Englands Barry setzt Halbzeitinterviews fort

Kurzüberblick
Englands Co-Trainer Anthony Barry wird trotz seiner kritischen Halbzeitanalyse gegen Kroatien weiterhin TV-Interviews während der WM-Pause geben. Der englische Verband sieht darin keinen Nachteil, da Tuchel und die Spieler die Pause für taktische Besprechungen nutzen sollen.
Englands Co-Trainer Anthony Barry wird auch weiterhin die umstrittenen Halbzeitinterviews bei der Weltmeisterschaft führen, nachdem er mit einer schonungslosen Analyse des ersten Durchgangs gegen Kroatien für Aufsehen gesorgt hatte. Der 38-jährige Assistent von Thomas Tuchel hatte nach den ersten 45 Minuten in Dallas, die mit 2:2 endeten, eine kritische Bewertung der englischen Leistung abgegeben – die Mannschaft gewann letztlich mit 4:2.
Kritische Worte ohne Folgen
Barrys ehrliche Einschätzung, in der er von „kompliziert und verwirrend“ sprach und „ängstliche Muster“ sowie falsche Entscheidungen im Spielaufbau bemängelte, stieß in einigen Kreisen auf Verwunderung. Doch im englischen Lager sieht man die Offenheit gelassen. Tuchel begrüßt die Ehrlichkeit seines Assistenten, und Barrys Direktheit hat laut Teaminsidern keine Unruhe ausgelöst. Die Verantwortlichen sind überzeugt, dass weder Tuchel noch die Spieler während der kurzen Halbzeitpause für Medienaufgaben zur Verfügung stehen sollten, da diese Zeit für taktische Anpassungen und Erholung benötigt wird.
Halbzeitinterviews als neues WM-Element
Die Halbzeitinterviews sind eine Neuerung der WM-Übertragungen, werden jedoch als „Bitte, nicht als Pflicht“ beschrieben. Während einige Nationen ihre Trainer oder Einwechselspieler schicken, variiert der Ernst, mit dem die Fragen beantwortet werden. England setzt mit Barry auf einen Kommunikator, der keine Scheu vor klaren Worten hat – eine Strategie, die bisher aufgeht.
„Insgesamt eine komplizierte und verwirrende erste Halbzeit von uns. Ich denke, viel nervöse Energie zu Beginn, und das sollte man vielleicht akzeptieren und im Eröffnungsspiel einer WM erwarten. Von da an haben wir Entscheidungen getroffen, bei denen die Energie im Kopf nicht frei war. Wir haben lang gespielt, wenn wir kurz hätten spielen sollen, und kurz, wenn wir lang hätten spielen sollen. Nicht durch die Lücken gespielt, sodass wir unser Spiel nicht so beschleunigen konnten, wie wir wollten. Man hätte denken können, dass der Elfmeter uns befreit und uns erlaubt, mehr wie wir selbst zu spielen, aber wir verfallen wieder in ängstliche Muster. Ja, wir konnten uns immer auf Standards verlieren. Wir bekommen das zweite Tor und hoffen wieder, dass das der Moment ist, der uns befreit und im Spiel voranbringt. Aber okay, wir kassieren das zweite Tor spät und müssen jetzt in der Halbzeit darüber sprechen.“
Personalsorgen vor Ghana-Spiel
Unterdessen bereitet eine leichte Verletzung von Marcus Rashford Sorgen. Der Stürmer, der nach seiner Einwechslung gegen Kroatien das vierte Tor erzielte, klagte über Muskelbeschwerden. Die englischen Mediziner untersuchen den 27-Jährigen vor dem Spiel gegen Ghana am Dienstag. Es besteht jedoch Optimismus, dass die Blessur seinen Einsatz nicht gefährdet. Rashford hatte in Dallas in der Schlussphase für Entlastung gesorgt und seinen Torriecher unter Beweis gestellt.
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