Zum Inhalt springen
Vietnams U-17-Trainer Roland: „Die Spieler glauben jetzt an sich“Brasilianischer Trainer Cristiano Roland spricht über den Mentalitätswandel, der Vietnams U-17-Team zur ersten WM-Teilnahme führte. Er betont die Bedeutung für die Entwicklung des Fußballs im Land und die Herausforderungen bei der Endrunde in Katar./images/de/2026/08/vietnams-u-17-trainer-roland-die-spieler-glauben-jetzt-an-sich-8fa34ab1-800w.webpVietnams U-17-Trainer Roland: „Die Spieler glauben jetzt an sich“

Vietnams U-17-Trainer Roland: „Die Spieler glauben jetzt an sich“

3 min read
Cristiano Roland, Trainer der vietnamesischen U-17-Nationalmannschaft, gestikuliert am Spielfeldrand während eines Qualifikationsspiels.

Kurzüberblick

Brasilianischer Trainer Cristiano Roland spricht über den Mentalitätswandel, der Vietnams U-17-Team zur ersten WM-Teilnahme führte. Er betont die Bedeutung für die Entwicklung des Fußballs im Land und die Herausforderungen bei der Endrunde in Katar.

Der brasilianische Trainer Cristiano Roland führt den historischen Erfolg der vietnamesischen U-17-Nationalmannschaft, die sich erstmals für die FIFA U-17-Weltmeisterschaft qualifiziert hat, auf einen grundlegenden Mentalitätswandel zurück. In einem Interview mit FIFA erklärte er, dass der Weg zur Weltbühne lange vor dem Erreichen des Tickets für Katar 2026 begann – nämlich mit dem Kampf gegen einen unsichtbaren Gegner: den Selbstzweifel.

Der lange Weg zum Selbstvertrauen

Vietnams U-17-Auswahl hat sich durch starke Leistungen in der asiatischen Qualifikation ein historisches Ticket für die Endrunde gesichert. Für Roland war der entscheidende Faktor jedoch nicht nur das Talent, sondern die Überzeugung, gegen stärkere Gegner bestehen zu können. „Das Talent war schon immer da, aber wir hatten Angst, gegen die stärkeren Teams anzutreten. Es fehlte uns an Selbstvertrauen“, so Roland.

Inzwischen sieht er seine Mannschaft mit anderen Augen: Die Spieler seien reifer und disziplinierter geworden, könnten unter Druck die Ruhe bewahren und spielten mit mehr Persönlichkeit. „Die Spieler haben gelernt, an sich selbst zu glauben“, sagte er. „Sie können unter Druck ruhig bleiben und ihr eigenes Spiel durchziehen. Das war absolut entscheidend, um dieses historische Ziel zu erreichen.“

Neue Herausforderungen bei der WM in Katar

Nach dem Erfolg auf kontinentaler Ebene wartet nun eine neue Aufgabe: Bei der U-17-Weltmeisterschaft, die vom 19. November bis 13. Dezember stattfindet, trifft Vietnam in der Gruppe G auf Belgien, Mali und Neuseeland. Roland warnt davor, dass eine erfolgreiche Asien-Qualifikation nicht automatisch bedeute, dass sein Team den Anforderungen der Weltbühne gewachsen sei. „Der asiatische Fußball hat sich in den letzten Jahren enorm entwickelt, und es gibt Teams, die auf sehr hohem Niveau mitspielen können“, erklärte er. „Aber die Weltmeisterschaft ist eine andere Sache.“

Die Unterschiede würden vor allem in der physischen Intensität, der Schnelligkeit der Entscheidungsfindung und der Wettkampferfahrung der Gegner deutlich. Gegen hochkarätige Gegner müsse Vietnam über die gesamten 90 Minuten sein Niveau halten, besonders wenn ein einziger Fehler über Sieg oder Niederlage entscheiden könne. „Wir müssen mental und physisch bereit sein, um auf höchstem Intensitätsniveau zu konkurrieren“, betonte Roland.

Persönliche Bedeutung und Zukunft des vietnamesischen Fußballs

Für Roland persönlich hat der Erfolg eine tiefere Bedeutung. Teil der ersten vietnamesischen Mannschaft zu sein, die sich für die U-17-WM qualifiziert hat, sei ein Meilenstein, der ihn seine gesamte Karriere begleiten werde. „Das ist ein wirklich wichtiger Moment für mich, sowohl beruflich als auch privat“, sagte er. „Aber noch wichtiger ist zu sehen, was es für die Spieler, ihre Familien und die Fans bedeutet.“

Die Bedeutung der Qualifikation für die Entwicklung des Fußballs in Vietnam dürfe nicht unterschätzt werden. Roland sieht die Leistung dieser Generation als Chance, künftige Generationen zu inspirieren. „Wenn eine Jugendmannschaft etwas Historisches erreicht, inspiriert das nicht nur junge Spieler, sondern auch Vereine, Ausbildungszentren und die gesamte Fußballstruktur des Landes“, so der Brasilianer.

Dieser Schwung könne zu mehr Investitionen in die Nachwuchsförderung führen, die Bedingungen für die Entwicklung junger Talente verbessern und eine ambitioniertere Mentalität im Land fördern. Das langfristige Ziel sei es, Vietnam nicht nur einmal, sondern regelmäßig auf der Weltbühne zu sehen. „Wir wollen die Tür dafür öffnen, dass Vietnam in Zukunft ein fester Bestandteil großer internationaler Turniere wird“, fügte er hinzu.

Identität bewahren, Niveau steigern

Bis zum Turnier in Katar gibt es noch viel zu tun. Roland weiß, dass Fußball auf WM-Niveau kontinuierliche Verbesserungen erfordert. Vietnam müsse mit größerer Intensität spielen, sich in Angriff und Verteidigung steigern und taktisch aufmerksamer sein. „Wir wollen auch die Fähigkeit der Spieler verbessern, unter Druck schnelle Entscheidungen zu treffen“, erklärte er.

Diese Entwicklung dürfe jedoch nicht auf Kosten der Identität gehen, die das Team so weit gebracht habe. Roland möchte, dass Vietnam sich verbessert, ohne seinen Spielstil zu verändern. „Das Ziel ist es, die Identität der Mannschaft zu bewahren, aber sie auf ein höheres Niveau zu heben“, sagte er.

Für Vietnam geht es nicht darum, eine andere Mannschaft zu werden, sondern eine reifere Version seiner selbst: schneller in den Entscheidungen, stärker unter Druck und konstanter in den entscheidenden Momenten. Vielleicht ist genau das der Kern dieser Reise: Die U-17-WM ist nicht nur ein Turnier für eine Generation, sondern der Beginn einer langen Entwicklung des vietnamesischen Fußballs.

Alle Nachrichten

Suche