Kanada, Mexiko und USA: Rückblick und Ausblick nach dem WM-Aus

Kurzüberblick
Kanada, Mexiko und USA sind im Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 ausgeschieden. Der Artikel blickt auf ihre Erfolge, die herausragenden jungen Spieler und die nächsten Schritte für die drei Co-Gastgeber zurück.
Mit dem Ausscheiden Kanadas, Mexikos und der USA im Achtelfinale der FIFA-Weltmeisterschaft 2026™ endete die Reise der drei Co-Gastgeber. Alle drei Mannschaften schrieben bei ihrem Heimturnier Geschichte und profitierten dabei maßgeblich von aufstrebenden Talenten. Ein Rückblick auf die Errungenschaften, die jungen Spieler, die herausstachen, und die Perspektiven für die Zukunft.
Kanada: Historische Erfolge und der Blick auf den Kontinentaltitel
Kanada feierte bei seiner dritten WM-Teilnahme und der ersten im eigenen Land eine Reihe von Meilensteinen. Nach einem 1:1-Auftakt gegen Bosnien und Herzegowina, der den ersten Punktgewinn überhaupt bedeutete, folgte ein eindrucksvoller 6:0-Sieg gegen Katar – der erste WM-Sieg der Kanadier. Jonathan David erzielte dabei einen Hattrick. Damit sicherte sich Kanada erstmals den Einzug in die K.o.-Runde, wo ein 1:0-Erfolg gegen Südafrika im Achtelfinale (Runde der letzten 32) den ersten K.o.-Runden-Sieg bedeutete.
Luc de Fougerolles erwies sich als Offenbarung für Trainer Jesse Marsch. Der 20-jährige Innenverteidiger war ein Fels in der Brandung und stand in allen fünf Partien der „Reds“ in der Startelf. Der Abwehrspieler von Fulham zeigte Reife, die weit über sein Alter hinausging, gewann fast jeden Kopfballduell und glänzte mit präzisen Pässen. Kanada hat damit für mindestens das nächste Jahrzehnt einen Rückhalt in der Abwehr gefunden.
Die WM-Erfolge waren ein großer Schritt für das kanadische Programm. Ein kontinentaler Titel würde den Aufschwung weiter beflügeln. Der letzte Titel liegt eine Generation zurück – der Sieg beim Concacaf Gold Cup im Jahr 2000. Mit zwei Gold Cups vor 2030 und weiteren Ausgaben der Concacaf Nations League bietet sich Kanada die Chance, wieder Trophäen zu gewinnen.
Mexiko: Historische Siegesserie und eine neue Generation
El Tri nahm seine Fans bei diesem Turnier mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der Auftakt gelang mit einem 2:0-Sieg gegen Südafrika im Eröffnungsspiel des Turniers im historischen Mexico City Stadium. Es folgten drei weitere Siege ohne Gegentor, sodass Mexiko erstmals vier Siege bei einer Weltmeisterschaft feierte. Zudem beendete die Mannschaft mit einem 2:0-Erfolg gegen Ecuador im Achtelfinale eine 40-jährige Durststrecke ohne K.o.-Runden-Sieg.
Kaum zu glauben, dass Mittelfeldspieler Rodrigo Mora erst 17 Jahre alt ist. Der Spieler von Tijuana war im Zentrum des mexikanischen Spiels überragend und eine wahre Freude anzusehen. Im wichtigsten Spiel, dem Achtelfinale gegen England, zeigte Mora keine Furcht: Er forderte ständig den Ball, lief auf Gegenspieler zu, bewies Intelligenz in seiner Spielübersicht und Bewegung und setzte Drehungen ein, die selbst die besten Spieler auf dem falschen Fuß erwischten.
In den letzten Jahren gehörte Mexikos Kader oft zu den ältesten bei Turnieren. Doch eine neue Welle um Mora haucht dem Programm neues Leben ein. Die Mittelfeldspieler Obed Vargas und Brian Gutierrez, Verteidiger Mateo Chavez (der im Sieg gegen Tschechien traf) sowie Stürmer Armando Gonzalez sind neben Mora weitere Leistungsträger im Alter von 23 Jahren oder jünger, die vielversprechend für den nächsten Zyklus sind. Die Entwicklung dieses Quintetts könnte Mexiko helfen, in vier Jahren noch mehr Rekorde zu brechen.
USA: Torrekorde und der Blick auf die Zukunft
Wie ihre Co-Gastgeber schrieben auch die USA bei der WM 2026 Geschichte. Der 4:1-Auftaktsieg gegen Paraguay war der erste Vier-Tore-Erfolg der USA bei einer Weltmeisterschaft. Der anschließende 2:0-Sieg gegen Australien bedeutete zudem erstmals zwei Gruppensiege. Seit der WM 2002 in Korea/Japan hatten die „Stars and Stripes“ keinen K.o.-Runden-Sieg mehr gefeiert – das änderte sich mit dem 2:0-Erfolg im Achtelfinale gegen Bosnien und Herzegowina. Mit diesem Ergebnis wurden die USA zudem das erste Concacaf-Team, das bei einer WM zweistellig traf – am Ende standen elf Tore zu Buche.
Rechtsverteidiger Alex Freeman stürmte bei diesem Turnier auf die große Bühne. Der 21-Jährige bereitete gegen Paraguay ein Tor vor und traf selbst gegen Australien, während er über das gesamte Turnier hinweg Härte und Physis zeigte. Ein ausgeprägtes Antizipationsvermögen und eine furchtlose Einstellung verhalfen ihm zu beeindruckenden Werten bei Klärungsaktionen und Abfangpässen – die USA haben damit eine Lösung für die rechte Seite für die kommenden Jahre gefunden.
Die USA waren bei der WM 2022 in Katar das zweitjüngste Team, und viele dieser Gesichter waren auch 2026 wieder dabei. Doch bis 2030 werden Stützen wie Christian Pulisic, Weston McKennie, Tyler Adams und Antonee Robinson alle über 30 Jahre alt sein. Freeman war mit 21 der jüngste Spieler im Kader von 2026. Für den anstehenden Zyklus wird es daher wichtig sein, jüngere Talente einzubinden, die auf Jugendebene geglänzt haben – wie etwa Cavan Sullivan, der bei der FIFA U-17-Weltmeisterschaft Katar 2025™ überzeugte, und Benjamin Cremaschi, der bei der FIFA U-20-Weltmeisterschaft Chile 2025™ den Goldenen Schuh gewann.
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