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Warum Trump der WM fernbleibt

Aktualisiert 3 min read
US-Präsident Donald Trump in einem Anzug, der auf der Tribüne eines Fußballstadions sitzt, im Hintergrund laufende Spieler und jubelnde Fans

Kurzüberblick

US-Präsident Donald Trump hat bisher kein Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft besucht, obwohl die USA als Co-Gastgeber auftreten. Experten vermuten, dass er sich für das Finale aufspart, während politische und sicherheitstechnische Bedenken eine Rolle spielen könnten.

US-Präsident Donald Trump hat bisher kein einziges Spiel der Fußball-Weltmeisterschaft besucht, obwohl die Vereinigten Staaten als Co-Gastgeber des Turniers auftreten und die Nationalmannschaft souverän die K.o.-Runde erreicht hat. Viele Beobachter hatten erwartet, dass Trump regelmäßig bei den Partien präsent sein würde – doch bislang blieb er fern. Die Frage nach den Gründen beschäftigt Medien und Fans gleichermaßen.

Historische Vergleiche und Erwartungen

Der Kontrast zu früheren WM-Gastgebern ist auffällig. Bei der ersten WM in den USA 1994 eröffnete Präsident Bill Clinton das Turnier in Chicago mit einer Rede. „Meine amerikanischen Mitbürger, Bürger der Welt, die Vereinigten Staaten sind geehrt, dieses großartige Fest auszurichten“, sagte Clinton damals im Soldier Field. Sein Auftritt gilt heute als Symbol für die damalige diplomatische Präsenz. 32 Jahre später, bei der erneuten Ausrichtung, fehlt der amtierende Präsident jedoch weitgehend.

Trump selbst hatte das Turnier im Vorfeld mehrfach gelobt und es als „erfolgreichste WM aller Zeiten“ bezeichnet. Er spielte eine zentrale Rolle bei der Auslosung im Dezember in Washington, bei der ihm FIFA-Präsident Gianni Infantino den erstmals verliehenen Friedenspreis überreichte. Die beiden Männer pflegen ein enges Verhältnis; Infantino war mehrfach im Weißen Haus und auf Trumps Anwesen Mar-a-Lago zu Gast.

Mögliche Gründe für Trumps Zurückhaltung

Termindruck und politische Prioritäten

Trumps Terminkalender war in der ersten Turnierhälfte außergewöhnlich voll. Um den Zeitpunkt des US-Eröffnungsspiels gegen Paraguay am 12. Juni in Los Angeles bereitete er sich auf den G7-Gipfel in Frankreich (15.–17. Juni) vor und führte Verhandlungen über ein Friedensabkommen mit dem Iran, das am 18. Juni verkündet wurde. Statt des Präsidenten reiste Außenminister Mark Rubio zum Auftaktspiel. Zwei Tage später feierte Trump auf dem Rasen des Weißen Hauses seinen 80. Geburtstag und den 250. Unabhängigkeitstag der USA mit einer Veranstaltung der Ultimate Fighting Championship (UFC).

Nähe zur UFC und Vorliebe für Großereignisse

Der Politikstratege Federico de Jesus, ehemaliger Mediendirektor von Präsident Barack Obama, sieht darin kein ungewöhnliches Verhalten: „UFC ist der Sport, den Trump kultiviert hat und zu dem er eine besondere Beziehung hat.“ Trump besuche bevorzugt die ganz großen Events – wie den Super Bowl –, nicht die regulären Saisonspiele. „Erwartet das Gleiche beim WM-Finale“, so de Jesus. Auch die nächsten beiden US-Spiele gegen Australien in Seattle und die Türkei in Los Angeles ließ Trump aus.

Bedenken wegen möglicher negativer Reaktionen

De Jesus vermutet zudem, dass Trump nach Buhrufen bei den NBA-Finals in New York Anfang Juni vorsichtig geworden sei. „Das internationale Publikum bei WM-Spielen könnte ähnlich reagieren“, sagte er. Angesichts der Kontroversen um Trumps Einwanderungs- und Außenpolitik dürfte sein Stab zudem nervös gewesen sein, insbesondere in den demokratisch geprägten Städten Los Angeles und Seattle.

Wird Trump noch vor dem Finale auftauchen?

FIFA-Präsident Infantino hat bestätigt, dass Trump für die Teilnahme am Finale am 19. Juli in New Jersey vorgesehen ist und den Pokal überreichen soll. Trump selbst erklärte, er sei darum gebeten worden. Andrew Giuliani, Leiter der World-Cup-Taskforce des Weißen Hauses, deutete jedoch an, dass Trump möglicherweise früher erscheinen könnte: „Eine Sache, die ich über meinen Chef sagen kann – er mag es spannend. Er hält einen gerne in Atem. Also schaltet ein, und ich bin sicher, es wird Überraschungen geben.“

Bislang haben andere Regierungsmitglieder die US-Präsenz bei den Spielen sichergestellt: Innenminister Markwayne Mullin, Gesundheitsminister Robert F. Kennedy und Verkehrsminister Sean Duffy waren bei Partien zu sehen. Die Second Lady Usha Vance vertrat das Weiße Haus beim Spiel gegen die Türkei. Kanadas Premierminister Mark Carney besuchte zwar das Spiel seiner Mannschaft gegen Katar in Vancouver, doch Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum kündigte an, wegen der hohen Ticketpreise kein Spiel zu besuchen.

Trump-Vertraute betonen, dass seine Abwesenheit nicht bedeute, dass er nicht engagiert sei. Einen Tag vor dem Eröffnungsspiel habe er die US-Mannschaft angerufen. Die FIFA zeige sich dankbar für die anhaltende Unterstützung der US-Regierung. Sollte Trump tatsächlich erst zum Finale erscheinen, dürfte der Weltverband zufrieden sein – solange der Präsident die Zeremonie nicht dominiert. Angesichts seiner Vorliebe für große Bühnen wäre ein früherer Auftritt jedoch keine Überraschung.

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