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„Das könnte man rassistisch nennen“ – Elfenbeinküste-Trainer enttäuscht über Schweinsteiger-ÄußerungenDer Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Fae, hat die Aussagen von Bastian Schweinsteiger über die Spielweise seines Teams als möglicherweise rassistisch bezeichnet. Schweinsteiger hatte die Ivorer als „wild“ und „nicht so taktisch geprägt“ beschrieben./images/de/2026/06/das-konnte-man-rassistisch-nennen-elfenbeinkuste-trainer-enttauscht-uber-schwein-3ec498f2-800w.webp„Das könnte man rassistisch nennen“ – Elfenbeinküste-Trainer enttäuscht über Schweinsteiger-Äußerungen

„Das könnte man rassistisch nennen“ – Elfenbeinküste-Trainer enttäuscht über Schweinsteiger-Äußerungen

Aktualisiert 3 min read
Emerse Fae, Trainer der Elfenbeinküste, steht enttäuscht am Spielfeldrand, während seine Mannschaft das WM-Achtelfinale feiert.

Kurzüberblick

Der Trainer der Elfenbeinküste, Emerse Fae, hat die Aussagen von Bastian Schweinsteiger über die Spielweise seines Teams als möglicherweise rassistisch bezeichnet. Schweinsteiger hatte die Ivorer als „wild“ und „nicht so taktisch geprägt“ beschrieben.

Die Kommentare des ehemaligen deutschen Mittelfeldspielers Bastian Schweinsteiger über die „wilde“ Spielweise der Elfenbeinküste könnten als rassistisch betrachtet werden, sagte deren Trainer Emerse Fae. Schweinsteiger hatte vor dem Gruppenspiel der WM 2026 zwischen Deutschland und der Elfenbeinküste geäußert, dass Faes Team „ein bisschen afrikanischer Fußball“ und „nicht so taktisch geprägt“ sei.

Nachdem die Elfenbeinküste sich erstmals in ihrer Geschichte für die K.o.-Runde der Weltmeisterschaft qualifiziert hatte, äußerte sich Fae enttäuscht über Schweinsteiger und deutete an, dass dessen Kommentare von langjährigen Vorurteilen gegenüber afrikanischem Fußball beeinflusst seien. „Ich denke, es ist traurig“, sagte Fae nach dem 2:0-Sieg der Ivorer über Curaçao in Philadelphia am Donnerstag, der den zweiten Platz in der Gruppe E sicherte.

Schweinsteigers umstrittene Aussagen

Schweinsteiger, der als Kommentator für den deutschen Sender ARD tätig war, sagte vor dem 2:1-Sieg Deutschlands über die Elfenbeinküste am 20. Juni auf die Frage nach der Spielweise der Ivorer: „Ein bisschen afrikanischer Fußball, ein bisschen unorthodox, ein bisschen wild, ein bisschen vielleicht auch nicht so taktisch geprägt. Wir müssen darauf vorbereitet sein, dass es unberechenbar ist.“

Diese Äußerungen haben bereits in deutschen Medien für Kontroversen gesorgt. Der ehemalige Liverpool-Trainer Jürgen Klopp weigerte sich, zu dem Thema Stellung zu nehmen. Gegenüber Journalisten in New York, wo er die WM besuchte, sagte Klopp am Mittwoch: „Jetzt wollen Sie das Thema weitertragen. Nein, nein, ich habe keine Chance. Ich habe keine Chance, diese Frage zu beantworten. Jeder mag es, also bringen Sie mich in diese Situation. Es ist nicht mein Job, dass es jeder mag, aber das ist ein ernstes Thema, und ich weiß nicht einmal, was angemessen ist zu sagen. Für afrikanische Menschen ist es eine Sache, für andere Menschen eine andere, und ich bin nicht hier.“

Faes Reaktion und Hintergrund

Fae, der selbst ehemaliger ivorischer Nationalspieler ist, zeigte sich persönlich getroffen. „Schweinsteiger war ein sehr guter Spieler; ich habe ihn immer als Mittelfeldspieler geliebt und die Art, wie er Fußball verstand. Als ich seine Kommentare hörte, war ich von dem Mann enttäuscht“, so Fae. „Es ist seltsam, dass er so spricht. Man könnte es rassistisch nennen, wenn man das Kind beim Namen nennt.“

Der Trainer betonte, dass er keine andere Lösung sehe, als weiterzuarbeiten. „Ich stimme ihm nicht zu, aber ich habe keine andere Wahl, als mit den Dingen zu arbeiten, wie sie sind. Alles, was ich zeigen kann, ist, dass afrikanische Mannschaften auf dem Platz nicht nur physisch sind, sondern auch technisch und taktisch. Ich kann nur hoffen, dass es eine ungeschickte Aussage ist, und nicht etwas, das in seinem Kopf vorgeht. Wenn er das denkt, steht es ihm frei.“

Fae deutete auch an, dass Schweinsteigers Kommentare möglicherweise darauf abzielten, Aufmerksamkeit zu erregen. „Es könnte sein, dass er provozieren wollte, um im Gespräch zu bleiben“, spekulierte der Trainer.

Sportlicher Erfolg trotz Kontroversen

Trotz der Niederlage gegen Deutschland hat die Elfenbeinküste die K.o.-Runde erreicht – ein historischer Erfolg für das Land. Mit Siegen gegen Ecuador und Curaçao in der Gruppe E sicherte sich das Team den zweiten Platz. In der ersten K.o.-Runde am 30. Juni in Arlington, Texas, treffen die Ivorer nun auf Frankreich oder Norwegen.

Die Diskussion um Schweinsteigers Aussagen wirft ein Schlaglicht auf anhaltende Stereotype im Fußball. Während die Elfenbeinküste sich auf das Achtelfinale vorbereitet, bleibt die Frage, ob solche Kommentare die Wahrnehmung afrikanischer Teams nachhaltig beeinflussen. Fae selbst setzt auf sportliche Antworten: „Alles, was ich tun kann, ist, auf dem Platz zu zeigen, dass wir mehr sind als nur körperlich stark.“

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