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Warum so wenige afrikanische Spielerinnen in der WSL?Trotz großer Talente beim Afrika-Cup sind nur vier Afrikanerinnen in der englischen Women's Super League aktiv. Gründe sind Visa-Hürden, Konkurrenz aus den USA und mangelnde TV-Präsenz. Expertinnen fordern mehr Chancen für den Kontinent.

Warum so wenige afrikanische Spielerinnen in der WSL?

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Kurzüberblick

Trotz großer Talente beim Afrika-Cup sind nur vier Afrikanerinnen in der englischen Women's Super League aktiv. Gründe sind Visa-Hürden, Konkurrenz aus den USA und mangelnde TV-Präsenz. Expertinnen fordern mehr Chancen für den Kontinent.

Die Women's Super League (WSL) gilt als eine der besten Fußballligen der Welt – und doch sind dort nur vier Spielerinnen aus Afrika aktiv. Beim diesjährigen Afrika-Cup der Frauen (Wafcon) in Marokko war reichlich Talent zu sehen, doch der Sprung nach England bleibt für die meisten verwehrt. BBC Sport beleuchtet die Hintergründe.

Europäische und amerikanische Stars dominieren die WSL

Die WSL zieht derzeit die größten Namen des Weltfußballs an. Die zweifache Ballon-d'Or-Gewinnerin Alexia Putellas wechselte im Sommer zu London City Lionesses – die jüngste Verpflichtung aus Spaniens Weltmeisterkader. Auch Australiens Kapitänin Sam Kerr, die 158 Spiele für Chelsea absolvierte, bevor sie zu Gotham wechselte, und US-Stars wie Alyssa Thompson, Naomi Girma (beide Chelsea), Emily Fox (Arsenal) und Sam Coffey (Manchester City) sind in der Liga aktiv. Dazu kommt ein Zustrom asiatischer Talente: Japans Kapitänin Yui Hasegawa zählt bei Manchester City zu den besten Spielerinnen der Liga.

Doch afrikanische Spielerinnen sind in der WSL eine Seltenheit. Aktuell sind es nur vier: Chiamaka Nnadozie (Brighton, Nigeria), Aisha Masaka (Brighton, Tansania), Rofiat Imuran (London City Lionesses, Nigeria) und Ines Belloumou (West Ham, Algerien).

Afrikas Stars glänzen anderswo

Die geringe Präsenz in England liegt nicht an mangelndem Talent. In den USA investieren Klubs der National Women's Soccer League (NWSL) massiv in afrikanische Spielerinnen. Sambias Stürmerin Racheal Kundananji wurde 2024 mit einer Ablöse von 685.000 Pfund (rund 800.000 Euro) zum damals teuersten Frauenfußball-Transfer der Geschichte, als sie zu Bay FC wechselte. Ihre Landsfrau Barbra Banda, die bei Orlando Pride spielt, wurde im selben Jahr zu BBC Women's Footballer of the Year gewählt.

Kameruns Wafcon-Spielerin des Turniers, Monique Ngock, steht beim Washington Spirit unter Vertrag, wo insgesamt sechs afrikanische Nationalspielerinnen spielen. Temwa Chawinga gewann mit Kansas City Current in ihren ersten beiden Saisons den NWSL Golden Boot und den MVP-Award. Ihre Schwester Tabitha, Kapitänin Malawis, spielt für Olympique Lyon und führte ihr Land ins Wafcon-Finale, das gegen Kamerun verloren ging. Auch die herausragende kamerunische Torhüterin Michaely Bihina spielt nicht in England, sondern bei Benfica Lissabon.

Chiamaka Nnadozie, die als erste afrikanische Torhüterin für den Ballon d'Or nominiert wurde, wechselte erst 2024 zu Brighton. Sie beendete die Saison mit einem FA-Cup-Finale im Wembley-Stadion gegen Meister Manchester City.

Hürden: Visa-Regeln und finanzielle Konkurrenz

Ein zentrales Hindernis für WSL-Klubs sind die strengen Visa-Bestimmungen. Das sogenannte Governing Body Endorsement (GBE) verlangt, dass ausländische Spielerinnen in fünf Kategorien eine Mindestpunktzahl erreichen. Dazu zählen Länderspiele, Einsätze in der Champions League und die Ranking ihrer bisherigen Vereine. Diese Kriterien benachteiligen oft Spielerinnen aus Ligen, die international weniger beachtet werden.

Hinzu kommt die finanzielle Konkurrenz aus den USA: NWSL-Klubs zahlen höhere Gehälter und Ablösen und haben gezielt den afrikanischen Markt im Blick. WSL-Klubs hingegen konzentrieren ihre Scouting-Ressourcen derzeit vor allem auf Europa.

Ein weiteres Problem ist die mangelnde mediale Präsenz des afrikanischen Frauenfußballs. Beim diesjährigen Wafcon gab es Verwirrung, weil der afrikanische Fußballverband CAF zunächst Channel 4 als britischen Übertragungspartner nannte, aber in der Vorrunde keine Spiele live gezeigt wurden, da noch keine endgültige Vereinbarung bestand. Zudem wurde das Turnier nur zwölf Tage vor dem geplanten Start in Marokko verschoben und fand erst drei Monate später statt.

Lia Walti, Kapitänin der Schweiz und seit Sommer bei Brighton, kritisierte gegenüber BBC Sport die globale Berichterstattung: „Man muss das Spiel zu den Menschen bringen. Man muss die Leute quasi zwingen, es zu schauen. So hat es in England vielleicht angefangen. In vielen anderen Ländern ist die Berichterstattung schlecht – entweder wird gar nicht übertragen, oder die Kameraführung macht das Spiel unattraktiv. Das beeinflusst, wie man das Spiel wahrnimmt: Man sieht weder Tempo noch Taktik und hat keine Freude beim Zuschauen.“

Wafcon 2026: Ein Signal für die Zukunft

Das Turnier in Marokko zeigte dennoch Fortschritte. Malawi qualifizierte sich erstmals für die Frauen-Weltmeisterschaft 2027, ebenso wie Sieger Kamerun sowie die Halbfinalistinnen Algerien und Marokko. Tabitha Chawinga zeigte sich stolz: „Es ist wirklich das Beste. Niemand hat Malawi zugetraut, ins Finale zu kommen, niemand hat Kamerun das zugetraut. Aber wir haben fantastischen Fußball gesehen – von beiden Seiten.“

Chiamaka Nnadozie, die mit ihrem Wechsel zu Brighton den Weg in die WSL ebnete, sieht ihre Ballon-d'Or-Nominierung als wichtigen Schritt: „Das hat in Afrika einen großen Eindruck hinterlassen und den Blick auf unsere Talente gelenkt. Wir haben so viele gute Spielerinnen, sie brauchen nur die Chance, zu zeigen, was sie können. Bald werden mehr Afrikanerinnen auf der Nominierungsliste stehen – vertraut mir, es gibt so viele Talente. Einige haben die Möglichkeit, nach Europa zu kommen, andere bleiben zu Hause. Ich hoffe, dass in Zukunft größere Wettbewerbe nach Afrika kommen. Die U-17-Weltmeisterschaft in Marokko ist ein Beweis, dass dort viel Gutes passiert. Es ist nur eine Frage der Zeit. Der Frauenfußball wächst, und Afrika darf nicht zurückgelassen werden.“

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