Bellingham gesetzt, Guehi draußen – Englands erwartete Startelf

Kurzüberblick
Englands Trainer Thomas Tuchel deutet an, dass Jude Bellingham im WM-Auftakt gegen Kroatien von Beginn an spielen wird, während Marc Guehi überraschend nicht in der Startelf stehen soll. Die Aufstellung im letzten Testspiel gegen Costa Rica gibt Hinweise auf Tuchels Pläne.
Bei seiner ersten Medienrunde in den USA erklärte Englands Trainer Thomas Tuchel, er habe „14 oder 15“ Spieler im Kopf, die beim WM-Auftakt gegen Kroatien in der kommenden Woche von Beginn an spielen sollen. Natürlich liegt es im Interesse jedes Trainers, die Öffentlichkeit über seine Aufstellung im Unklaren zu lassen. Doch hat Tuchel im letzten WM-Testspiel am Mittwoch gegen Costa Rica Hinweise auf seine Startelf gegeben?
Im Lager der Three Lions herrscht das Gefühl vor, dass die Mannschaft, die in Orlando auflief – von vielleicht ein oder zwei Ausnahmen abgesehen – auch das Turnier eröffnen wird. Das würde bedeuten, dass Jude Bellingham das Rennen um die begehrte Nummer-10-Position gegen Morgan Rogers für sich entschieden hat. Die Debatte zwischen Bellingham und Rogers zählte vor dem Turnier zu den am heftigsten geführten Diskussionen.
Bellinghams Klasse und Rogers‘ Aufstieg
Bellinghams Fähigkeiten und seine Geschichte, in England-Trikot besondere Momente zu liefern, sind unbestritten. Die Tatsache, dass er im druckvollen Umfeld von Real Madrid spielt, untermauert das Gefühl, dass er hier in den USA von Beginn an spielen sollte. Doch das Aufkommen von Rogers als mehr als nur eine brauchbare Option für die zentrale Angriffsposition hat zu einiger Unsicherheit über Bellinghams Rolle geführt. Dennoch: Quellen zufolge wird die Mannschaft, die beim 3:0-Sieg gegen Costa Rica startete, der Elf nahekommen, die Tuchel am Mittwoch gegen Kroatien aufbietet. Rogers müsste sich dann wohl mit einem Platz auf der Bank begnügen.
„Wir müssen das Gefühl haben, dass wir es lieben, für England zu spielen“, sagte Bellingham dazu.
Überraschung in der Innenverteidigung
Sollte sich diese Einschätzung bestätigen, werden John Stones und Ezri Konsa als Englands erste Wahl in der Innenverteidigung ins Turnier starten. Das käme für viele überraschend, galt doch Marc Guehi weithin als gesetzter Innenverteidiger. Guehi, der von Crystal Palace zu Manchester City wechselte, wurde von Pep Guardiola in den letzten Saisonmonaten vor Stones aufgestellt, obwohl Stones‘ Saison durch Verletzungen stark beeinträchtigt war. Guehi war bei der EM 2024 zentral für Englands Pläne und man erwartete, dass sein Aufstieg auf internationaler Ebene unter Tuchel weitergehen würde. Doch es zeichnet sich ab, dass Tuchel mehr Physis in seiner Innenverteidigung bevorzugt – Stones und Konsa sind körperlich präsenter als Guehi.
Allerdings muss der englische Trainer vor dem Spiel gegen Kroatien auch die Frage der Balance bedenken. Guehi spielt in der Regel als linker Innenverteidiger. Da Stones und Konsa beide Rechtsfüßer sind, könnte die Balance ein Thema sein, das Tuchel vor der Partie gegen Kroatien beschäftigt.
Madueke vor Saka – Fitness entscheidet
Auf der rechten Angriffsseite startete Noni Madueke am Mittwoch vor Bukayo Saka. Ein vollständig fitter Saka würde mit ziemlicher Sicherheit vor seinem Arsenal-Teamkollegen den Vorzug erhalten. Doch Tuchel hat eingeräumt, dass Saka während des Turniers geschont werden muss, da er noch die Auswirkungen einer Muskelverletzung im Unterschenkel spürt, die ihn daran hinderte, in der Schlussphase der Saison voll mitzuwirken. Im Emirates Stadium gab es gegen Ende der vergangenen Saison ernsthafte Bedenken, dass Saka die letzten Wochen der Saison verpassen würde, und bei Arsenal besteht weiterhin Sorge um seine Fitness, da er derzeit nicht unter ihrer Aufsicht steht.
Es besteht jedoch Hoffnung, dass Sakas Fitness hier in den USA von Tag zu Tag besser wird. Würde England heute in der K.o.-Phase spielen, bestünde durchaus die Chance, dass Saka von Beginn an spielen könnte – wenn auch möglicherweise nicht über die volle Distanz. Für die Gruppenphase wird also die Frage, wie sehr Tuchel Saka schont, ein Faktor bei seiner Aufstellung sein. In Madueke hat Tuchel jedoch einen Spieler, dem er vertraut und den er schätzt, falls der Trainer beschließt, Saka langsam an das Turnier heranzuführen.
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