Tuchel über Englands WM-Chancen: „Nicht der Favorit“

Kurzüberblick
Thomas Tuchel, ehemaliger Trainer des FC Chelsea, äußert sich zu Englands Aussichten bei der kommenden Fußball-Weltmeisterschaft. Er sieht die Mannschaft nicht als Favoriten, da sie seit Jahrzehnten keinen Titel mehr gewonnen hat.
Thomas Tuchel, der ehemalige Cheftrainer des FC Chelsea und von Paris Saint-Germain, hat sich zur aktuellen Situation der englischen Nationalmannschaft geäußert. In einem Interview betonte der 50-jährige Deutsche, dass England trotz des starken Kaders nicht als Favorit für die kommende Fußball-Weltmeisterschaft gelten könne. Der Grund: Die „Three Lions“ haben den Titel seit „so, so vielen Jahren“ nicht mehr gewonnen.
Historische Belastung und aktuelle Perspektive
England, das 1966 zum einzigen Mal die Weltmeisterschaft gewann, hat seitdem mehrere Anläufe unternommen, um an diesen Erfolg anzuknüpfen. Zuletzt erreichte die Mannschaft unter Trainer Gareth Southgate das Finale der Europameisterschaft 2021, unterlag dort jedoch Italien im Elfmeterschießen. Auch bei der WM 2018 in Russland schaffte es England bis ins Halbfinale, wo es gegen Kroatien verlor. Tuchel, der selbst als Trainer mit Chelsea die Champions League 2021 gewann, hob hervor, dass die Erwartungshaltung an die englische Nationalmannschaft oft hoch sei, aber die Erfolge in den letzten Jahrzehnten ausgeblieben seien.
Tuchels Einschätzung des Kaders
Der gebürtige Krumbacher lobte zwar die individuelle Qualität der englischen Spieler, darunter Stars wie Harry Kane, Jude Bellingham und Bukayo Saka. Dennoch sei es ein Unterschied, ob man über herausragende Einzelkönner verfüge oder als Team konstant auf höchstem Niveau performe. „England hat eine fantastische Generation von Spielern, aber das allein macht noch keinen Favoriten“, so Tuchel. Er verwies auf andere Nationen wie Brasilien, Frankreich und Argentinien, die in den letzten Jahren Titel gewonnen hätten und daher mit mehr Selbstvertrauen in ein Turnier gehen könnten.
Vergleich mit anderen Top-Nationen
Tuchel zog einen Vergleich zu anderen Fußballgroßmächten: „Frankreich hat 2018 die WM gewonnen, Argentinien 2022. Brasilien ist immer ein Kandidat. England hingegen hat seit 1966 keinen großen Titel mehr geholt. Das ist eine mentale Bürde, die man nicht unterschätzen sollte.“ Der Trainer, der aktuell vereinslos ist, betonte, dass die englische Mannschaft dennoch das Potenzial habe, weit zu kommen – aber der Druck, endlich wieder zu gewinnen, sei enorm.
Die Aussagen Tuchels kommen zu einer Zeit, in der die englische Nationalmannschaft unter Southgate eine Phase der Konsolidierung durchläuft. Nach dem enttäuschenden Ausscheiden im Viertelfinale der WM 2022 gegen Frankreich arbeiten die Verantwortlichen daran, das Team für die Europameisterschaft 2024 und die WM 2026 neu zu formieren. Tuchel, der in der Vergangenheit mehrfach mit dem englischen Fußballverband in Verbindung gebracht wurde, hält sich mit konkreten Prognosen zurück, sieht aber die Notwendigkeit, dass England aus den Fehlern der Vergangenheit lernen müsse.
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