Sorge über Anstieg rassistischer Online-Angriffe bei der WM

Kurzüberblick
Die Fußball-Weltmeisterschaft verzeichnet einen alarmierenden Anstieg rassistischer Beleidigungen in sozialen Medien. Der Schutzdienst der FIFA identifizierte in der Gruppenphase 89.000 missbräuchliche Beiträge – ein 13-facher Anstieg im Vergleich zu 2022.
Die Fußball-Weltmeisterschaft verzeichnet einen alarmierenden Anstieg rassistischer Beleidigungen in sozialen Medien. Der soziale Medienschutzdienst (SMPS) der FIFA stellte eine „erhebliche Zunahme“ der schwerwiegendsten Fälle von Rassismus im Internet fest.
Zahlen und Fakten zur Gruppenphase
Insgesamt wurden während der Gruppenphase des Turniers 89.000 missbräuchliche Beiträge identifiziert. Dies entspricht einem 13-fachen Anstieg im Vergleich zur WM 2022 in Katar, als 6.700 beleidigende Kommentare gezählt wurden – allerdings bei 48 statt 72 Spielen. Rassismus machte 11 % aller Online-Beleidigungen aus, ein Anstieg um 3 Prozentpunkte gegenüber vor vier Jahren. Der SMPS betonte, dass insbesondere die objektiv schlimmsten und anstößigsten Inhalte deutlich zugenommen hätten.
Rechtliche Schritte und verbesserte Erkennung
Mehr als 100 Fälle überschritten die rechtlichen Schwellenwerte, um Strafverfahren einzuleiten. Obwohl die Erkennungsmethoden verbessert wurden, zeigten die Datentrends laut SMPS „eine besorgniserregende Entwicklung in Bezug auf rassistisch motivierte Beleidigungen“. Insgesamt wurden über sechs Millionen Beiträge und Kommentare gescannt – ein Anstieg von 33 % –, von denen 225.000 einer manuellen Prüfung unterzogen wurden. Rund 1.000 Konten wurden zur weiteren Untersuchung identifiziert und 181.000 hasserfüllte Kommentare ausgeblendet.
Niederländische Spieler im Fokus
Besonders betroffen waren Spieler der niederländischen Nationalmannschaft. Nach der Achtelfinal-Niederlage im Elfmeterschießen gegen Marokko am Montag wurden Justin Kluivert, Quinten Timber und Crysencio Summerville auf sozialen Medien mit diskriminierenden, rassistischen und hasserfüllten Kommentaren überhäuft. Der niederländische Fußballverband (KNVB) bestätigte die Vorfälle und verurteilte sie scharf. Zuvor war bereits Bondscoach Ronald Koeman zurückgetreten, während der Verband weitere Fälle von Rassismus meldete.
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