England entscheidet kurzfristig über Rice-Einsatz im WM-Halbfinale

Kurzüberblick
England wird erst kurz vor dem WM-Halbfinale gegen Argentinien entscheiden, ob Declan Rice spielen kann. Der Mittelfeldspieler leidet an einer Magen-Darm-Infektion und hat zudem ein neurales Problem. Schiedsrichter Ismail Elfath aus den USA leitet die Partie.
Die englische Nationalmannschaft wird erst kurz vor dem Anpfiff des WM-Halbfinales gegen Argentinien am Mittwoch entscheiden, ob Declan Rice fit genug für einen Einsatz ist. Der Mittelfeldspieler des FC Arsenal laboriert an den Folgen einer Magen-Darm-Infektion, die ihn bereits vor dem Viertelfinalsieg gegen Norwegen stark beeinträchtigt hatte.
Rices Gesundheitszustand
Rice hatte sich die Erkrankung in Mexiko zugezogen, wo England im Achtelfinale die Co-Gastgeber mit 3:2 besiegt hatte. In der Folge verbrachte er drei Tage im Bett, bevor er im Viertelfinale in Miami gegen Norwegen nach nur einer Halbzeit ausgewechselt wurde. England gewann die Partie nach Verlängerung mit 2:1. Nach Angaben von Teamchef Thomas Tuchel hat sich Rices Zustand in den letzten 48 Stunden deutlich verbessert, eine vollständige Genesung ist jedoch noch nicht eingetreten.
Angesichts der enormen Bedeutung des Halbfinales wird Rice voraussichtlich selbst grünes Licht für einen Einsatz geben. Dennoch wollen die englischen Mediziner aufgrund der Schwere der Erkrankung eine späte Entscheidung treffen. Hinzu kommt, dass der 78-malige Nationalspieler seit mehreren Monaten mit einem neuralen Problem zu kämpfen hat, das seinen unteren Rücken und die Oberschenkelmuskulatur betrifft. Rice hat in diesem Turnier bis auf eine Partie alle Spiele bestritten; er fehlte lediglich beim 2:0-Gruppensieg gegen Panama, als eine Verletzung aufflammte.
Schiedsrichter für das Halbfinale
Die FIFA hat den amerikanischen Unparteiischen Ismail Elfath mit der Leitung des Halbfinals beauftragt. Der 44-Jährige pfiff bereits in der Gruppenphase die Spiele Japan gegen die Niederlande und Uruguay gegen Spanien sowie den Achtelfinalsieg Norwegens gegen die fünfmaligen Weltmeister Brasilien. In diesen Partien zeigte er sechs gelbe Karten und verwies Uruguays Mittelfeldspieler Agustín Canobbio nach einem hohen Einsatz gegen Spaniens Verteidiger Pau Cubarsí mit der roten Karte des Feldes. Nach dem Platzverweis stellte Canobbio den Referee zur Rede und packte ihn am Trikot.
Elfath war bereits bei der WM 2022 in Katar im Einsatz und fungierte dort als vierter Offizieller im Finale zwischen Frankreich und Argentinien. Vier Jahre zuvor schüttelte er in einem Gruppenspiel dem kamerunischen Stürmer Vincent Aboubakar die Hand, bevor er ihn des Feldes verwies, weil Aboubakar nach dem Siegtreffer gegen Brasilien sein Trikot ausgezogen hatte.
Elfath, der seit 2012 in der Major League Soccer pfeift und zweimal zum MLS-Schiedsrichter des Jahres gewählt wurde, wird von seinen Landsleuten Corey Parker und Kyle Atkins assistiert. Der Italiener Maurizio Mariani fungiert als vierter Offizieller. Der gebürtige Marokkaner war im Alter von 18 Jahren in die USA gezogen, nachdem er eine von der US-Regierung geförderte Diversity-Visa-Lotterie gewonnen hatte.
Keine englischen oder argentinischen Schiedsrichter im Finale
Die englischen Unparteiischen Michael Oliver und Anthony Taylor kommen für die Leitung des WM-Endspiels nicht in Frage, da FIFA-Regularien Interessenkonflikte ausschließen. Schiedsrichter dürfen keine Spiele mit Beteiligung ihres eigenen Landes leiten. Zudem können englische und argentinische Offizielle nicht bei Partien der beiden Nationen eingesetzt werden, was unter anderem auf die politische Rivalität aufgrund des Falkland-Konflikts von 1982 zurückgeht. Aus demselben Grund scheidet auch der argentinische Referee Facundo Tello aus. Alle drei Unparteiischen sind zudem für das Spiel um Platz drei nicht verfügbar, da dort mit Sicherheit eine der beiden Mannschaften antritt. Bereits 2022 war Taylor aufgrund dieser Regelungen von der Leitung des Finales zwischen Argentinien und Frankreich ausgeschlossen.
Mehr zu diesen Themen
Uefa will Boykott-Drohung gegen Fifa offenbar fallen lassen
Die Uefa steht offenbar kurz davor, ihre Boykott-Drohung gegen Fifa-Wettbewerbe zurückzunehmen, nachdem sie Zusicherungen erhalten hat, dass der Plan von Gianni Infantino, Anteile an der WM zu verkaufen, nicht wiederholt wird. Das Thema wird am Donnerstag im Uefa-Exekutivkomitee besprochen.

Polens Trainer Kasprowicz über die U-20-Frauen-WM
Polens Trainer Marcin Kasprowicz spricht im FIFA-Interview über die Heim-WM 2026, die Entwicklung seiner Mannschaft und die Herausforderungen in der Gruppenphase gegen Argentinien, Mexiko und Benin. Er betont die Bedeutung des Turniers für den polnischen Frauenfußball und die Ambitionen seines Teams.

Graham Arnold verlängert als irakischer Nationaltrainer
Graham Arnold hat seinen Vertrag als irakischer Nationaltrainer um sechs Monate verlängert. Der Australier bleibt damit bis zur Asienmeisterschaft 2025 im Amt, nachdem er das Team zur ersten WM-Teilnahme seit 40 Jahren geführt hatte.
Englands U20-Frauen: Kader trotz Boykottdrohung benannt
Trotz anhaltender Boykottdrohungen europäischer Verbände hat England seine U20-Frauenmannschaft für die Weltmeisterschaft in Polen benannt. Trainerin Lydia Bedford äußert sich erstmals zur möglichen Blockade und betont den Fokus auf sportliche Vorbereitung.



