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Können Englands Fans in Boston an Schottlands Erfolg anknüpfen?Nachdem schottische Fans Boston im Sturm erobert haben, fragen sich nun alle, ob die englischen Anhänger an diesen Erfolg anknüpfen können. Die Stadt bereitet sich auf Tausende England-Fans vor, die zum WM-Spiel gegen Ghana erwartet werden.

Können Englands Fans in Boston an Schottlands Erfolg anknüpfen?

Aktualisiert 3 min read

Kurzüberblick

Nachdem schottische Fans Boston im Sturm erobert haben, fragen sich nun alle, ob die englischen Anhänger an diesen Erfolg anknüpfen können. Die Stadt bereitet sich auf Tausende England-Fans vor, die zum WM-Spiel gegen Ghana erwartet werden.

In Boston, der Stadt, die von den schottischen Fans im Zuge der Weltmeisterschaft regelrecht erobert wurde, stellt sich nun die Frage: Können die englischen Fans an diesen Erfolg anknüpfen? Während die Schotten mit ihrer ausgelassenen, aber respektvollen Art die Herzen der Bostoner im Sturm eroberten, stehen die England-Fans vor der Herausforderung, einen ähnlich positiven Eindruck zu hinterlassen.

Schottlands Erbe in Boston

Die schottischen Fans, bekannt als die „Tartan Army“, hatten Boston in den vergangenen zwei Wochen in eine wahre Fußballhochburg verwandelt. Zehntausende waren in die Stadt geströmt, um Schottlands erste WM-Spiele seit 1998 zu verfolgen. Die Begeisterung war so groß, dass Boston Mayor Michelle Wu sogar einen Letter of Intent unterzeichnete, um Boston und Glasgow zu Partnerstädten zu erklären. Die Boston Globe widmete den Schotten eine ganzseitige Anzeige mit den Worten: „Ihr kamt für die Weltmeisterschaft, aber ihr habt uns etwas Größeres geschenkt.“

Brandon Finnan, Manager der Kneipe Cask 'n Flagon im Schatten des Fenway Parks, erinnert sich an die vergangenen Tage: „Wir sind wahrscheinlich irgendwann mit fast jedem Bier ausgegangen, aber es hat riesigen Spaß gemacht.“ Die schottischen Fans hätten das Personal mit Respekt behandelt, sich über das Trinkgeld-System informiert und sogar hinter sich aufgeräumt. „Die Stadt brauchte diese positive Atmosphäre wirklich, und sie hat uns mehr gebracht, als wir erwartet haben.“

Englands Ankunft: Neue Gesichter, neue Erwartungen

Nun sind die Schotten nach Miami weitergereist, um ihr letztes Gruppenspiel gegen Brasilien zu bestreiten. An ihrer Stelle werden zwischen 10.000 und 15.000 England-Fans in Boston erwartet, die am Dienstag das Spiel gegen Ghana verfolgen werden. Die Stimmung in den Kneipen ist jedoch eine andere. Brandon Finnan glaubt, dass England eher als Favorit wahrgenommen wird, während Schottland der Außenseiter war. „Ich denke, es wird ein bisschen weniger wild sein. Wir haben Schottland unter unsere Fittiche genommen. Wir lieben Schottland jetzt, also sind wir auf ihrer Seite.“

Auch Brian McDonnell, Manager des Pubs The Dubliner, der sich zu einem Treffpunkt der schottischen Fans entwickelt hatte, zeigt sich zurückhaltender: „Wir werden vielleicht nicht so viele englische Flaggen aufhängen wie schottische, aber sie sind trotzdem willkommen und werden eine gute Zeit haben.“

Herausforderungen für die englischen Fans

Die englischen Fans müssen sich also anstrengen, um die Bostoner für sich zu gewinnen. Ein Vorfall am Montagabend, bei dem Marcus Mumford, Leadsänger von Mumford & Sons, während eines Konzerts im Fenway Park ausgebuht wurde, nachdem er scherzhaft das regnerische Wetter Schottland zugeschrieben hatte, zeigt die anhaltende Sympathie für die Schotten. Auch Rufe wie „No Scotland, No Party“ waren zu hören.

Dennoch gibt es auch optimistische Stimmen. Thomas Concannon, Leiter der England Fans' Embassy bei der Football Supporters' Association, ist zuversichtlich: „Wir wussten von Anfang an, dass Boston eine der großartigsten Städte für diese WM sein würde. Die Kultur passt perfekt für Fußballfans, besonders aus England und Schottland. Wir sind sicher, dass die englischen Fans die schottische Partyatmosphäre erreichen und ebenso brillante Gäste sein werden – nur ohne Dudelsäcke.“

Bislang haben sich die englischen Fans in Boston vorbildlich verhalten. Die britische Fußballpolizei bestätigte, dass es keine Festnahmen von Briten in Boston gab. Frank Fishman, der die Ticketverkaufsstelle der Red Sox leitet, zeigt sich ebenfalls optimistisch: „England und Schottland mögen in ihrer Fußballkultur Äpfel und Birnen sein, aber ich glaube nicht, dass das Gleiche für die Kultur der Menschen gilt. Ich habe mit Briten interagiert und habe nichts als hohe Erwartungen an Freundlichkeit und Ritterlichkeit.“

Fazit: Ein bleibender Eindruck

Es ist klar, dass Boston für die schottischen Fans immer einen besonderen Platz haben wird. Ob die englischen Fans in gleicher Weise adoptiert werden, bleibt abzuwarten. Doch wenn ihre Mannschaft den Sieg erringt, der den Einzug ins Achtelfinale sichert, werden auch sie bleibende Erinnerungen an ihren Aufenthalt in der Stadt haben. Die Vorfreude ist jedenfalls groß – sowohl bei den Fans als auch bei den Bostonern, die sich auf ein weiteres fußballerisches Spektakel freuen.

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