Giménez: Diese Uruguay-Mannschaft kann Geschichte schreiben

Kurzüberblick
José María Giménez spricht vor seinem 100. Länderspiel über den Umbruch Uruguays, die Herausforderungen der Gruppe H und die besondere Bedeutung des WM-Turniers 2026. Der Verteidiger von Atlético Madrid führt das Team als erfahrener Leader an.
Mit 31 Jahren ist José María Giménez ein erfahrener, aber noch junger Verteidiger. Noch in seiner sportlichen Blütezeit bereitet er sich auf seine vierte Weltmeisterschaft vor, nachdem er bereits 2014, 2018 und 2022 für Uruguay am Ball war. Am Montag startet Uruguay in Gruppe H der FIFA WM 2026™ gegen Saudi-Arabien in die Vorrunde.
Ein neuer Kern für Uruguay
Ohne Diego Godín, Luis Suárez und Edinson Cavani, die nicht mehr im Kader stehen, ist Giménez zu einem der Führungsspieler in Marcelo Bielsas Mannschaft aufgestiegen. Er hat seine ersten Schritte im uruguayischen Nationaltrikot unter Óscar Washington Tabárez gemacht und eine tiefe, bedingungslose Liebe zur Celeste entwickelt. Von Diego Godín und Diego Lugano, Verteidigern, die nie zögerten, ihren Körper für das Team einzusetzen, lernte er den Wert von Opferbereitschaft und Einsatz. Edinson Cavanis professionelle Einstellung und hohe Standards beeindruckten ihn, und Luis Suárez, wohl der größte Spieler in Uruguays Geschichte, ließ ihn staunen.
Der Verteidiger von Atlético Madrid führt eine Nation an, die entschlossen ist, die Enttäuschung des Vorrundenaus bei der FIFA WM Katar 2022™ hinter sich zu lassen. Damals sammelte Diego Alonsos Mannschaft vier Punkte, scheiterte aber dennoch am Einzug ins Achtelfinale, während Portugal und die Republik Korea weiterkamen. Der Rückschlag von 2022 ist eine Ausnahme für ein Land mit rund 3,4 Millionen Einwohnern, das jedoch für seine außergewöhnlich hohe Dichte an Spitzenspielern bekannt ist. 2010 belegte Tabárez' Team den dritten Platz, 2014 scheiterte man im Achtelfinale an Kolumbien, 2018 schied man nach einem Sieg über Portugal im Viertelfinale gegen Frankreich aus.
Ohne Suárez, Cavani oder Godín und mit Fernando Muslera als letztem Überlebenden dieser Generation durchläuft Uruguay unter Trainer Marcelo Bielsa einen Umbruch. Eine neue Spielergeneration und eine von Bielsas Philosophie geprägte Spielidentität formen das Team. „Dieser Neuaufbauprozess läuft schon eine Weile“, sagte Giménez vor dem Auftaktspiel im Miami Stadium. „Es kommen viele junge Spieler nach, und ich denke, wir haben einen soliden Kader, um bei diesem Turnier eine gute Figur zu machen. Diese Uruguay-Mannschaft ist in der Lage, Geschichte zu schreiben. Wir sind Uruguay. Wir wissen, was es bedeutet, dieses Trikot zu tragen und was auf dem Platz von uns verlangt wird.“
Gruppe H: Eine der schwersten Gruppen des Turniers
Die südamerikanische Mannschaft trifft in der Vorrunde auf Saudi-Arabien, Spanien und Cabo Verde – eine Gruppe, die weithin als eine der schwersten des Turniers gilt. Das Auftaktspiel in Miami könnte entscheidend für das Schicksal beider Teams sein, die ambitioniert aus der Gruppe kommen wollen. „Jedes Spiel ist wichtig, aber ich erwarte, dass dieses hier mit sehr hoher Intensität geführt wird“, so Giménez. „Beide Seiten wollen drei Punkte holen. Wir werden versuchen, unser Spiel durchzudrücken. Es wird ein Spiel der kleinen Nuancen. Die Emotionen werden hochkochen, aber wir dürfen uns nicht davon überwältigen lassen. Es ist wichtig, mit dem Herzen an die Sache heranzugehen, aber auf dem Platz einen kühlen Kopf zu bewahren.“
Giménez hat die letzten 13 Jahre bei Atlético Madrid unter Diego Simeone verbracht, einem weiteren Trainer, der bei seinen Spielern bleibende Eindrücke hinterlässt. Über seine Rolle im Team sagte Giménez: „Ich bringe Ruhe in die Mannschaft. Am Ende ist es immer noch nur ein Fußballspiel, aber man vertritt sein Land auf die schönste Art und Weise. Wenn man ruhig ist, weiß man, dass der Moment der Wahrheit gekommen ist und die Aufregung einsetzt. Nur wer nicht für den Fußball lebt, spürt diese Emotionen nicht. Das Trikot zu tragen, ist eine Quelle des Stolzes.“
Giménez ist eine Schlüsselfigur in Uruguays System. Seine Aufgabe ist es, die Mannschaft höher auf dem Feld zu schieben und große Räume in der Tiefe abzudecken. Im Mai erlitt er eine schwere Bänderdehnung im rechten Knöchel, als er für Atlético spielte. Bielsa sagte, Giménez sei später zum Kader gestoßen, um mit seinem vertrauten Stab an der Genesung zu arbeiten, und sei nun wieder voll fit.
100. Länderspiel: Ein Meilenstein
Die Partie gegen Saudi-Arabien wird für Giménez weit mehr als nur ein weiteres Spiel sein: Er wird sein 100. Länderspiel für die Celeste bestreiten. „Wenn ich auf die 99 Spiele zurückblicke, die ich bisher absolviert habe, erfüllt mich das mit enormem Stolz“, sagte er. „Ich denke an meine Familie und an alle, die mich auf diesem Weg begleitet haben. Es geht einfach darum, es zu genießen. Das Erstaunlichste ist, das Uruguay-Trikot zu tragen. Es ist die größte Ehre, sein Land zu vertreten, etwas, wovon jeder Spieler träumt. Wir gehen zu einer Weltmeisterschaft und wollen der Herausforderung gerecht werden und ihrer Geschichte gerecht werden.“
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