FA genehmigt WSL-Akademien in der National League
Kurzüberblick
Der englische Fußballverband hat umstrittene Reformen gebilligt: Ab der Saison 2027/28 dürfen Akademieteams der Women's Super League in der dritten Liga spielen.
Der englische Fußballverband (FA) hat die umstrittene Reform gebilligt, wonach Akademiemannschaften der Women's Super League (WSL) ab der Saison 2027/28 in der dritten Liga spielen dürfen. Die Entscheidung fiel nach einem als „umfassend“ bezeichneten Konsultationsprozess, obwohl 52 der 72 Vereine der Women's National League (WNL) in einem offenen Brief gegen den Plan protestiert hatten.
Reformen für die Zukunft des Frauenfußballs
Die FA begründet die Maßnahme mit der Notwendigkeit, die Frauenfußball-Pyramide zu stärken, Standards zu erhöhen und die Entwicklungswege für junge Spielerinnen zu verbessern. Konkret sollen vier sogenannte Professional Game Academy (PGA)-Teams die Chance erhalten, in der dritten Liga anzutreten – allerdings ohne Aufstiegsberechtigung. Diese Einschränkung soll verhindern, dass die Akademieteams den Wettbewerb in den oberen Ligen verzerren.
Die Reform zielt darauf ab, das Defizit an Pflichtspielminuten für junge englische Talente im Vergleich zu ihren europäischen Altersgenossinnen zu verringern. Während in anderen Ländern wie Spanien oder Frankreich Nachwuchsspielerinnen regelmäßig in höheren Ligen eingesetzt werden, fehlt es in England oft an entsprechenden Gelegenheiten. Die FA erhofft sich davon langfristig auch positive Effekte für die Nationalmannschaft, die von einem größeren Pool an erfahrenen Spielerinnen profitieren soll.
Kritik und Widerstand der Vereine
Die Entscheidung stieß auf erheblichen Widerstand. Im Juni 2026 hatten 52 der 72 WNL-Klubs einen Brief an die FA unterzeichnet, in dem sie die Einführung von Erstliga-Akademieteams als „moralisch falsch“ bezeichneten. Zudem warfen sie den Verbandsvertretern vor, die Klubs nicht konsultiert zu haben. Trotz dieser massiven Kritik hielt die FA an ihren Plänen fest und verwies auf einen intensiven Austausch mit allen Beteiligten.
Die genauen Kriterien für die Auswahl der vier PGA-Teams sollen in den kommenden Monaten entwickelt werden. Das Modell wird jährlich überprüft, um seine Auswirkungen zu bewerten und gegebenenfalls anzupassen.
Weitere Neuerungen in der Women's National League
Neben der Integration der Akademieteams sieht das Reformpaket weitere Änderungen vor: Erstmals erhalten WNL-Klubs zentrale Finanzmittel vom Verband. Zudem werden eigene Akademien für WNL-Vereine eingeführt, um die Nachwuchsarbeit auf breiterer Basis zu fördern. Darüber hinaus soll der Leihmarkt reformiert werden, um Klubs aus dem Profibereich zu ermutigen, ihre Spielerinnen an Teams der dritten und vierten Liga auszuleihen. Dies soll den Spielerinnen mehr Spielpraxis ermöglichen und gleichzeitig die Qualität der unteren Ligen steigern.
Sue Day, Direktorin für Frauenfußball bei der FA, betonte die Bedeutung der Reformen: „Der Frauenfußball hat einen wichtigen Moment in seiner Entwicklung erreicht, und diese Veränderungen sollen sicherstellen, dass er auch in den kommenden Jahrzehnten weiter wächst.“ Sie fügte hinzu: „Wir müssen jetzt proaktiv handeln, um einige der zentralen Herausforderungen anzugehen. Damit sich der Sport weiterentwickeln kann, muss sich die FA Women's National League gemeinsam mit dem Profifußball weiterentwickeln, und wir müssen mehr Möglichkeiten für talentierte junge englische Spielerinnen schaffen, sich im Seniorenbereich zu entwickeln.“
Day unterstrich auch die Bedeutung der Nationalmannschaft: „Das richtige Gleichgewicht zu finden, ist entscheidend für den langfristigen Erfolg der Nationalmannschaft, die wiederum das Wachstum und die Sichtbarkeit des Spiels auf allen Ebenen fördert.“ Abschließend hob sie die Rolle der WNL hervor: „Die FA Women's National League ist das Herzstück der Frauenfußball-Pyramide und hat eine einzigartige Identität, die wir sehr schätzen.“
Die Reformen treten schrittweise in Kraft, wobei die ersten Akademieteams voraussichtlich ab der Saison 2027/28 in der dritten Liga auflaufen werden. Bis dahin sollen die Auswahlkriterien finalisiert und weitere Details mit den beteiligten Klubs abgestimmt sein.
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