Tuchel kritisiert Trinkpausen bei der WM

Kurzüberblick
Englands Trainer Thomas Tuchel hat sich kritisch über die bei der Weltmeisterschaft eingeführten Trinkpausen geäußert. Er befürchtet, dass sie den Spielfluss unterbrechen und den Charakter des Spiels verändern.
Englands Nationaltrainer Thomas Tuchel hat sich gegen die bei der Weltmeisterschaft eingeführten Trinkpausen ausgesprochen. Der 52-Jährige äußerte seine Bedenken vor dem zweiten Gruppenspiel der „Three Lions“ gegen Ghana in Boston, das am Dienstag um 21:00 Uhr BST angepfiffen wird. Für die Partie sind Regen und kühle Temperaturen vorhergesagt.
Tuchel: Trinkpausen verändern den Spielfluss
Bereits im ersten Gruppenspiel gegen Kroatien in Dallas, das unter dem Dach einer klimatisierten Arena stattfand, wurden die Pausen von den englischen Fans mit lautstarken Buhrufen quittiert. Trotz der Wetterbedingungen in Boston werden die Trinkpausen auch dort fortgesetzt. Tuchel zeigte sich skeptisch: „Ich denke, dass sie den Charakter eines Fußballspiels viel mehr unterbrechen und verändern, als ich dachte. Ich hatte schon früher Trinkpausen, wenn es wirklich sehr heiß war und sie nötig waren, aber sie waren kürzer.“
Der ehemalige Chelsea-Trainer ergänzte: „Sie waren kürzer und kamen nur in wenigen Spielen vor. Im Sinne der Fairness werden sie jetzt in jedem Spiel für jedes Team durchgeführt. Das unterteilt das Spiel fast in vier Viertel. Und ich glaube, das verändert den Charakter des Spiels mehr, als ich dachte.“
Auswirkungen auf die Spielidentität
Tuchel betonte, dass er als Trainer die Pausen zwar schätze, weil sie ihm die Möglichkeit geben, Einfluss zu nehmen und sein Team zu sammeln. „Insgesamt denke ich aber, dass ich Fußball mehr mag, wenn er in einem Durchgang gespielt wird, weil sich so eine Dynamik aufbaut. Das ist Teil des Spiels. Es ist schwer, Dynamik aufzubauen und zu halten, wenn es Unterbrechungen gibt. Ohne Pause ist es einfach der Kampf auf dem Feld zwischen den Spielern und den Teams, der sich über einen längeren Zeitraum entwickelt. Das trägt zum Charakter des schönen Spiels bei.“
Die FIFA hatte zuvor beschlossen, die Trinkpause in der zweiten Halbzeit des Spiels Frankreich gegen Irak auszusetzen, nachdem die Partie wegen widriger Wetterbedingungen für mehr als zwei Stunden unterbrochen worden war. Die Diskussion um die Trinkpausen wird durch die Berichterstattung über die damit verbundenen Werbeeinnahmen weiter angeheizt. Ein Artikel mit dem Titel „Ein stark ausgebuhtes Goldgrube von 250 Millionen Dollar – sind Trinkpausen-Werbung hier, um zu bleiben?“ sowie Beiträge über die Reaktionen der Fans und die zunehmende Bedeutung von Hydrationstechnologie begleiten die Debatte.
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