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Marcelin erinnert sich an sein historisches Tor gegen BrasilienJames Marcelin, ehemaliger haitianischer Nationalspieler, spricht mit der FIFA über sein Tor gegen Brasilien bei der Copa América Centenario 2016 – bis heute der einzige Treffer Haitis gegen die Seleção./images/de/2026/06/marcelin-erinnert-sich-an-sein-historisches-tor-gegen-brasilien-bff6210c-800w.webpMarcelin erinnert sich an sein historisches Tor gegen Brasilien

Marcelin erinnert sich an sein historisches Tor gegen Brasilien

Aktualisiert 3 min read
James Marcelin im Trikot Haitis jubelt nach seinem Tor gegen Brasilien im Copa América Spiel 2016, im Hintergrund enttäuschte brasilianische Spieler.

Kurzüberblick

James Marcelin, ehemaliger haitianischer Nationalspieler, spricht mit der FIFA über sein Tor gegen Brasilien bei der Copa América Centenario 2016 – bis heute der einzige Treffer Haitis gegen die Seleção.

Ein Tor für sein Land zu erzielen, ist immer etwas Besonderes. Gegen Brasilien zu treffen, davon können viele Spieler nur träumen. Aber der einzige Spieler einer Nation zu sein, dem dies je gelungen ist, macht den Moment unvergesslich. Genau so schrieb James Marcelin haitianische Fußballgeschichte. Bei der CONMEBOL Copa América Centenario 2016 erzielte er den Ehrentreffer Haitis bei einer 1:7-Niederlage in der Gruppenphase gegen die Südamerikaner. Das Ergebnis erzählte eine Geschichte; Marcelins Treffer eine andere. Er hatte gegen die erfolgreichste Mannschaft der FIFA-Weltmeisterschaftsgeschichte getroffen.

Ein Tor für die Ewigkeit

Marcelin verfolgt das laufende globale Großereignis als Fan. 2019 beendete er seine aktive Karriere nach einer Station beim kanadischen Klub Edmonton. Doch die Begegnung Brasilien gegen Haiti wird für ihn eine besondere Bedeutung haben, wenn die Teams am Freitag, den 19. Juni, in Philadelphia in ihrem zweiten Gruppenspiel der Gruppe C aufeinandertreffen.

Das letzte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften war genau jenes Spiel, in dem Marcelin traf. Die Partie war für die Haitianer längst entschieden, als er zuschlug: Brasilien führte durch einen Doppelpack von Philippe Coutinho sowie Tore von Renato Augusto, Gabriel Barbosa und Lucas Lima bereits mit 5:0. In der zweiten Halbzeit erzwang Duckens Nazon mit einem direkten Abschluss eine Parade von Alisson. Marcelin reagierte am schnellsten und verwandelte den Abpraller – ein einzigartiger Platz in der haitianischen Fußballfolklore war ihm sicher. Obwohl Augusto und Coutinho später noch trafen, hatte Marcelin bereits ein kleines Stück Geschichte geschrieben: als erster Haitianer, der gegen die brasilianische A-Nationalmannschaft traf.

„Es war unglaublich“, sagte Marcelin im exklusiven Interview mit der FIFA. „Schon zum ersten Mal bei der Copa America zu spielen, bedeutete mir viel. Es war fantastisch, der erste Spieler zu sein, der für Haiti bei diesem Turnier ein Tor erzielte, und der einzige Haitianer, der gegen Brasilien traf. Das hätte ich mir nie erträumen lassen.“

Der ehemalige Mittelfeldspieler, der auch die langjährige Verbundenheit seiner Heimat mit Brasilien und dem großen Rivalen Argentinien hervorhob, gestand: „Ich habe andere Tore für Haiti geschossen, aber dieses bedeutete so viel mehr. Viele Menschen in Haiti unterstützen Brasilien und Argentinien, daher war es wichtig für die Fans. Sie liebten es.“

Das ‚Spiel für den Frieden‘ 2004

Ein weiteres historisches Treffen, an das sich Marcelin erinnert, war ein Freundschaftsspiel im Jahr 2004, das als „Match for Peace“ bekannt wurde. Nur zwei Jahre nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft in Japan und Südkorea reiste Brasilien nach Port-au-Prince, um an einer Freundschaftsbegegnung mit einer Botschaft teilzunehmen. Ronaldo, Ronaldinho, Roberto Carlos und Adriano gehörten zu den Stars, die an der Initiative zur Reduzierung bewaffneter Gewalt teilnahmen. Ronaldinho zauberte einen Hattrick, Roger Flores steuerte zwei Tore bei und Nilmar vollendete einen 6:0-Kantersieg.

Marcelin war damals 18 Jahre alt und hatte noch nicht sein Länderspieldebüt gegeben, aber er erlebte die Begeisterung, die auf der westlichen Seite Hispaniolas durch die Straßen zog. „Ich habe das Spiel als Kind im Fernsehen gesehen“, erinnerte er sich. „Es war ein besonderer Anlass. Sie wollten dieses Spiel spielen, um den Frieden im Land zu fördern, denn Haiti durchlebte eine turbulente Zeit – das machte es noch bedeutungsvoller. Es standen Panzer auf den Straßen und so weiter. Es war verrückt!“

Haiti vor der Herausforderung in Gruppe C

Nach 52 Jahren Pause ist Haiti nun wieder auf der globalen Bühne zurück und steht in Gruppe C vor einer schwierigen Aufgabe. Die Mannschaft begann ihre Kampagne mit einer 0:1-Niederlage gegen Schottland, wird aber dennoch Mut aus ihrer Leistung gegen Steve Clarkes Team gezogen haben. Die Seleção wiederum benötigt ebenfalls drei Punkte, nachdem sie sich ein hart umkämpftes Unentschieden gegen Marokko erkämpft hatte.

Die Chancen mögen gegen Haiti stehen, doch Marcelin glaubt, dass die Mannschaft ihre Spuren hinterlassen kann. „Ich hoffe, sie machen das Land stolz und zeigen eine gute Leistung“, sagte er. „Es ist eine schwere Gruppe für Haiti, aber im Fußball ist alles möglich.“ Marcelin spricht aus Erfahrung: Manchmal reicht ein einziger Moment.

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