FIFA: Sieben Talente für Japans neue Ära

Kurzüberblick
FIFA stellt sieben junge japanische Fußballtalente vor, die unter dem neuen Trainer Go Oiwa die Zukunft des Landes prägen könnten. Von Innenverteidigern bis zu Stürmern – die Auswahl verspricht eine vielversprechende Generation.
Die japanische Nationalmannschaft steht vor einem Neuanfang. Nach dem Aus in der K.o.-Runde der FIFA-Weltmeisterschaft 2026™, die Spanien für sich entschied, richtet sich der Blick bereits auf die kommenden Jahre. Neuer Cheftrainer wird Go Oiwa, dessen Amtszeit nach dem AFC-Asienpokal 2027 beginnt. Bis zur FIFA-Weltmeisterschaft 2030™ soll ein neues Team geformt werden. FIFA hat nun sieben Nachwuchsspieler porträtiert, die das Gerüst dieser neuen Ära bilden könnten.
Die Defensive: Solide Säulen für die Abwehr
Ichihara: Der ruhige Anführer
Mit 1,88 Metern bringt der 21-jährige Innenverteidiger Ichihara die ideale Statur für seine Position mit. Doch seine größten Stärken liegen in seiner Gelassenheit und seinem Spielverständnis. Er antizipiert gegnerische Bewegungen, schließt Passwege und verteidigt so große Räume. Dazu kommen starke Zweikämpfe und eine organisierende Rolle in der Abwehrkette. Auch im Spielaufbau ist er sicher und gilt als ruhiger Ballverteiler mit guten Vorwärtspässen. Im Januar 2026 wechselte er zu AZ Alkmaar und sammelt dort wertvolle Erfahrung im europäischen Fußball. Besonders stolz ist er auf seine Rolle als Kapitän der U-23-Nationalmannschaft, die er zum Titel beim U-23-Asienpokal führte. Mit seinen vielseitigen Defensivqualitäten könnte er zum Dreh- und Angelpunkt der neuen japanischen Abwehr werden.
Kita: Physis und Siegeswille
Kazunari Kita, aus der Jugendakademie von Kyoto Sanga hervorgegangen, ist ein Innenverteidiger, der Physis mit Zweikampfstärke verbindet. Er verliert selten ein Duell – weder am Boden noch in der Luft. Seine besondere Fähigkeit ist das offensive Verteidigen: Er erobert Bälle früh von gegnerischen Stürmern und verteidigt gleichzeitig hart vor dem eigenen Strafraum. Der 20-Jährige wechselte zu Beginn der Saison 2025/26 zu Real Sociedad. Zunächst spielte er in der B-Mannschaft, doch sein Ziel ist der Sprung in die erste Elf, sobald er sich an den spanischen Fußball gewöhnt hat. Kita hat mehrfach betont, für sein Heimatland auf der Weltbühne spielen zu wollen. Viele Experten sehen in ihm und Ichihara ein potenzielles Innenverteidiger-Duo der Zukunft – schließlich spielten sie bereits in der Jugend gemeinsam.
Kosugi: Der offensive Linksverteidiger
Präzises Passspiel und eine hohe Arbeitsrate zeichnen diesen Linksverteidiger aus. Anders als viele japanische Talente übersprang Kosugi die J-League und gab sein Profidebüt bei Djurgården in Schweden. Über 60 Einsätze folgten, bevor er 2026 zu Eintracht Frankfurt wechselte. Seine offensiven Überlappungen und Flanken mit dem linken Fuß sind gefährlich, während seine herausragende Ausdauer es ihm ermöglicht, schnell in die Defensive zurückzukehren. Japan sucht derzeit nach neuen Optionen auf der linken Abwehrseite – Kosugi könnte ganz oben auf der Liste stehen.
Das Mittelfeld: Kreative Köpfe und flexible Spielmacher
Nakajima: Der verletzungsgeplagte Denker
Nakajima spielt für seinen Heimatverein und stammt aus einer Fußballfamilie: Sein Vater war Profi, sein Bruder ist es ebenfalls. Der 20-Jährige ist ein vielseitiger Mittelfeldspieler, der sowohl defensiv, zentral als auch offensiv eingesetzt werden kann. Er verfügt über ein feines Passspiel, gute Übersicht und Ruhe am Ball. Allerdings musste er immer wieder mit Verletzungen kämpfen, die ihn zurückwarfen. Verein und Nationalmannschaft hoffen, dass diese Zeit überstanden ist. Für die bevorstehenden Asienspiele wurde er in den Kader berufen – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu den Olympischen Spielen 2028.
Sato: Der Spielmacher mit Torinstinkt
Sato ist ein offensiver Mittelfeldspieler, der Kreativität mit Technik verbindet und den Ball auch in engsten Räumen behaupten kann. Bereits mit 18 Jahren debütierte er in der A-Nationalmannschaft und etablierte sich in den Jugendauswahlen. Beim U-23-Asienpokal 2026 wurde er zum besten Spieler und Torschützenkönig gekürt. Seine Stärken liegen im Annehmen des Balls in der Drehung und im Verändern des Tempos im Angriff. Er kann Spiele mit seinen Dribblings öffnen und hat einen gefährlichen Abschluss aus der Distanz. Zudem ist er taktisch flexibel und kann in verschiedenen Offensivpositionen spielen. Seinen Durchbruch im Verein schaffte er auf Leihbasis bei Fagiano Okayama, wo er vor allem als Flügelspieler agierte. Der 19-Jährige aus dem Westen Tokios wechselte kürzlich zu Valencia – ein neues Kapitel in seiner Karriere. Ob diese Erfahrung ihn zum Weltklasse-Spielmacher macht, wird sich zeigen.
Der Angriff: Tempo, Technik und Tore
Yokoyama: Der Blitz mit dem Ball
Der in Tokio geborene Yokoyama kommt ebenfalls aus einer Fußballfamilie – sein Bruder Ayumu Yokoyama spielt als Stürmer bei Genk. Er selbst besticht durch herausragende Technik, Dribbelstärke und explosive Beschleunigung. Mit schnellen, präzisen Ballkontakten schüttelt er Gegner ab und erreicht sofort Höchstgeschwindigkeit. Er kann zentral oder auf den Flügeln spielen und gilt als schwer zu verteidigen. Seine Profikarriere begann beim Zweitligisten FC Imabari, wo er zunächst wenig Spielzeit bekam, sich aber allmählich durchsetzte. Seit seinem festen Wechsel zu Cerezo Osaka im Dezember 2025 überzeugt er in der J1 League mit seinen Tempoläufen gegen die Abwehr. Als fester Bestandteil der U-21-Nationalmannschaft wird seine Entwicklung davon abhängen, wie gut er seine Schnelligkeit in verschiedene taktische Systeme integriert.
Miidera: Das Wunderkind
Mit gerade einmal 16 Jahren hat Miidera bereits für Aufsehen gesorgt. Seine außergewöhnliche Torquote im Jugendbereich führte zu einem Wettstreit um seine Verpflichtung, den schließlich der J1-Klub Yokohama F. Marinos für sich entschied. Er ist ein Stürmer mit Tempo, Kraft, Erfindungsreichtum und einer Torgefahr, die man in diesem Alter selten sieht. Im April 2026, an seinem 16. Geburtstag, unterschrieb er den jüngsten Profivertrag in der Vereinsgeschichte. Da die J-League auf einen Herbst-Frühjahr-Rhythmus umgestellt wurde, musste er vier Monate auf sein Debüt warten. Als es dann zu Beginn der Saison 2026/27 kam, brach er nicht nur den Rekord als jüngster Spieler in einem Eröffnungsspiel, sondern erzielte auch sein erstes Profitor. Der gebürtige Hirosaki durchläuft derzeit die Jugendnationalmannschaften: 2025 war er für die U-15 und U-16 im Einsatz, 2026 für die U-17. Seine Karriere hat gerade erst begonnen, doch seine rasante Entwicklung und sein großes Potenzial lassen erwarten, dass man in den kommenden Jahren noch viel von ihm hören wird.
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