Hitzewelle könnte WM-Spiele gefährlich machen

Kurzüberblick
Eine gefährliche Hitzewelle mit hoher Luftfeuchtigkeit erfasst diese Woche Teile der USA und Kanadas. Die gefühlten Temperaturen könnten die Schwelle erreichen, ab der die Spielergewerkschaft Fifpro Spiele als zu unsicher einstuft.
Steigende Temperaturen in Teilen der USA und Kanadas könnten diese Woche einige WM-Spiele in den K.o.-Runden zu einer echten Herausforderung machen. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnt vor einer gefährlichen Hitzewelle, die mit hoher Luftfeuchtigkeit einhergeht und gesundheitliche Risiken birgt.
Hitzewelle erreicht Höhepunkt
Im Laufe der Woche verstärkt sich die Hitzewelle und erfasst weite Teile der zentralen und östlichen US-Bundesstaaten sowie große Gebiete Kanadas. Weit verbreitet werden Temperaturen über 32 Grad Celsius (90 Grad Fahrenheit) erwartet. Durch die hohe Luftfeuchtigkeit steigt der Hitzeindex, der die gefühlte Temperatur beschreibt, auf bis zu 46 Grad Celsius (115 Grad Fahrenheit) in Teilen der südlichen Great Plains, des mittleren Mississippi-Tals und später auch in Teilen der mittleren Atlantikregion. Nachts sinken die Temperaturen vielerorts nicht unter 20 Grad Celsius (70 Grad Fahrenheit) – ein Phänomen, das Meteorologen als „Tropennacht" bezeichnen.
Die extreme Hitze betrifft auch Ostkanada: In Ontario und Quebec werden Temperaturen bis zu 10 Grad Celsius (18 Grad Fahrenheit) über dem Durchschnitt erwartet.
Welche Spiele sind betroffen?
Nicht alle Achtelfinalspiele der WM sind gleichermaßen von der Hitzewelle betroffen, doch einige Partien stehen besonders im Fokus. Das heißeste Wetter herrscht in Texas, wo die Fans auf dem Weg zu den klimatisierten Stadien in Houston und Arlington die größte Belastung spüren werden. In Houston steigt die gefühlte Temperatur am Montag beim Spiel Brasilien gegen Japan auf etwa 44 Grad Celsius (111 Grad Fahrenheit), in Dallas am Dienstag auf bis zu 41 Grad Celsius (106 Grad Fahrenheit). In den Stadien selbst ist es für Spieler und Zuschauer dank Klimaanlagen deutlich angenehmer.
Ähnlich verhält es sich beim Spiel England gegen DR Kongo am Mittwoch in Atlanta, wo es außerhalb des klimatisierten Stadions ebenfalls heiß und schwül wird.
Weitere Spiele, bei denen die Hitze problematisch werden könnte:
- Dienstag, 30. Juni: Frankreich gegen Schweden, New Jersey – 30 Grad Celsius (86 Grad Fahrenheit)
- Donnerstag, 2. Juli (in der Nacht auf Freitag für Zuschauer im Vereinigten Königreich): Portugal gegen Kroatien, Toronto – 31 Grad Celsius (88 Grad Fahrenheit)
- Freitag, 3. Juli: Argentinien gegen Kap Verde, Miami – 31 Grad Celsius (88 Grad Fahrenheit)
- Freitag, 3. Juli (früher Samstag für Zuschauer im Vereinigten Königreich): Kolumbien gegen Ghana, Kansas City – 32 Grad Celsius (90 Grad Fahrenheit)
Besonders unangenehm könnten die Spiele am Freitag in Miami und Kansas City werden, da die hohe Luftfeuchtigkeit die gefühlte Temperatur auf bis zu 40 Grad Celsius (104 Grad Fahrenheit) ansteigen lässt. Beim offiziellen Maß für die Auswirkungen von Hitze und Feuchtigkeit auf den menschlichen Körper – der Feuchtkugeltemperatur (Wet Bulb Global Temperature) – könnten beide Spiele einen Index nahe der Schwelle erreichen, ab der die Spielergewerkschaft Fifpro einen Einsatz als zu unsicher erachtet.
Am Wochenende erreicht die Hitze in den östlichen Gebieten der USA und Kanadas ihren Höhepunkt. Dies könnte besonders in den Achtelfinalspielen in Philadelphia und New Jersey am Samstag und Sonntag zum Problem werden, wo die Temperaturen weit über dem Normalwert liegen. Die Temperaturen steigen auf über 37 Grad Celsius (100 Grad Fahrenheit), gefühlt sogar über 40 Grad Celsius (104 Grad Fahrenheit).
Gewitter als zusätzliche Gefahr
Bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit sind auch Gewitter zu erwarten. Zunächst bleiben die meisten Niederschläge und Stürme über den Nördlichen Plains und dem oberen Mittleren Westen – fernab der WM-Austragungsorte. Im Laufe der Woche könnten sich jedoch Gewitter im Hitzewellen-Gebiet entwickeln, die einige Spiele beeinträchtigen. Bereits ein Gewitter im Umkreis von acht Meilen (13 Kilometern) um ein Stadion kann zur Unterbrechung einer Partie führen, damit Spieler und Zuschauer Schutz suchen können.
Für das Spiel England gegen DR Kongo am Mittwoch in Atlanta besteht derzeit ein geringes Gewitterrisiko, das die Partie beeinträchtigen könnte. Die Wahrscheinlichkeit ist am späteren Nachmittag, nach Spielende, höher. Ein hohes Gewitterrisiko besteht auch für das Achtelfinale Argentinien gegen Kap Verde am Freitag in Miami.
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