Nestory Irankunda: Australiens jüngster WM-Torschütze glänzt beim Auftaktsieg

Kurzüberblick
Nestory Irankunda wurde mit seinem Tor zum 2:0 gegen die Türkei zum jüngsten WM-Torschützen Australiens. Der 20-Jährige vom FC Bayern München zeigte eine Gala-Vorstellung und widmete seinen Treffer seinem Idol Tim Cahill.
Mit einem beeindruckenden 2:0-Sieg über die Türkei ist Australien in die FIFA Fussball-Weltmeisterschaft™ gestartet. Im Mittelpunkt stand dabei Nestory Irankunda, der mit seinem Tor nicht nur für den Endstand sorgte, sondern auch Geschichte schrieb. Der 20-Jährige, der erst im Februar seine Teenager-Jahre hinter sich ließ, avancierte zum jüngsten Torschützen Australiens bei einer WM-Endrunde.
Eine mutige Entscheidung des Trainers
Vor der Partie im BC Place in Vancouver hatten viele Experten und Fans die Aufstellung von Trainer Tony Popovic kritisch hinterfragt. Popovic hatte eine radikale Verjüngungskur vorgenommen: Mit einem Durchschnittsalter von 24,6 Jahren stellte er die jüngste australische Startelf in der WM-Geschichte auf. Kapitän Mathew Ryan und sein Stellvertreter Jackson Irvine saßen zunächst auf der Bank. Stattdessen vertraute der Coach auf Paul Okon-Engstler, der sich bei der U-20-WM im Vorjahr ausgezeichnet hatte, und den 22-jährigen Torhüter Patrick Beach, der erst zwei Länderspiele vorzuweisen hatte.
Der spektakulärste Name in dieser jungen Elf war jedoch Nestory Irankunda. Der in Tansania geborene und in Adelaide aufgewachsene Flügelstürmer kam mit enormen Erwartungen ins Turnier. Schon in der Jugend hatte er auf sich aufmerksam gemacht, später folgten Stationen in der heimischen Liga, ein Wechsel zum FC Bayern München und eine Leihe zu Watford. All das hatte eine Welle der Vorfreude ausgelöst.
Ein Traumdebüt mit Ansage
Irankunda, der sich im Rampenlicht nicht immer ganz wohlfühlt, stand bei dieser WM dennoch im Fokus. Und er rechtfertigte das Vertrauen auf beeindruckende Weise. In der 30. Minute lief er einem perfekten Pass von Okon-Engstler entgegen, behielt die Übersicht, ließ den türkischen Torhüter Ugurcan Cakir keine Chance und schob den Ball souverän ins Netz. Es war ein Treffer, der all seine Stärken vereinte: Tempo, Ballkontrolle, Balance und einen kühlen Abschluss.
Nach dem Tor sprintete Irankunda zur Eckfahne und begann, wie ein Boxer zu shadowboxen. Die Geste war eine Hommage an Tim Cahill, die australische Fußballlegende. „Das war für Timmy Cahill, er ist meine größte Inspiration im australischen Fußball“, erklärte Irankunda nach dem Spiel exklusiv gegenüber der FIFA. „Ich habe immer zu ihm aufgeschaut und wollte ihn treffen. Ich musste diese Feier für das Land zeigen, um die jungen Leute daran zu erinnern, dass man alles erreichen kann, wenn man sich ein Vorbild nimmt. Mein Ziel ist es, eines Tages wie Timmy Cahill zu sein.“
Bereits drei Monate zuvor, bei der FIFA Series 2026™ in Australien, hatte Irankunda mit einer Michael-Jackson-Einlage für Aufsehen gesorgt. Diesmal war die Choreografie persönlicher und emotionaler.
Historischer Sieg und Ausblick
Der 2:0-Erfolg war der höchste australische WM-Sieg seit 2006, als ein von Cahill inspirierte Mannschaft Japan in Kaiserslautern mit demselben Ergebnis bezwungen hatte. Zudem zog Australien mit den USA gleich, die ebenfalls ihr Auftaktspiel gewonnen hatten. Am 19. Juni kommt es in Seattle zum direkten Duell der beiden Gruppenspitzenreiter.
Irankunda, der nach dem Spiel zugab, dass ihm am Ende die Kräfte schwanden, zeigte sich dennoch zufrieden: „Es fühlt sich unglaublich an, bei meinem WM-Debüt zu treffen. Es war erst das zweite Mal, dass wir unser erstes Spiel gewonnen haben, und wir sind sehr stolz. Wir hoffen, dass alle zu Hause ebenfalls stolz sind.“
Der Jungstar betonte, dass ihn persönliche Rekorde nicht interessieren: „Ich denke nicht über solche Dinge nach. Ich versuche einfach, mein Bestes für die Nationalmannschaft zu geben, und das habe ich heute getan. Ich habe alles gegeben, auch wenn meine Beine am Ende schlapp machten. Das ist es, was ich liebe: mich für das Land zu verausgaben, das mir alles gegeben hat.“
Mit Blick auf die kommenden Aufgaben und die Zweifler vor dem Turnier fügte Irankunda hinzu: „Wir wussten, was wir tun können. Das war nicht unsere beste Leistung, aber wir haben an unsere Grenzen gespielt. Wir haben mit dem Herzen verteidigt und angegriffen. Am Ende steht das Ergebnis, wir haben Tore geschossen und sind super aufgeregt. Für die Leute, die an uns gezweifelt haben: Es kommt noch viel mehr.“
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