: „Natürlich dachten wir: ‚Wow, wir waren so nah dran.‘ Aber mehr als alles andere hat es uns gezeigt, dass wir auf diesem Niveau mithalten können. Es gab keine Traurigkeit oder die Frage, wann sich die nächste Gelegenheit bieten würde. Wir wissen, dass wir es schaffen können.“
Gleichzeitig richtet Lino seinen Blick auf die brasilianische Nationalmannschaft. Nach seinem Debüt im September letzten Jahres – beim 0:1 gegen Bolivien in El Alto, 4.088 Meter über dem Meeresspiegel – wurde er nicht wieder nominiert. Doch der Wechsel zurück nach Brasilien hat seine Chancen aus seiner Sicht verbessert: „Flamengo kämpft immer um Titel“, betont er und verweist darauf, dass vier Flamengo-Spieler bei der FIFA WM 2026™ für Brasilien im Einsatz waren. „Das zeigt die Größe von Flamengo. Bei einem Verein dieser Statur herauszustechen, um große Titel zu kämpfen und eine Schlüsselrolle zu spielen, kann die Chancen eines Spielers, in den Kader der Seleção zu kommen, nur erhöhen.“
Mit Blick auf die FIFA WM 2030™ träumt Lino von weiteren Einsätzen im Nationaltrikot. „Ich bin jemand, der immer sein Bestes geben will“, sagt er. „Und wenn ich weiterhin so spiele wie zuletzt, bin ich überzeugt, dass sich die Türen öffnen werden.“
Mehr zu diesen Themen

Rodri will wear number 16 at Barcelona
Rodri hat bei seinen Gesprächen mit Fermín López darum gebeten, bei Barcelona die Rückennummer 16 zu tragen. Fermín ist bereit, auf die Nummer 7 zu wechseln, damit Rodri seine ikonische Nummer behalten kann.

João Cancelo: „Endlich dort, wo ich sein wollte“
João Cancelo zeigt sich begeistert vom neuen Kader des FC Barcelona und betont, dass er nach einer Woche intensiven Trainings bereit für die Herausforderungen sei. Der Portugiese sieht das Team als eines der stärksten der Saison.

RC Lens gewinnt französischen Supercup gegen PSG
RC Lens hat überraschend den französischen Supercup gewonnen und Paris Saint-Germain im Finale besiegt. Der Sieg ist ein historischer Erfolg für den Verein aus dem Norden Frankreichs. Wer war Ihr Spieler des Spiels?
Kamerun holt ersten Wafcon-Titel gegen Malawi
Kamerun gewinnt mit 3:0 gegen Turnierdebütant Malawi den ersten Titel beim Afrika-Cup der Frauen. Die Indomitable Lionesses krönen sich in Rabat nach zuvor drei verlorenen Endspielen. Beide Teams qualifizieren sich für die WM 2027 in Brasilien.


