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Kein Schmerz, kein Gewinn: England und Argentinien im HalbfinaleEngland und Argentinien haben bei der FIFA WM 2026™ harte Kämpfe hinter sich. Beide Teams mussten in der K.o.-Runde bis an ihre Grenzen gehen und zeigen nun im Halbfinale, was in ihnen steckt./images/de/2026/07/kein-schmerz-kein-gewinn-england-und-argentinien-im-halbfinale-a7d2ae6d-800w.webpKein Schmerz, kein Gewinn: England und Argentinien im Halbfinale

Kein Schmerz, kein Gewinn: England und Argentinien im Halbfinale

Aktualisiert 4 min read
Zwei Fußballspieler in den Trikots von England und Argentinien kämpfen um den Ball im Atlanta Stadium unter Flutlicht. — latest news and analysis.

Kurzüberblick

England und Argentinien haben bei der FIFA WM 2026™ harte Kämpfe hinter sich. Beide Teams mussten in der K.o.-Runde bis an ihre Grenzen gehen und zeigen nun im Halbfinale, was in ihnen steckt.

Die alte Sportweisheit, dass es ohne Schmerz keinen Gewinn gibt, hat sich für England und Argentinien bei der FIFA WM 2026™ bewahrheitet. Für beide Teams war der Weg ins Halbfinale eine Prüfung ihrer körperlichen Ausdauer und vor allem ihrer mentalen Widerstandsfähigkeit. Vor ihrem historischen Aufeinandertreffen im Atlanta Stadium am 15. Juli lohnt es sich, die Kämpfe zu betrachten, die beide Mannschaften in der K.o.-Runde überstanden haben.

Ein steiniger Weg für die Favoriten

Bei der größten FIFA WM™ aller Zeiten haben die traditionellen Schwergewichte festgestellt, dass die Außenseiter weit schwerer zu bezwingen sind als erwartet. Die Three Lions mussten tief graben, um die Demokratische Republik Kongo im Achtelfinale, Mexiko im Achtelfinale und Norwegen im Viertelfinale zu überwinden. La Albiceleste wiederum verwandelte ihre Begegnungen mit Cabo Verde, Ägypten und der Schweiz in nervenaufreibende Ordeal für ihre Anhänger, die Verlängerung und anhaltende Druckphasen überstehen mussten. Ihre dramatische Reise hat sogar ein argentinisches Meme inspiriert, das das Halbfinale als weiteren ernsthaften Test für die Nerven der Fans darstellt.

„Diese WM war voller Überraschungen, mehrere Favoriten wurden früh eliminiert. Man muss bis zum Ende kämpfen“, erklärte Argentiniens Mittelfeldspieler Rodrigo De Paul und fasste damit ein Turnier zusammen, in dem Selbstgefälligkeit wiederholt bestraft wurde.

Kritische Trainer nach Viertelfinalsiegen

Trotz der Parallelen in ihren dramatischen Reisen haben beide Trainer die Schwierigkeiten nicht heruntergespielt. Nach ihren Viertelfinalsiegen äußerten sich sowohl Thomas Tuchel als auch Lionel Scaloni kritisch über die Leistungen ihrer Teams. Scaloni gab nach Argentiniens Viertelfinalsieg gegen die Schweiz eine ehrliche Einschätzung ab: „Wir hatten Mühe. Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird, und zeitweise waren wir nicht in der Lage, mit den Situationen umzugehen, die sie uns bereiteten. Aber das Glück war auf unserer Seite. Wir müssen realistisch sein – es gibt Dinge, die wir verbessern müssen.“

Tuchel schlug nach Englands knappem Sieg gegen Norwegen in der Verlängerung einen ähnlich warnenden Ton an und bestand darauf, dass seine Mannschaft ihr Spiel steigern müsse, wenn sie zum ersten Mal seit 60 Jahren Weltmeister werden wolle. „Das Ergebnis ist fantastisch, aber ich bin nicht mit der Leistung zufrieden. Wir haben uns das Leben durch unsere Spielweise sehr schwer gemacht: schlampig, viele technische Fehler, nicht schnell genug, nicht wiederholbar genug. Wir hatten heute Glück“, gab er zu.

Harry Kane hingegen zog es vor, die positive Seite zu sehen. „Wenn wir im Halbfinale einer WM stehen und wissen, dass wir uns noch verbessern und ein weiteres Level finden können, müssen wir das als positiv betrachten“, überlegte der englische Kapitän.

Emotion und Widerstandsfähigkeit als Schlüssel

Die Three Lions und La Albiceleste haben dennoch eine bemerkenswerte Fähigkeit gezeigt, das Chaos zu umarmen und unter Druck zu Höchstleistungen aufzulaufen. Die Emotionen hinter ihren jeweiligen Läufen waren für alle sichtbar – von Englands Gesang des Oasis-Hits „Wonderwall“ mit ihren Fans nach jedem Sieg bis zu Lionel Messis Tränen nach Argentiniens Achtelfinalsieg gegen Ägypten. Diese Mischung aus Emotion und Widerstandsfähigkeit macht dieses Halbfinale fast unmöglich vorherzusagen.

Jude Bellingham verkörpert Englands Mischung aus Herz, Widerstandsfähigkeit und technischer Qualität. „Es ist schwierig da draußen; es ist eine harte Schicht. Es ist eine Sache, Qualität zu haben – was alle Jungs in dieser Gruppe haben – aber man weiß nicht, wie viel Mentalität und Herz sie haben, bis wir in einer solchen Situation sind“, erklärte Englands entscheidende Nummer 10. „Das Spiel ist in viele verschiedene Facetten unterteilt. Ein Teil davon ist technisch oder taktisch, aber für mich ist die größte psychologisch – wie man mit Rückschlägen und Widrigkeiten umgeht. Dieses Team hat wieder einmal gezeigt, dass es das kann.“

Dieselbe Fähigkeit, unter extremem Druck zu gedeihen, liegt Argentinien im Blut, verkörpert von einem 39-jährigen Messi, der trotz aller Erfolge so angetrieben ist wie eh und je. „Dieser Kader hört nie auf zu kämpfen, zu drängen oder nach mehr zu streben“, erklärte der Superstar, der zum ersten Mal in seiner glanzvollen Karriere gegen England antreten wird. „Was diese Gruppe erreicht hat, ist außergewöhnlich – den Weltpokal zu gewinnen, zweimal die Copa America zu holen und jetzt ein weiteres WM-Halbfinale zu erreichen.“

Nach so vielen Wendungen, Verlängerungen und Kämpfen sind beide Teams an ihre körperlichen Grenzen gestoßen. Der entscheidende Faktor im Rennen um einen Platz im Finale könnte jedoch die mentale Stärke sein. Wie Argentiniens Stürmer Jose Lopez es formulierte: „Wenn unsere Beine müde werden, schauen wir zu den Fans. Sie geben uns die zusätzliche Energie, die wir brauchen, um weiterzumachen.“

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