AFC stellt sich gegen Infantino: Scharfe Kritik aus Asien

Kurzüberblick
Die Asian Football Confederation (AFC) hat sich in ungewöhnlich deutlicher Form gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino positioniert.
Die Asian Football Confederation (AFC) hat sich in einer bemerkenswerten Kehrtwende gegen FIFA-Präsident Gianni Infantino gestellt. Während die europäischen und nordamerikanischen Verbände (Uefa und Concacaf) bereits eine klare Ablehnung signalisiert haben, wählt die AFC eine diplomatischere, aber dennoch ungewöhnlich scharfe Sprache. Laut Quellen, die mit den internen Beratungen vertraut sind, sei die Wortwahl für asiatische Verhältnisse außergewöhnlich stark – insbesondere die Verwendung des Begriffs „inakzeptabel“.
Hintergrund der Spannungen
Die Beziehungen zwischen der AFC und der FIFA sind seit Monaten angespannt. Infantino, der seit 2016 an der Spitze des Weltverbands steht, hat wiederholt Reformen und Turnierformate vorangetrieben, die in Asien auf Widerstand stoßen. Dazu gehören unter anderem die umstrittene Idee einer alle zwei Jahre stattfindenden Weltmeisterschaft sowie die Neuorganisation des internationalen Spielkalenders, die viele asiatische Verbände benachteiligt sehen.
Die AFC, die 47 Mitgliedsverbände umfasst und damit die größte Konföderation der Welt ist, hat sich bisher eher zurückhaltend gezeigt, wenn es um öffentliche Kritik an der FIFA-Führung ging. Umso bemerkenswerter ist die jetzige Stellungnahme, die in ihrer Deutlichkeit an die Positionen der Uefa und der Concacaf erinnert, ohne jedoch eine vollständige Ablehnung auszusprechen.
Die Rolle der Uefa und Concacaf
Die Uefa unter ihrem Präsidenten Aleksander Čeferin und die Concacaf unter Victor Montagliani haben Infantino bereits offen kritisiert und sich gegen seine Wiederwahl ausgesprochen. Beide Verbände bemängeln vor allem den Führungsstil und die mangelnde Transparenz in der FIFA. Die AFC scheint nun einen Mittelweg zu suchen: Sie will ihre Unzufriedenheit deutlich machen, ohne die Beziehungen zur FIFA vollständig zu belasten.
Reaktionen aus der asiatischen Fußballwelt
In asiatischen Fußballkreisen wird die Entwicklung mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Einige Funktionäre begrüßen die klare Positionierung, andere warnen vor den Konsequenzen für die Zusammenarbeit mit der FIFA. Insbesondere die finanzielle Abhängigkeit vieler asiatischer Verbände von FIFA-Geldern spielt eine Rolle. Die AFC erhält erhebliche Mittel aus dem FIFA-Programm „Forward“, das für Infrastrukturprojekte und Entwicklungshilfe genutzt wird.
Beobachter sehen in der Stellungnahme der AFC auch ein Signal an die FIFA, dass die asiatischen Verbände nicht länger bereit sind, Entscheidungen widerspruchslos hinzunehmen. Die kommenden Monate werden zeigen, ob sich die Spannungen weiter verschärfen oder ob eine Deeskalation möglich ist.
Ausblick
Die AFC hat angekündigt, ihre Position auf dem nächsten Kongress zu konkretisieren. Bis dahin bleibt abzuwarten, wie die FIFA auf die Kritik reagiert. Infantino selbst hat sich bislang nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert. Die internationale Fußballgemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Spannung, denn die Haltung Asiens könnte entscheidend für die Zukunft der FIFA-Führung sein.
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